FernUni-MOOCs: „Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft“

Am 12. Juni startet bereits der zweite MOOC: Teilnehmen können alle Interessierten

Ihren ersten MOOC (Massive Open Online Course) bot die FernUniversität in Hagen vom 29. April an vier Wochen lang in Form eines „Interdisziplinären Diskurses zur digitalen Gesellschaft“ über die Lernplattform Moodle an. Alle vier Fakultäten waren an diesem MOOC beteiligt, alle Studierendenden der FernUniversität zur kostenfreien Teilnahme unter http://mooc.fernuni-hagen.de eingeladen.

Inhalte mit Social-Software-Tools bearbeiten

Am Anfang jeder Woche gab es ein rund 15-minütiges Impulsreferat und thematisch daran anschließend eine Aufgabe. Als Studienleistung wird der MOOC zwar nicht anerkannt, aber wer „am Ball“ blieb, alle vier Aufgaben löste und am Ende einen Erfahrungsbericht in Moodle hochlud, bekam ein Teilnahmezertifikat. Zur Bearbeitung standen den Studierenden in diesem MOOC nicht nur verschiedene Hintergrundinformationen (z. B. Texte, Videos), zur Verfügung. Sie konnten und sollten außerdem über verschiedene Social-Software-Tools – zum Beispiel den Kurznachrichtendienst Twitter oder die Plattform Scoop.it – ihre Ideen und Gedanken mit den anderen Teilnehmenden diskutieren, eigene Beiträge veröffentlichen und die der anderen analysieren. „Die Studierenden generierten so neues, eigenes Wissen und stellten dieses im Idealfall auf der MOOC-Internetseite der FernUniversität wiederum der Community zur Verfügung. Es war auch möglich, nicht-öffentlich im geschützten Moodle-Bereich zu agieren“, erklärt Prof. Dr. Theo Bastiaens. Der Leiter des Lehrgebiets Mediendidaktik hatte den ersten MOOC der FernUniversität im Rahmen seines Forschungsprojekts „Social Software“ initiiert.

MOOC ist Experiment

In diesem von der FernUniversität finanzierten Projekt erforschen und implementieren Bastiaens und sein Team ein didaktisches Modell zum Einsatz von Social Software in der Hochschullehre. Unter dem Begriff Social Software sind webbasierte Anwendungen wie Blogs, Wikis und Netzwerkplattformen zusammengefasst. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, Lehrende und Studierende durch den Einsatz von Social Software in konkreten Lernsituationen zu unterstützen. Das große Potenzial von Social Software in der Hochschullehre sieht der Bildungswissenschaftler vor allem darin, dass die Akteure im Lernprozess miteinander in eine soziale Beziehung treten und interagieren. So wird der Aufbau kollaborativer Wissenskonstruktionen gefördert. „Damit der Einsatz von Social Software einen Mehrwert in der Lehre hat, ist ein didaktisches Konzept Voraussetzung. Und genau daran arbeiten wir gerade. Dieser erste MOOC ist deshalb als Experiment zu verstehen. Er ist eines von vielen Instrumenten, das wir in unserem Forschungsprojekt testen“, unterstreicht Bastiaens.

„Hauptzielgruppe sind unsere Studierenden“

MOOCs werden bereits von Hochschulen, Institutionen und Unternehmen weltweit eingesetzt. Nicht immer erfolgreich. „Viele dieser Angebote scheitern, weil sie nicht strukturiert sind, die Zielgruppe nicht klar definiert und vor allem zu groß ist“, weiß Bildungswissenschaftler Bastiaens. „Deshalb war dieser erste MOOC der FernUniversität ein Angebot für unsere Hauptzielgruppe – für die rund 84.000 Studierenden.“ Die Ergebnisse aus diesem ersten MOOC wurden unter http://mooc.fernuni-hagen.defür alle Interessierten veröffentlicht.

Illustration(Copyright: Christine Schulmann)

Die vier Themenwochen

Prof. Bastiaens eröffnete am 29. April den MOOC mit seinem Impulsreferat „Neues Lernen – neue Lehre? Der Homo Zappiens an der Uni“. Woche zwei startete mit dem Vortrag „Informationsmanagement: Brücke zwischen Business und IT“ von Prof. Dr. Ulrike Baumöl, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Das Thema von Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth, Rechtswissenschaftliche Fakultät, war in Woche drei „Internetanschluss – für die eigenwirtschaftliche Lebensführung von überragender Bedeutung“. Die letzte Woche drehte sich um die Frage „Digitale Unterschriften und Zitate – Mit wem rede ich gerade im Internet?“ Das Impulsreferat hierzu hielt Prof. Dr. Jörg Keller, Fakultät für Mathematik und Informatik.

Stimmen (Erfahrungen und Einschätzungen) zum FernUni-MOOC.

  • Offen für alle Interessierten: Zweiter MOOC der FernUni startet im Juni

Thema des sechsteiligen cMOOC ist das wissenschaftliche Arbeiten

Nach dem erfolgreichen Auftakt legen die Lehrgebiete Mediendidaktik und Allgemeine Bildungswissenschaft der FernUniversität ab 12. Juni 2013 einen weiteren Massive Open Online Course auf: Teilnehmen können beim so genannten cMOOC – das „c“ steht für konnektivistisch – diesmal alle Interessierten. Sie entdecken auf einer sechsteiligen Reise „die Insel der Forschung“ (siehe Abbildung der Insel in diesem Wiki) und beschäftigen sich mit vielfältigen Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Sozialwissenschaft. Teilnahme und Rückmeldungen beim cMOOC sind über den Kurznachrichtendienst Twitter möglich.

Die Umsetzung des cMOOC ist eine Kooperation der Lehrgebiete Mediendidatik (Prof. Dr. Theo Bastiaens, Dr. Markus Deimann) und Allgemeine Bildungswissenschaft (Dr. Sebastian Vogt) und ist Teil des Forschungsprojektes „Social Software“, das von der FernUniversität finanziert wird.

Sechs Referentinnen und Referenten geben Anregungen und Impulse

Das Konzept der cMOOC-Veranstalter begreift das Netz als offenen, digitalen Raum zur Kollaboration und Kommunikation. Verschiedene Referentinnen und Referenten werden live spannende Fragen des wissenschaftlichen Arbeitens aufgreifen. Ihre Namen möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten, schließlich handelt es sich um eine Forschungs- und Entdeckungsreise…

Die Termine und Themen der Vorträge stehen bereits fest:

  • Mi, 12. Juni 2013, 18 Uhr: Was ist wissenschaftliches Arbeiten?
  • Do, 20. Juni 2013, 18 Uhr: Wie funktioniert eine Literaturrecherche?
  • Do, 27. Juni 2013, 18 Uhr: Wozu brauche ich eine Forschungsfrage?
  • Do, 4. Juli 2013, 18 Uhr: Wie findet man methodisch Antworten auf die Forschungsfrage?
  • Do, 11. Juli 2013, 18 Uhr: Wozu braucht man ab und an Mathematik und Statistik im Forschungsprozess?
  • Do, 18. Juli 2013, 18 Uhr: Auf den Punkt gebracht: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?

Twitter als aktiver Rückmeldekanal während der Vorträge

Alle Impulsvorträge überträgt das Zentrum für Medien und IT der FernUni per Live-Stream ins Netz. Die Teilnehmenden können sich während und nach der Übertragung beim Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort melden, Fragen stellen und mitdiskutieren. Schlagwort des zweiten FernUni-MOOC, der so genannte Hashtag, ist#exif13. Zudem gibt es ein eigenes Twitterprofil unter www.twitter.com/exif13 mit Neuigkeiten, Hinweisen und Links (u.a. zu den Live-Streams) rund um die Vortragsthemen.