Veranstaltung

„Ich bin ohne Sinnen gestorben: Leben und Leid der Rosa Schillings“

Lesung

Termin(e) Leitung
Ort/Raum
Sa, 24.09.2022
10:30
Gabriele Lübke
WBK - Wissen, Bildung, Kultur

Über 300.000 behinderte und psychisch kranke Menschen wurden von 1939 bis 1945 von den Nationalsozialisten ermordet. Über 70.000 von ihnen starben in den Gaskammern von sechs Tötungsanstalten.

Eine von Ihnen war Rosa Schillings: Eine Frau, die durch persönliche Schicksalsschläge in die Maschinerie der nationalsozialistischen Psychiatrie geraten war. Eine Frau, die sich trotz aller Schikanen in den Heil- und Pflegeanstalten nicht beugen ließ. Eine Frau, die am 2. Mai 1941 in Hadamar in der Gaskammer ermordet wurde.

Das Buch ist eine würdige Sichtbarmachung von Rosa Schillings, die widerständig und bei Sinnen blieb, aber, wie sie es selbst vorausahnend formulierte, „ohne Sinnen gestorben“ ist. Rosa Schillings steht stellvertretend für die vielen, teils immer noch namenlosen Opfer der nationalsozialistischen Diktatur.

Rosa Schillings Geschichte beruht auf den Erzählungen ihres Sohnes, auf Dokumenten, Schriftstücken und Briefen, die sich in Familienbesitz der Autorin befinden, und auf Rosas Krankenakte aus dem Bundesarchiv Berlin.

Gabriele Lübke, Jahrgang 1959, ist die Enkelin von Rosa Schillings. Sie studierte Wirtschaftswirtschaft an der FernUniversität in Hagen und arbeitet seit über 30 Jahren im Hochschulbereich.

Martina Stöppel | 14.03.2022