Veranstaltung

„Das Dorf gibt es nicht mehr!“

Formen alevitischer Lebensführung in der neuen Urbanität

Termin(e) Leitung
Ort/Raum
Sa, 16.07.2022
10:00 - 14:00
Elif Uğurlu M.A.
WBK - Wissen, Bildung, Kultur
Die Fragen des Religiösen und nach der Religion sind heute in globalisierten modernen Gesellschaften kein Überbleibsel aus einer vergangenen Zeit. Vielmehr handelt es sich um Fragen, die gesellschaftliche Zusammenhänge sowie die individuelle Lebensführung prägen.
Dabei sind die Erscheinungsformen des Religiösen im Alltag der Menschen je nach Religion und Glaubensrichtung unterschiedlich und können ihre Form verändern.
Am Beispiel der religiösen Lebensführung der Glaubensgemeinschaft der Aleviten soll das Dorf-Stadt Verhältnis näher betrachtet werden.

Das Seminar führt kurz in die zentralen historischen Entwicklungen, Glaubensinhalte und -praktiken der Aleviten ein. Anhand von zahlreichen Beispielen wird die spezifische Lage der Aleviten in der Türkei und im Migrationskontext nachgezeichnet. Zum einen wird versucht, die Formen alevitischer Lebensführung kennenzulernen und zum anderen der Frage nach dem Wandel alevitischer Organisationsformen im städtischen Kontext nachzugehen.

Elif Uğurlu, M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrgebiet für Mikrosoziologie an der FernUniversität in Hagen. Sie studierte Sozialwissenschaften in Gießen (B.A.) und Soziologie (M.A.) in Münster. Bei ihrer im Mai 2021 eingereichten Doktorarbeit mit dem Titel „Multiple Übersetzung der Religion: Zu Formen und Formaten alevitischer Religiosität“ an der Universität Münster im Fach Soziologie ging es um die in der Türkei nicht anerkannte Glaubensgemeinschaft und ihre Form der Organisation. Elif Uğurlus Forschungsinteressen sind Religion und Familie im Migrationskontext, Übersetzungstheorie, Diversität, Islam und Gender sowie qualitativ rekonstruktive Methoden.

Hinweis: Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung bis zum 7. Juli 2022 in der Geschäftsstelle des Campusstandortes Coesfeld erforderlich.

Martina Stöppel | 26.04.2022