Social Software an deutschen Hochschulen – ein aktueller Überblick

Social Media (auch als Social Software bezeichnet) verbreitet sich mit rasanter Geschwindigkeit in alle gesellschaftlichen Bereiche hinein. Auch die Hochschullehre ist davon „betroffen“ und erste Versuche sind im Gange, die Potentiale von Social Software genauer auszuloten. Noch ist die empirische Basis eher dünn, Thesen wie z.B. „Social Software unterstützt das Selbststudium“ können so noch nicht überprüft werden und sind damit eher spekulativ.
Im Folgenden soll daher eine kurze Übersicht von Studien zum Einsatz von Social Software an deutschsprachigen Hochschulen gegeben werden.

Die Studie Mediennutzungsgewohnheiten im Wandel. Ergebnisse einer Befragung zur studiumsbezogenen Mediennutzung von Grosch und Gidion (2011) zeichnet ein differenziertes Bild der Verbreitung von Social Software am Karlsruher Institut für Technologie (KIT; vormals Universität Karlsruhe). Dabei geht die Nutzung weit über die formalen Angebote des KIT hinaus und umfassen eine Reihe innovativer Applikationen (z.B. das Abstimmungs- und Terminfindungswerkzeug Doodle). Konkret ist allerdings lediglich bekannt, „(…) dass Studierende grundsätzlich alle Angebote zu jeder Zeit und an jedem Ort nutzen können“ und die Möglichkeit, „(…) alle Studierenden in ihrer virtuellen Lernumgebung ständig erreichen und ihren Studienfortschritt mittels adäquater Medienangebote unterstützen zu können“ (S. 93). Auffallend ist weiterhin eine Diskrepanz der Zufriedenheit mit externen und internen Social Software Angeboten, wobei die externen insgesamt etwas besser abschneiden. Die Autoren empfehlen vor diesem Hintergrund, eine differenzierte Betrachtung der Mediendienste und bei strategischen Überlegungen die Studierenden miteinzubeziehen. Damit wird ein Handlungsbedarf definiert und folgende Vorschläge zur Medienentwicklung formuliert:

  1. Entwicklung und Integration von einzelnen Social Media Diensten
  2. Entwicklung von Konzepten und Strategien zu Mediennutzung und -einsatz im Kontext des Studiums
  3. Entwicklung einer begleitenden Forschungsperspektive

Für den praktischen Einsatz hilfreich ist der Leitfaden Social Media herausgegeben vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) im Jahr 2010. Dieser Report ist hauptsächlich für Unternehmen geschrieben, bietet jedoch auch für Hochschule wichtige Informationen, wie z.B. die sog. Social Media Guidelines. Zugänglich ist der Leitfaden hier.

Tobias Thelen vom Zentrum für Informationsmanagement und virtuelle Lehre der Universität Osnarbrück unterscheidet in seinem Vortrag (Video gibt es hier) „Lehren und Lernen mit Sozialen Netzwerken – Ein Überblick“ zwischen Primär-, Sekundär- und Distributionsartefakte.

Informationsartefakte

Die Nutzung von Social Software kann laut Thelen unterschieden werden nach folgenden Kriterien:

  • Öffentlichkeit: Ist das Angebot öffentlich, geschlossen oder unsichtbar
  • Datenhoheit: Ist es ein externer Betreiber (z.B. Twitter), ein Betreiber mit Bezug (z.B. Hochschule) oder der Nutzer selbst.
  • Einsatzweise: Wird Social Software formell oder informell eingesetzt?
  • Artefaktmöglichkeiten: Wer darf Artefakte (siehe oben) machen? Z.B. gibt es die Möglichkeit für Primäreartefakte bei Studierenden oder nur bei Lehrenden.

 

 

 
 
Die Abbildung erfolgt mit  freundlicher Genehmigung des Erstellers.

 

 

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