Gespräche zur Regionalgeschichte an Rhein und Ruhr

Veranstaltungsreihe seit 2012

Auch das Ruhrgebiet hat – selbst wenn es einiger Fantasie bedarf, sich dies vor­zustellen – eine vorindustrielle Geschichte. So entstand im Jahr 2012 am Lehrstuhl für die „Geschichte des Mittelalters unter besonderer Berücksichtigung des späten Mittelalters“ der Ruhr-Universität Bochum die Idee, die Veranstaltungs­reihe „Gespräche zur Regionalgeschichte an Rhein und Ruhr“ ins Leben zu ru­fen, um diesem Mangel wenigstens ansatzweise abzuhelfen. Der Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Nikolas Jaspert und Dr. Stefan Pätzold (zu dieser Zeit stellvertretender Leiter des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte), beschlossen damals, einmal im Jahr ein Kolloquium zu regionalgeschichtlichen Themen zu organisieren. Nach Nikolas Jasperts Berufung an die Universität Heidelberg im Jahr 2013 fehlte den Gesprächen vorübergehend eine akademische Heimat.

Hagener Forschungsdialog

Sie fanden jedoch 2015 dank des Engagements von Frau Prof. Dr. Felicitas Schmieder, der Vertreterin des Lehrgebiets „Geschichte und Gegenwart Alteuropas“, ein neues Zuhause an der FernUniversi­tät in Hagen, die im Rahmen des „Hagener Forschungsdialogs“ die Kooperation mit wissenschaftlichen Initiativen des näheren und weiteren Raumes großzügig unter­stützt.

paetzold_schmieder18Foto: Burkhard Beyer
Dr. Stefan Pätzold/ Prof. Dr. Felicitas Schmieder

Die „Gespräche“ zeichnen sich durch vier wesentliche Merkmale aus. Erstens: Die Veranstaltungen fördern die Erforschung und Diskussion historischer Phänomene der vorindustriellen Geschichte des seit 1867 „Ruhrgebiet“ genannten Raums. Zweitens: Sie dienen der Überwindung von Forschungsgrenzen zwischen der „rheinischen“ und der „westfälischen“ Landesgeschichte, die sachlich nicht an­gemessen sind, sich vielmehr aus dem räumlichen Zuschnitt der preußischen Pro­vinzen Rheinland bzw. Westfalen ergeben haben. Die „Gespräche“ betonen damit die gemeinsamen Kräfte in der Geschichte des historischen Raumes zwischen Rhein und Ruhr. Drittens: Sie schaffen ein niedrigschwelliges Kommunikationsangebot für professionelle Historikerinnen und Historiker an Universitäten, außeruniversitären Instituten, (Landes- wie Kommunal-)Archiven, Museen und anderen Einrichtungen sowie für fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. Und schließlich viertens: Die „Gespräche“ verfolgen ein offenes Konzept der Erforschung der Region an Rhein und Ruhr während der Vormoderne. Thematische oder theore­tische Vorgaben werden nicht gemacht. Deshalb hat die hier betriebene „Regionalgeschichte“ auch nichts gemein mit der marxistisch-leninistisch ausgerichteten Regionalgeschichte der DDR-Geschichtswissenschaft, mit dem gleichnamigen westdeutschen Konzept der 1970er-Jahre, das sich – dem Paradigma der „Historischen Sozialwissenschaft“ folgend und Strukturen wie überindividuelle Prozesse in den Vordergrund stellend – in begrenzten Räumen vornehmlich wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Fragen zuwandte, und ebenso wenig mit anderen, unter der gleichen Bezeichnung existierenden wissenschaftlichen Unternehmungen.

Die bisher abgehaltenen „Gespräche“ waren folgenden Themen gewidmet:

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Veröffentlichungen

Eine Publikation von Beiträgen zu den Gesprächen zur Regionalgeschichte war zunächst nicht vorgesehen. Im Anschluss an die „Gespräche“ des Jahres 2016 wur­den an die Veranstalter jedoch wiederholt Bitten herangetragen, die Referate zu ver­öffentlichen. Die Historische Kommission für Westfalen erklärte sich freundlicher­weise bereit, den Band über die „Grafen von der Mark“, herausgegeben von Stefan Pätzold und Felicitas Schmieder, in ihre Schriftenreihe aufzunehmen, das Buch ist 2018 als Band 41 der „Neuen Folge“ erschienen. Die Nachfrage war erfreulicher­weise so groß, dass der Band 2020 nachgedruckt werden musste. Mit dem Band über „Westfalen in der Zeit der Salier“ erscheinen nun auch die Beiträge einer weiteren Veranstaltung der Tagungsreihe im Druck.

Aktuelles

Logo Stadt Müllheim an der Ruhr

Die nächsten „Gespräche zur Regionalgeschichte an Rhein und Ruhr“ werden, so ist es zumindest geplant, am 25. März 2022 in Mülheim an der Ruhr stattfinden. Sie behandeln unter dem Titel „Ein Kloster im Wandel. Die Saarner Zisterzienserinnen in Mittelalter und früher Neuzeit“ Aspekte der Geschichte des Zisterzienserinnenklosters Mariensaal in [Mülheim an der Ruhr-] Saarn und finden als Kooperationsveranstaltung mit dem „Verein der Freunde und Förderer des Klosters Saarn e.V.“ sowie dem Archiv der Stadt Mülheim an der Ruhr in der Begegnungsstätte Kloster Saarn statt.

Das Organisationsteam / Kontaktadressen

17.11.2021