Worüber Skeptiker sich irren

28. Oktober 2021

Forum Philosophicum

Zeitraum
28.10.2021
16:30 Uhr

Ort
Gebäude 3 (IZ), Universitätsstr. 11, 58097 Hagen, Raum D005 und D006

Veranstalter/-in
Institut für Philosophie

Referent/-in
Prof. Dr. Geert Keil
Humboldt­-Universität, Berlin

Moderation
Prof. Dr. Hubertus Busche

Menschen sind fehlbare Wesen. Wir können aus eigener Kraft nicht sicherstellen, dass etwas, was wir mit guten Gründen für wahr halten, tatsächlich wahr ist. Warum ist das so? Was in uns oder in der Welt ist dafür verantwortlich, dass wir niemals alle Irrtumsmöglichkeiten ausschließen können? Fehlen uns bestimmte Fähigkeiten, die wir im Prinzip erwerben könnten?

Im Vortrag wird eine Erklärung für die menschliche Fehlbarkeit entwickelt, die ohne den cartesischen bösen Täuschergott auskommt. Leider wird außerhalb wie innerhalb der Philosophie oft nicht hinreichend zwischen dem Fallibilismus und dem Skeptizismus unterscheiden. Skeptiker ziehen aus der Unmöglichkeit, Irrtümer sicher auszuschließen, den Schluss, dass wir nichts wissen können. Ob fehlbare Wesen etwas wissen können, hängt klarerweise davon ab, was Wissen ist. Im Vortrag wird die These verteidigt, dass Skeptiker sich darüber irren, was Wissen ist. Skeptiker glauben fälschlich, dass Wissen Unfehlbarkeit erfordert und dass dieses Merkmal aus der Standarddefinition des Wissens als wahrer, gerechtfertigter Überzeugung folge. Sobald man sich klarmacht, dass und warum Fehlbarkeit keine Eigenschaft von Überzeugungen ist, sondern eine von epistemischen Subjekten, ist der Weg für eine Auffassung frei, die wir außerhalb des philosophischen Seminars ohnehin alle teilen: für einen nichtskeptischen Fallibilismus.

Literatur: Geert Keil: Wenn ich mich nicht irre. Ein Versuch über die menschliche Fehlbarkeit, Stuttgart (Reclam) 2019.

Der Vortrag von Prof. Dr. Keil findet in Präsenzform auf dem Campus statt und wird nicht per Videostream ausgestrahlt.

Gerd Dapprich | 18.10.2021