Artikelserie: FernUniCamp Teil 1 – Zentrale statistische Kennwerte anhand des Alters und Genders der Teilnehmenden

Das Lehrgebiet der Mediendidaktik geht auf die durch die Digitalisierung hervorgerufenen gesellschaftlichen Veränderungen im Lehr- und Lernprozess ein. In diesem Rahmen haben wir im letzten Jahr das erste FernUniCamp durchgeführt. Eine unserer Ausgangsfragen war,  in welcher Weise ein Barcamp Format die Fernlehre unterstützen bzw. ergänzen könnte.

Die Statistik unterstützt uns häufig darin, Hypothesen und Annahmen zu bestätigen oder zurückzuweisen. Mit ihr als Grundlage können beispielsweise subjektive Erfahrungen untermauert oder als Einzelfall erkannt werden.

So sind in der nachfolgenden Abbildung 1 beispielsweise die Teilnehmenden nach der Altersverteilung und dem selbst zugeordneten Geschlecht aufgeführt.

Abb. 1: Mit SPSS erstellte Balkendiagramme mit der Altersverteilung und Gender der FernUniCamp-Teilnehmenden der FernUniversität in Hagen.

Einige der statistischen Auswertungen zum FernUniCamp wollen wir hier im Blog vorstellen und starten dazu eine kleine Artikelserie.

In dem ersten Artikel der Serie gehen wir zum Einen auf zentrale statistische Kennwerte (Mittelwert, Median, Modalwert, Varianz und Standardabweichung) ein und wer darüber hinaus wissen möchte, wie sich diese in der Statistik berechnen lassen, findet dazu jeweils eine kurze Anleitung.

In Abbildung 1 werden die Altersstruktur und Gender der Teilnehmenden am FernUniCamp dargestellt. Die Altersstruktur und Gender der Studierenden bzw. der Absolventen und Absolventinnen der FernUni im WS 2014/2015 werden in der Abbildung 2 illustriert. 

Wie durch Abbildung 1 verdeutlicht wurde, bestand das BarCamp aus 15 Teilnehmenden. Davon waren 10 weiblich und fünf Teilnehmer männlich. Jeweils fünf Personen der Teilnehmerschaft lässt sich den Altersintervallen „30-39 Jahre“, „40-49 Jahre“ und „50-59 Jahre“ zuordnen. Im Vergleich mit den Studierenden der FernUniversität in Hagen liegt der Altersschwerpunkt um die 30-35 Jahre (siehe Abbildung 2). Innerhalb der kultur- und sozialwissenschaftlichen Fakultät überwiegt mit 925 Personen der Anteil an Absolventinnen (siehe Abbildung 2). Wohingegen die Fakultät für „Mathematik und Informatik“ einen erheblich höheren Anteil an Absolventen (284), als Absolventinnen (39) aufweist (siehe Abbildung 2).


Auswertungsmethode zum Alter und Gender

Das Gender wurde anhand einer Nominalskala erfasst. Nominalskalierte Daten wurden in Bezug auf das Geschlecht erfasst, in dem zwei Kategorien in Form von männlich und weiblich gebildet wurden. Bei nominalskalierten Daten ist es allerdings nicht sinnvoll Mittelwerte zu bilden. Weiterhin sind Maße der Variabilität (bspw. der mittleren Abweichung, der Varianz und der Standardabweichung) nicht sinnvoll, da Zahlen nicht von Bedeutung  sind und nur zur Unterscheidung der Kategorien der Merkmale von Bedeutung sind.

Eine Erfassung des Modalwerts ist bei dieser Datenerfassung sinnvoll und wird weiter unten genau ausgeführt.

Die Erfassung des Alters der Teilnehmenden erfolgte über ein ordinal skaliertes Niveau. Eine Ordinalskala ermöglicht die Verwendung des Medians und des Modalwerts.
Bei der Ordinalskala geht es darum eine Reihenfolge bzw. eine Rangreihe zu bilden. Die Abstände zwischen den Daten können nicht konkret bestimmt werden. Allerdings sind Aussagen wie “Person A ist älter als Person B” oder “Person C ist jünger als Person D” möglich.


Arithmetische Mittel (fiktives Beispiel)

Bei vielen mathematischen Verfahren nimmt der Mittelwert eine zentrale Rolle ein. Um den Mittelwert zu berechnen, müssen die beobachteten Werte addiert werden und durch die Anzahl der Werte dividiert werden (Rasch, Friese, Hofmann & Neumann, 2014). Dabei müssen die Daten mindestens intervallskaliert sein. Bei der Verwendung dieses Skalenniveaus werden vorher definierte Abstände festgelegt. Die in diesem Blog erwähnten Variablen Gender und Alter eignen sich, aufgrund des fehlenden Intervallskalenniveaus, nicht für die Berechnung des Mittelwerts. Daher wurde ein fiktives Beispiel erstellt.

Beispiel: 7 Personen, die beim FernUniCamp teilgenommen haben, wurden nach ihrem Alter befragt. Folgende Daten konnten erfasst werden: 18 Jahre, 80 Jahre, 35 Jahre, 20 Jahre, 35 Jahre, 55 Jahre, 27 Jahre.

Der Mittelwert des Beispiels wird wie folgt berechnet: xMittelwert = 18 Jahre + 80 Jahre + 20 Jahre + 20 Jahre + 35 Jahre, 55 Jahre, 27 Jahre/ 7 = 36.43 Jahre.

Somit ist das Durchschnittsalter xMittelwert = 36,4286 Jahre. Gerundet ist der Mittelwert also xMittelwert = 36,43 Jahre.

Median (angewendet auf das Alter der Teilnehmenden des FernUniCamps)

Der Median ist der Wert, der in der Mitte einer Datenverteilung liegt (Duller, 2013). Dabei werden die Werte ausgehend vom kleinsten bis zum größten Wert sortiert. Wenn der Datensatz eine gerade Anzahl an Messwerten enthält, dann werden die beiden mittleren Werte gemittelt und bilden den Median. Der Median ist vor allem dann eine gute Alternative, wenn der Mittelwert aus sehr hohen und niedrigen Werten berechnet wurde.

Beispiel: 5 * (30-39 Jahre) + 5*(40-49 Jahre) + 5*(50-59). 

Die „5*“ beschreibt in diesem Zusammenhang, dass z.B. das Altersintervall „30-39 Jahre“ fünfmal vorgekommen ist. Der Median ist somit „40-49 Jahre“.

Modus oder Modalwert (angewendet auf Gender der Teilnehmenden des FernUniCamps)

Der Modalwert ist der Wert, der am häufigsten vorkommt (Duller, 2013). So kommt bei Gender des FernUniCamps das weibliche Geschlecht am häufigsten vor. 

Varianz (fiktives Beispiel)

Berechnet wird die Varianz, indem jeder Wert mit dem Mittelwert subtrahiert wird. Der übriggebliebene Wert wird quadriert und jeweils mit den anderen Werten aufsummiert (Bühner, 2006). Die Varianz ist also ein Maß für die Abweichung vom Mittelwert.
Beispiel: 7 Personen, die beim FernUniCamp teilgenommen haben, wurden nach ihrem Alter befragt. Folgende Daten konnten erfasst werden: 18 Jahre, 80 Jahre, 35 Jahre, 20 Jahre, 35 Jahre, 55 Jahre, 27 Jahre.

Der Mittelwert wurde bereits oben berechnet xMittelwert = 36,4286.
sx2 = (18-36,4286)2 + (20-36,4286)2 + (20-36,4286)2 + (27-36,4286)2 + (35-36,4286)2 + (55-36,4286)2 + (80-36,4286)2 / 7 = 459,1020.

Die Varianz ist ein schwierig zu interpretierender Wert, da sie durch die Quadrierung eine andere Einheit besitzt und nicht direkt mit den Messwerten vergleichbar ist. Oft stellt die Berechnung der Varianz nur ein Zwischenschritt dar, da mit diesem Ergebnis die aussagekräftigere Standardabweichung berechnet werden kann.

Standardabweichung (fiktives Beispiel)

Für die Berechnung der Standardabweichung muss aus der Varianz die (quadratische) Wurzel gezogen werden (Bühner, 2006).


Beispiel: 7 Personen, die beim FernUniCamp teilgenommen haben, wurden nach ihrem Alter befragt. Folgende Daten konnten erfasst werden: 18 Jahre, 80 Jahre, 35 Jahre, 20 Jahre, 35 Jahre, 55 Jahre, 27 Jahre.

Die Varianz sx2 = 459,1020 wurde bereits oben berechnet.

Gerundet beträgt die Standardabweichung des fiktiven Beispiels 21,43 Jahre. Die Standardabweichung beschreibt wie weit jeder Wert bzw. im o. g. Beispiel das Alter, vom Mittelwert entfernt ist. Ein hohe Standardabweichung deutet auf viele unterschiedliche Werte hin. Währenddessen eine niedrige Standardabweichung auf einheitliche Werte hinweist und der Mittelwert die Daten tatsächlich repräsentiert. Die hohe Standardabweichung des Beispiels verweist auf unterschiedliche Altersklassen und ein Blick auf die Daten bestätigt diese Annahme.

Literatur

Bühner, M. (2006). Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion (2. aktual. Aufl.). München: Pearson Studium.

Duller, C. (2013). Einführung in die Statistik mit EXCEL und SPSS. Ein anwendungsorientiertes Lehr- und Arbeitsbuch (3. aktual. Aufl.). Heidelberg: Springer-Verlag.

Rasch, B., Friese, M., Hofmann, & W., Neumann, E. (2014). Quantitative Methoden 1. Einführung in die Statistik für Psychologen und Sozialwissenschaftler (4. aktual. Aufl.). Heidelberg: Springer-Verlag.

Save the Date: FernUniCamp-08./09.September 2017

Save the date-FernUniCamp17

Save the date-FernUniCamp17

Das Datum steht: Vom 08. – 09. Sept. 2017 wird an der FernUniversität in Hagen unter dem Motto: „Gleichschaltung oder Vielfalt? Digitalisierung in der (Fern)Lehre“ das zweite FernUniCamp stattfinden, ein offenes Format für Wissensaustausch und Networking.

Wenn das Orga-Team des FernUniCamps genug Sponsoring an Land zieht, natürlich.

Rückblick auf das erste FernUniCamp

Auf unserem ersten FernUniCamp haben wir neue und spannende Menschen getroffen und näher kennen gelernt (Networking), viele spannende Dinge von euch erfahren und von euch gelernt (Wissensaustausch). Die persönliche und fast schon familiäre Atmosphäre wurde von dem Umfeld, das uns die FernUniversität mit seiner Infrastruktur geboten hatte, unterstützt.

Damit das FernUniCamp stattfinden kann, brauchen es eure Unterstützung!

So, und jetzt braucht das Orga-Team für das Camp das Wichtigste: EUCH.

Aboniert den Blog, folgt dem Twitteraccount (@fernunicamp)  oder tragt euch in das Facebook-Event ein.

Erzählt möglichen Sponsoren, wie toll Barcamps sind und wie wichtig es ist, dass sie sich dort präsentieren und connected sie mit uns ( d.i. Sponsoring = jana.hochberg@fernuni-hagen.de)

Erzählt ALLEN, bloggt, twittert, facebookt und snapchattet über das #FernUniCamp (und bringt einfach ein bis zwei Leute mindestens mit).

Let’s camp!

Was steckt hinter dem Motto?

Entstanden ist das Motto aus folgenden Überlegungen:

Ein Bestreben der FernUniversität in Hagen liegt darin, sich mit den veränderten Anforderungen an hochschulischer Fernlehre in den Aspekten der Diversität und Digitalität auseinanderzusetzen, um die Wertvorstellungen, Lebensumstände und den Interessen der Fernstudierenden aufzunehmen. Die Realisierung dieser Grundanforderungen an Diversität und Digitalität geht mit Fragestellungen zur diversitätsgerechteren und digitalisierten Gestaltung der Lehr- und Lernkontexte einher (Hofstede, 1986; Kamentz & Schudnagis, 2002; Porter & Gamoran, 2002; Stuber, 2009).

Im Rahmen des FernUniCamps 2017 sollen Diversity und Digitalität mit Fokus auf die hochschuldidaktischen Fernlehre diskutiert werden. Eine Hybridisierung wird technologisch induziert, eröffnet aber auch individuelle Integrations- und Sinnstiftungsprozesse. Es werden zwei Schwerpunktthemen angedacht:

Diversität, als ersten Schwerpunkt, definiert Thomas (1992) mit dem simplen Terminus “similarities” und umfasst damit Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen, wie die sozio-kulturelle Herkunft, der ethno-sprachliche Hintergrund, Geschlecht und Gender etc. (Krell, 2008). Mit diesem Verständnis von Diversity gestaltet sich der Diskurs facettenreich und dynamisch.

Der zweite Schwerpunkt eröffnet ebenso einen facettenreichen und dynamischen Ansatz von digitalen Lehr-, Lern- und Prüfungsszenarien. Hochschulbildung regt in diesem Kontext eigenverantwortliches und weitgehend selbsttätiges Lernen an (nach Wildt, 2004).

Angesichts der beiden Schwerpunkte gilt es, Lehr- und Lerninhalte in Bezug auf Bildungsplanung und Didaktik neu zu gestalten und Fernstudierende selbst in den Mittelpunkt hochschuldidaktischer Bemühungen zu rücken. Eine diversitätssensible Zielgruppendifferenzierung in Fernlehr- und Fernlernsettings fördert eine diskriminierungsfreie Fernlernkultur, partizipative Teilhabe am Wissensbildungsprozess und fordert die Berücksichtigung diverser Lernstile, Erfahrungen und Lernmethoden (Carell, 2006). Digitale Lehr- und Lernszenarien unterstützten Individualisierungs-, Kommunikations-, Interaktivitäts- und Kollaborationsprozesse (Kerres, 2001; Schulmeister, 2004).

Jöran ruft an: WAS IST DAS FERNUNICAMP UND GIBT ES IRGENDEINEN ZUSAMMENHANG ZUM EDUCAMP?

FOTO VON MARKUS DEIMAN PRIVAT UND JANA HOCHBERG CC BY 4.0

In ein paar Tagen wird das #FernUniCamp16 an der FernUniversität in Hagen stattfinden. Als Organisatoren im Lehrgebiet der Mediendidaktik wurden Markus und ich von Jöran in seiner kleinen PodCast-Reihe zu „Jöran ruft an“ dazu befragt:

  1. was sich hinter dem FernUniCamp verbirgt und
  2. in welchem Zusammenhang die Organisatoren oder auch das FernUniCamp zu den EduCamps stehen.

Jöran ruft an“ ist kurz, schnell und greift aktuelle Bildungsinhalte auf. Eingeleitet wird diese Folge von Jöran auf seinem Blog Jöran und Konsorten mit:

„Endlich mal ein BarCamp!“ Das war die Reaktion vieler Studierender an der Fernuni Hagen, als Jana Hochberg und Markus Deimann das erste FernUniCamp ins Leben gerufen haben. Die zweitägige Veranstaltung bietet eine Mischung aus Workshops am ersten Tag und ein BarCamp am zweiten Tag. Thematischer Schwerpunkt ist die digitalisierte Fernlehre.

(Quelle: www.http://www.joeran.de/jra028-edu-barcamps-fernunicamp)

In den Podcast reinhören: Jöran spricht mit Jana Hochberg und Markus Deimann, die in diesem Jahr zum ersten FernUniCamp eingeladen haben.

 

Links

FernUniCamp (Blog)
Twitter (@fernunicamp)

Anreise und Übernachtung in Hagen zum #FernUniCamp16?

Anreise mit Bahn und Bus

Reist du mit der Bahn an, so bringt dich die Buslinie 515 direkt zur Haltestelle FernUniversität. Einen Fahrplan kannst du auf der Webseite des VRR  abrufen.

Anreise mit dem Auto

Reist du mit dem Auto an, erreichst du Hagen über die Autobahnen A1 oder A46.

Übernachten in Hagen

Tatsächlich ist das gar nicht so einfach, aber möglich! Ein paar dieser Optionen haben wir für euch in einer Google-Map gesammelt.

Bedenke auch gerne solche Optionen, wie Airbnb.

Wir haben ein paar Angebote in den unterschiedlichen Kategorien zusammengestellt. Gerne sammeln und ergänzen wir weitere Vorschläge 🙂 Schreibe dazu in einem Kommentar unter diesem Beitrag deine Ergänzung und wir pflegen diese so schnell, wie möglich ein.

Warum ein BarCamp an der FernUniversität in Hagen anbieten?

Warum wollen wir ein BarCamp an der FernUniversität in Hagen zur Digitalisierng und FernLehre anbieten? Die Internetpräsenz zum BarCamp „FernUniCamp“ findet ihr auf: http://fernunicamp.de

Kurzfassung:

Alles digital oder was? Bildung und Fernlehre im digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung krempelt die Gesellschaft gerade mächtig um. Kein Bereich scheint davon verschont, auch die Bildung nicht. Seit einiger Zeit kursiert daher das Buzzword “Digitale Bildung” in den Medien. Was damit aber gemeint ist, bleibt unklar. Es will auf jeden Fall was anderes als E-Learning sein, da die Digitalisierung sich nicht nur auf die klassischen pädagogischen Aufgaben wie Wissensvermittlung und -überprüfung bezieht, sondern auch die Administration und Organisation von Bildung betrifft.

Mit dem FernUniCamp soll eine Plattform angeboten werden, um dieses Thema zu diskutieren, was Digitalisierung für die Fernlehre und Bildung allgemein bedeutet. Ansätze sind bspw.:

  • Wer soll lernen? Zugang ist dank Open Educational Resources und Massive Open Online Courses meist kostenfrei möglich. Allerdings ist damit noch keine Betreuung garantiert. Wie sieht eine faire Finanzierung jenseits von Kommerzialisierung und Privatisierung aus?
  • Was wollen wir lernen? Wissens ist frei im Netz verfügbar, wie lässt sich Auswahl noch sinnvoll bestimmen?
  • Wie wollen wir lernen? Durch die Vielfalt der medialen Formate scheinen methodische Standards (Vorlesung, Seminar) in Frage gestellt zu werden. Wie aber könnten sinnvolle digitale Methoden aussehen?
  • Wie wird überprüft, dass was gelernt wurde? Die Frage der Zertifizierung stellt sich u.a. dank Nano-Degrees neu. Welche weiteren Abschlussformate sind denkbar?

Hintergrund des FernUniCamps

Im Rahmen der Lehr-Werkstatt (internes FernUni Projekt) und Social Software-Werkstatt (internes FernUni-Projekt) wurden Fragen seitens der Mitarbeitenden/Lehrenden und Studierenden der FernUniversität in Hagen an das Lehrgebiet der Mediendidaktik nach der individuellen Unterstützung in der Entwicklung digitaler didaktischer Szenarien für einzelne Lehrgebiete angefragt. Des Weiteren wurden Anfragen bzgl. der individuellen Begleitung in der technischen Umsetzung von Social Software Implentierungen angefragt.

Dieser Bedarf wurde im Rahmen des Social Software Projektes aufgegriffen und wird im Format eines BarCamps, einer Form der digitalen Bildung, angeboten. Digitale Bildung beschreibt den gesamten Prozess der Bildung mit dem Einsatz digitaler Medien. Die digitale Bildung ist ein kontinuierlicher Prozess, der Individuuen dazu befähigen soll, ihr Wirken in einer digitalisierten Welt aktiv zu gestalten.

Mit dem Verlassen des Industriezeitalters und den Übertritt in das Informationszeitalter verändern sich parallel die Strukturen in der Aus- und Weiterbildung (Maching, 2013). Die individuelle Verantwortung des Individuums steigt, indem es seinem Leben durch bewusst herbeigeführte freiwillige Entscheidungen Sinn gibt. Mit dieser Weiterentwicklung verschwimmen organisatorische Strukturen und regulierte Prozessabläufe (Urry, 2000) und viele Bereiche des Alltags erfahren damit einen tiefgreienden Strukturwandel (Voß, 1998). Die Öffnung von starren Strukturen, Hierarchieabbau, Dezentralisierung und Netzwerkbildung bieten dem Individuum jedoch auch eine Chance für mehr Autonomie, Selbstorganisation und Selbstkontrolle. Die veränderten gesellschaftlichen Anforderungen führen zudem zu einer Chance eines lebenslangen Lernens, wodurch sich neue Lerngewohnheiten und neue Formen der Selbstmotivierung bilden können (Plath, 2000). Auf der anderen Seite ist jedoch zu sehen, dass das Aufbrechen der etablierten Strukturen ein enormes Risiko der Überforderung und Demotivierung des Einzelnen in sich birgt (Plath, 2000). Dabei geht es über den Erwerb von Faktenwissen hinaus, hin zur Fähigkeit, sich Wissen selbst organisiert anzueignen, es anzuwenden und kreative Lösungen für Handlungsherausforderungen eigenständig zu entwickeln bzw. zu suchen.

In diesem dynamischen Prozess der Handlungsherausforderungen verändert sich die Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden. Jedes Individuum ist zeitgleich Lernender und Lehrender. Es lernt auf der einen Seite Handlungsdefiziten kreativ zu begegnen und kann zugleich auf der anderen Seite seine Handlungserfahrungen und das darin erworbene Wissen weitergeben. Aufgrund dynamischer und ständiger Lebensweltveränderungen in der digitalisierten Gesellschaft ist das Individuum dazu aufgefordert, sich lebenslang mit Handlungsdefiziten auseinanderzusetzen.

Mit der Entwicklung des Formats BarCamp wird diesen veränderten Ansprüchen am Lernen und Lernen begegnet. Damit einhergehend wandeln sich beispielsweise Begrifflichkeiten, indem aus Lehrende und Lernende, Teilgebende werden. Die Individuen, die an einem BarCamp teilnehmen, bringen ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten ein, um das BarCamp erfolgreich zu gestalten, darüber hinaus bringen sie ihre eigenen Handlungsherausforderungen mit, um diese mit interessierten Teilgebenden zu erörtert und zu diskutiert. Ein BarCamp kann mit dieser Grundlage als Ermöglichngsraum interpretiert werden.

Dieser Ermöglichungsraum wird im Rahmen des Social Software Projektes angeboten. Mitarbeitende, Lehrende und Studierende der FernUniversität in Hagen erhalten damit die Option ihre eigenen sehr individuellen Handlungsherausforderungen selbstverantwortlich nachzugehen. Mit der Öffnung des Formats über die FernUniversität in Hagen hinaus wird der Zugang zu weiterem Expertenwissen möglich. Des Weiteren können Interessierte mit Teilgebenden aus dem direkten Umkreis der FernUniversität in Hagen in den Diskurs „digitaler Bildung und ihre Auswirkungen auf FernLehre und Bildung“ treten. Mit der Öffnung werden zentrale Elemente digitaler Bildung, wie Netzwerkbildung, der Öffnung starrer Strukturen, Hierarchieabbau und Dezentralisierung umgesetzt.

Save the Date! #FernUniCamp16

Alles digital oder was? Bildung und Fernlehre im digitalen Zeitalter

 

fernunicamp16

 

Ein FernUniCamp mit Workshop-Programm und Kolloquium? Ja. Wir wollen Studierende, Mitarbeitende im Hochschulbetrieb und Interessierte zusammenbringen und haben uns aus diesem Grund für diese Dreier-Kombination entschieden. Die Workshops werden mit dem Kolloquium parallel angeboten, während das FernUniCamp im BarCamp-Format für sich allein steht. Mit den vorgelagerten Workshops und dem Kolloquium wollen wir insbesondere BarCamp-Newbies einen Anreiz bieten, um das offene Austauschformat eines BarCamps kennen zu lernen.

Wir laden zum #FernUniCamp16 am 23. und 24.09.2016 in unser Headquarter nach Hagen ein.

 Save the Date!

Organisiert wird das #FernUniCamp16 vom Lehrgebiet der Mediendidaktik der FernUniversität in Hagen.