Anspruch und Wirklichkeit zum Lernen im Social Web

Es ist eigentlich keine große Überraschung, dass sich in der Dissertation von Birgit Spies „Lernen im Social Web. Eine Vergleichsstudie mit deutschen und amerikanischen Studierenden“ erhebliche Unterschiede hinsichtlich der beiden Konstrukte ergaben.

So zum Themenkomplex Lernen (S. 211):

Der Lernbegriff wird von den Studierenden beider Länder unterschiedlich assoziiert: Deutsche Studierende verbinden Lernen eher mit der Auseinandersetzung mit unbekannten Themen und der Bearbeitung von Skripten als amerikanische Studierende. Amerikanische Studierende verbinden Lernen eher mit dem Gewinnen von neuen Ein- bzw. Ansichten und der Erweiterung von Lebenserfahrung als deutsche Studierende.

und zum Bereich informelles Lernen in sozialen Netzwerken (S. 213):

Informelles Lernen in Sozialen Online Netzwerken hat sich zumindest für einen Teil der Studierenden etabliert. Das Netzwerk wird jedoch von den Studierenden unterschiedlich genutzt: Deutsche Studierende nutzen das Soziale Online Netzwerk eher für Organisation und Absprache, amerikanische Studierende eher zur Weitergabe von Wissen.

Überraschend im Sinne von „es gibt keine klaren Befunde“ dürfte es eher für alle sein, die in Web 2.0 und Social Media so starke Kräfte sehen, um das Lernen zu revolutionieren. Es ist prinzipiell auch wenig sinnvoll, Technologien per se bestimmte pädagogische Qualitäten zuzusprechen. Das wird zwar durchaus von der Bildungsindustrie immer wieder versucht, nur um dann enttäuscht zu reagieren, wenn sich die Hoffnungen (wie in der oben genannten Dissertation) nicht bewahrheiten.

In ihrem sehr lesenswerten Artikel zeigen Edward Hamilton und Norm Friesen auf, mit welchen Mythen nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Wissenschaft gearbeitet wird, wenn es darum geht, die Vorteile von „neuen Medien“ anzupreisen. Sie unterscheiden dabei zwei gleichermaßen problematische Orientierungen:

1. Essentialismus (=die Annahme, es gibt bestimmte, inhärente Eigenschaften, die außerhalb unseres Einflussbereichs sind)

Essentialism privileges technology itself in assessing its social value. Here, it is expected that technical functionality will lead to the realization of an associated human potential once the technology is in place. In online education research, this approach is evident in the vast number of studies that claim an intrinsic connection between learning systems and some school of pedagogical thought and practice – most frequently constructivism or cognitivism. (p. 4f)

2. Instrumentalismus

Whereas essentialist accounts internalize social functions to technology, instrumentalism privileges users and their pre-defined goals. In instrumentalist accounts of online education, the functional moments of education (delivering content, providing feedback, conducting research, scaffolding, etc.) are described and then linked to the abstract features of a technology. (p. 7)

Es scheint somit wichtig, nicht per se mit bestimmten Erwartungen und Werthaltung an die pädagogische Arbeit mit Technologien zu gehen. Spannend wird es doch ohnehin erst dann, wenn Technik auf Menschen trifft. Denn wer kann schon so genau antizipieren, was dann passiert. Ethan Zuckerman gibt in seinem Buch „Rewire“ zahlreiche Beispiele dafür, wie im Unterschied zu geplanter bzw. vorgeschriebener Nutzung, Menschen Innovationen verwendeten.

Für die Bildungswissenschaft ergibt sich dadurch nicht weniger, sondern eher mehr Arbeit.

 

 

Macht Facebook wirklich glücklich?

Facebook, Twitter, Google+ und Co. sind deshalb so beliebt, weil sie mit kurzen Statusmeldungen (Like, Favorite) einen ständig aktuellen Informations(zu)fluss gewährleisten. Es steckt jedoch noch mehr dahinter. Wie in dieser Studie (Abstract, PPT-Zusammenfassung) gezeigt wird, hat das Posten von Statusmeldungen einen Einfluss auf die empfundene Verbundenheit und das Einsamkeitsempfinden. Teilnehmende aus der Experimentalgruppe wurde gebeten, in einem bestimmten Zeitraum mehr Statusmeldungen als sonst üblich zu veröffentlichen. Die Kontrollgruppenteilnehmende sollten unverändert posten.

Es zeigte sich dann, dass diejenigen, die mehr als bisher posteten, sich weniger einsam fühlten und mehr mit anderen verbunden. Interessanterweise zeigte sich dieser Effekt auch dann, wenn die Statusmeldungen nicht auf Reaktionen stießen. Also auch dann, wenn es kein Like für einen Beitrag gibt.

 

 

Social Software bei Verbänden und Parteien – Der Partizipationsmythos

Gerade erschien bei der Otto Benner Stiftung die Studie „Der Partizipationsmythos“. Entgegen der oft verbreiteten Ansicht, dass Social Media zu höherer Beteiligung der NutzerInnen führen, konstatiert diese Untersuchung:

„Verbände und Parteien nutzen soziale Medien vorwiegend für Verlautbarungen und Einweg-Kommunikation. “

Eine aktive Beteiligung von Interessengruppen scheint somit nicht die Regel zu sein. Stattdessen geht es primär um den „Vertrieb“ von Informationen, also die klassische Pressearbeit, die bisher über Zeitung, Rundfunk und Fernsehen stattgefunden hat. Allerdings handelt es sich dabei um  One-To-Many Medien, die Botschaften an möglichst viele Menschen übermitteln, ohne dabei jedoch Aufschluss darüber zu haben, ob diese auch tatsächlich ankommen.

Mit dem sog. „Mitmach-Web“ kann sich das radikal ändern, da nun im Prinzip alle Empfänger der Botschaft die Möglichkeit haben, diese zu kommentieren. Im Prinzip meint dabei, dass neben einem Internetanschluss auch die Kompetenz und die Bereitschaft vorhanden sein sollte, sich mit digitalen Medien auseinanderzusetzen. Wie die bekannte 90-9-1 Regel von Nielsen nahelegt, ist die Möglichkeit zur Partizipation in der Realität weniger technisch als sozial bzw. individuell eingeschränkt.

Problematisch ist, und das macht die Studie deutlich, wenn die Partizipation von vornherein eingeschränkt wird und ein Mythos konstruiert wird:

„Viele Verbände versprechen eine neue Mitmachkultur, mehr Transparenz und damit eine lebendigere Demokratie. In der grauen Wirklichkeit finden sich vor allem Einbahnstraßenangebote“, so der Leiter der Studie, Olaf Hoffjann.

Zertifikat zum MOOC #exif13

Liebe Teilnehmende im MOOC #exif13,

Sie möchten gern Ihre Teilnahme am ExIF13 zertifiziert haben? Dann senden Sie bitte eine Email mit dem Betreff „ExiF13 Zertifikat“ an Markus Deimann und Sebastian Vogt. Bitte teilen Sie uns darin folgende Informationen mit:

* Name, Vorname
* Wohnanschrift
* Geburtsdatum und Geburtsort

* Links zu allen medialen Artefakten, an denen Sie während des ExIF13 beteiligt waren und mit denen wir Ihre Kompetenzentwicklung messen dürfen.

Bei weiteren Fragen bitte fragen.

Grüße vom cMOOC-Team,

Markus Deimann und Sebastian Vogt

Welche Unterrichtsmedien sind für welche Unterrichtsmethoden geeignet? Einige grundsätzliche Vorüberlegungen.

Dieser Blogbeitrag beleuchtet die Frage, mittels welcher Analyseschritte Lehrpersonen Medien für Ihren Unterricht systematisch auswählen können und gibt einige Faustregeln an die Hand, die zu einer fundierteren Medienwahl in der Bildungspraxis beitragen können. Dabei erfolgt zugleich eine kurze Einführung in die Ansätze des  Instruktionsdesigns (nach Merrill, 2002) und der instruktionalen Medienwahl (nach Sugrue & Clark, 2000), welche die wissenschaftliche Basis für die hier gemachten Überlegungen bereitstellen.

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Erste Auswertung zum MOOC #iddg13: Diskussionsschwerpunkte

Woche 1: Lehren und Lernen in der digitalen Gesellschaft
Das mit 51 Beiträgen am intensivsten diskutierte Thema war „Mobiles Lernen mit dem Handy in der Schule – Herausforderung und Chance“. Zentrale Aspekte dieser Diskussion, waren neben den Potenzialen des mobilen Lernens, wie einem ubiquitären Zugang zu Lehrinhalten, auch dessen Probleme, wie die oft noch fehlenden didaktischen Einsatzkonzepte für Smartphones, das mancherorts innovationsfeindliches Klima in Schulen und das Risiko für die Kinder, auf ein wertvolles technisches Gerät Acht geben zu müssen.

Mit 41 Beiträgen ebenfalls stark frequentiert war das Thema „Digital Natives“, in dem die wissenschaftliche Legitimät und der empirische Geltungsbereich  dieser Generationendiagnose differenziert diskutiert wurde.

Woche 2: Informationsmanagement: Brücke zwischen Business und IT
Am meisten diskutiert war mit 32 Beiträgen das Thema „Beteiligungen in sozialen Organisationen/Non-Profits“. Zentral war die Frage, inwieweit auch nicht gewinnorientierte, soziale Organisationen das Web-2.0 für ihre Wertschöpfungsprozesse nutzbarmachen können.

Mit 20 Beiträgen folgt das Thema „WKI“ (Webbasierte kollektive Intelligenz). Im Zentrum der Debatte stand die Frage, ob die webgestützte Partizipation an unternehmerischen Entwicklungsprozessen ein weiterer Entwicklungsschritt hin zum „arbeitenden Kunden“ ist oder ob letztlich beide Seiten Vorteile davon haben.

Woche 3: „Internetanschluss – für die eigenwirtschaftliche Lebensführung von überragender Bedeutung“
Mit 24 bzw. 20 Beiträgen wurde die Debatte von den Treads „Grundrecht auf Internet“ und „Was würden wir nur ohne Internet machen“ beherrscht. Dabei stand besonders die Frage im Vordergrund, ob das Schlagwort vom „Grundrecht auf Internet“ nicht konsequenterweise auch ein Grundrecht auf die den Zugang ermöglichenden technischen Gerät impliziert. Daneben wurde diskutiert, inwieweit es sinnvoll ist, den Internetanschluss in die Klasse der Güter aufzunehmen, die für die eigenwirtschaftliche Lebensführung von überragender Bedeutung sind.

Woche 4: „Digitale Unterschriften und Zertifikate – Mit wem rede ich gerade im Internet?“
Mit 30 Beiträgen stand in dieser Woche das Thema „Gibt es Unterschiede zwischen Vertrauen im echten Leben und im Web?“ im Vordergrund. Zentral für die Diskussion war die Frage, ob internetvermittelte Kontakte grundsätzlich weniger vertraulich als Echtweltkontakte ausfallen müssen und welche unterschiedlichen Vertrauensindizien im Web und in der Echtwelt zur Verfügung stehen.

Daneben wurde auch die nicht ganz unproblemtische Einrichtung eines Zertifikats für die Fernuni-Mailadressen der Teilnehmer thematisiert.

 

Insgesamt zeigte sich eine lebhafte und fundierte Diskussion, die viele Aspekte der aktuellen Debatten zur digitalen Gesellschaft aufgriff. Wir hoffen, dass sich diese spannende Auseinandersetzung an anderen Stellen im Netz fortsetzt.

FernUni-MOOCs: „Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft“

Am 12. Juni startet bereits der zweite MOOC: Teilnehmen können alle Interessierten

Ihren ersten MOOC (Massive Open Online Course) bot die FernUniversität in Hagen vom 29. April an vier Wochen lang in Form eines „Interdisziplinären Diskurses zur digitalen Gesellschaft“ über die Lernplattform Moodle an. Alle vier Fakultäten waren an diesem MOOC beteiligt, alle Studierendenden der FernUniversität zur kostenfreien Teilnahme unter http://mooc.fernuni-hagen.de eingeladen.

Inhalte mit Social-Software-Tools bearbeiten

Am Anfang jeder Woche gab es ein rund 15-minütiges Impulsreferat und thematisch daran anschließend eine Aufgabe. Als Studienleistung wird der MOOC zwar nicht anerkannt, aber wer „am Ball“ blieb, alle vier Aufgaben löste und am Ende einen Erfahrungsbericht in Moodle hochlud, bekam ein Teilnahmezertifikat. Zur Bearbeitung standen den Studierenden in diesem MOOC nicht nur verschiedene Hintergrundinformationen (z. B. Texte, Videos), zur Verfügung. Sie konnten und sollten außerdem über verschiedene Social-Software-Tools – zum Beispiel den Kurznachrichtendienst Twitter oder die Plattform Scoop.it – ihre Ideen und Gedanken mit den anderen Teilnehmenden diskutieren, eigene Beiträge veröffentlichen und die der anderen analysieren. „Die Studierenden generierten so neues, eigenes Wissen und stellten dieses im Idealfall auf der MOOC-Internetseite der FernUniversität wiederum der Community zur Verfügung. Es war auch möglich, nicht-öffentlich im geschützten Moodle-Bereich zu agieren“, erklärt Prof. Dr. Theo Bastiaens. Der Leiter des Lehrgebiets Mediendidaktik hatte den ersten MOOC der FernUniversität im Rahmen seines Forschungsprojekts „Social Software“ initiiert.

MOOC ist Experiment

In diesem von der FernUniversität finanzierten Projekt erforschen und implementieren Bastiaens und sein Team ein didaktisches Modell zum Einsatz von Social Software in der Hochschullehre. Unter dem Begriff Social Software sind webbasierte Anwendungen wie Blogs, Wikis und Netzwerkplattformen zusammengefasst. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, Lehrende und Studierende durch den Einsatz von Social Software in konkreten Lernsituationen zu unterstützen. Das große Potenzial von Social Software in der Hochschullehre sieht der Bildungswissenschaftler vor allem darin, dass die Akteure im Lernprozess miteinander in eine soziale Beziehung treten und interagieren. So wird der Aufbau kollaborativer Wissenskonstruktionen gefördert. „Damit der Einsatz von Social Software einen Mehrwert in der Lehre hat, ist ein didaktisches Konzept Voraussetzung. Und genau daran arbeiten wir gerade. Dieser erste MOOC ist deshalb als Experiment zu verstehen. Er ist eines von vielen Instrumenten, das wir in unserem Forschungsprojekt testen“, unterstreicht Bastiaens.

„Hauptzielgruppe sind unsere Studierenden“

MOOCs werden bereits von Hochschulen, Institutionen und Unternehmen weltweit eingesetzt. Nicht immer erfolgreich. „Viele dieser Angebote scheitern, weil sie nicht strukturiert sind, die Zielgruppe nicht klar definiert und vor allem zu groß ist“, weiß Bildungswissenschaftler Bastiaens. „Deshalb war dieser erste MOOC der FernUniversität ein Angebot für unsere Hauptzielgruppe – für die rund 84.000 Studierenden.“ Die Ergebnisse aus diesem ersten MOOC wurden unter http://mooc.fernuni-hagen.defür alle Interessierten veröffentlicht.

Illustration(Copyright: Christine Schulmann)

Die vier Themenwochen

Prof. Bastiaens eröffnete am 29. April den MOOC mit seinem Impulsreferat „Neues Lernen – neue Lehre? Der Homo Zappiens an der Uni“. Woche zwei startete mit dem Vortrag „Informationsmanagement: Brücke zwischen Business und IT“ von Prof. Dr. Ulrike Baumöl, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Das Thema von Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth, Rechtswissenschaftliche Fakultät, war in Woche drei „Internetanschluss – für die eigenwirtschaftliche Lebensführung von überragender Bedeutung“. Die letzte Woche drehte sich um die Frage „Digitale Unterschriften und Zitate – Mit wem rede ich gerade im Internet?“ Das Impulsreferat hierzu hielt Prof. Dr. Jörg Keller, Fakultät für Mathematik und Informatik.

Stimmen (Erfahrungen und Einschätzungen) zum FernUni-MOOC.

  • Offen für alle Interessierten: Zweiter MOOC der FernUni startet im Juni

Thema des sechsteiligen cMOOC ist das wissenschaftliche Arbeiten

Nach dem erfolgreichen Auftakt legen die Lehrgebiete Mediendidaktik und Allgemeine Bildungswissenschaft der FernUniversität ab 12. Juni 2013 einen weiteren Massive Open Online Course auf: Teilnehmen können beim so genannten cMOOC – das „c“ steht für konnektivistisch – diesmal alle Interessierten. Sie entdecken auf einer sechsteiligen Reise „die Insel der Forschung“ (siehe Abbildung der Insel in diesem Wiki) und beschäftigen sich mit vielfältigen Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Sozialwissenschaft. Teilnahme und Rückmeldungen beim cMOOC sind über den Kurznachrichtendienst Twitter möglich.

Die Umsetzung des cMOOC ist eine Kooperation der Lehrgebiete Mediendidatik (Prof. Dr. Theo Bastiaens, Dr. Markus Deimann) und Allgemeine Bildungswissenschaft (Dr. Sebastian Vogt) und ist Teil des Forschungsprojektes „Social Software“, das von der FernUniversität finanziert wird.

Sechs Referentinnen und Referenten geben Anregungen und Impulse

Das Konzept der cMOOC-Veranstalter begreift das Netz als offenen, digitalen Raum zur Kollaboration und Kommunikation. Verschiedene Referentinnen und Referenten werden live spannende Fragen des wissenschaftlichen Arbeitens aufgreifen. Ihre Namen möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten, schließlich handelt es sich um eine Forschungs- und Entdeckungsreise…

Die Termine und Themen der Vorträge stehen bereits fest:

  • Mi, 12. Juni 2013, 18 Uhr: Was ist wissenschaftliches Arbeiten?
  • Do, 20. Juni 2013, 18 Uhr: Wie funktioniert eine Literaturrecherche?
  • Do, 27. Juni 2013, 18 Uhr: Wozu brauche ich eine Forschungsfrage?
  • Do, 4. Juli 2013, 18 Uhr: Wie findet man methodisch Antworten auf die Forschungsfrage?
  • Do, 11. Juli 2013, 18 Uhr: Wozu braucht man ab und an Mathematik und Statistik im Forschungsprozess?
  • Do, 18. Juli 2013, 18 Uhr: Auf den Punkt gebracht: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?

Twitter als aktiver Rückmeldekanal während der Vorträge

Alle Impulsvorträge überträgt das Zentrum für Medien und IT der FernUni per Live-Stream ins Netz. Die Teilnehmenden können sich während und nach der Übertragung beim Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort melden, Fragen stellen und mitdiskutieren. Schlagwort des zweiten FernUni-MOOC, der so genannte Hashtag, ist#exif13. Zudem gibt es ein eigenes Twitterprofil unter www.twitter.com/exif13 mit Neuigkeiten, Hinweisen und Links (u.a. zu den Live-Streams) rund um die Vortragsthemen.

„Wir als Lehrende bekommen viele wertvolle Impulse“

Feedback zum gelungenen ersten MOOC der FernUniversität

Er ist vorbei – der erste MOOC (Massive Open Online Course) der FernUniversität. Vier Wochen, vier Themen und das Ziel, einen interdisziplinären Diskurs zur digitalen Gesellschaft anzuregen. Und dieses Ziel wurde ohne Frage erreicht: 1350 Studierende haben am MOOC teilgenommen und viele kreative Text- und Tonbeiträge auf der FernUni-internen Lernplattform moodle und über externe Kanäle (z. B. Blogs) gepostet. Die Auswertung der Ergebnisse aus diesem MOOC erfolgt zurzeit und wird in wenigen Wochen unter http://mooc.fernuni-hagen.debereitgestellt.

Eine Studentin aus dem Bachelorstudiengang Bildungswissenschaft hat uns ihre Erfahrungen und Eindrücke geschildert:

„Die Flut der Beiträge – besonders in der ersten Woche – kam streckenweise einem Informations-Tsunami gleich, der über mich wegschwappte. Nach kurzer Zeit musste ich feststellen, dass ich unmöglich alle lesen kann. Dennoch habe ich für mich sehr viel interessante Erkenntnisse aus diesem MOOC mitnehmen können, und das ist vielleicht die wichtigste: lernen zu selektieren. Die zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien erleichterten zusätzlich die Konzentration auf die Fragestellung der Woche und den Umgang mit dem streckenweise empfundenen „kognitiven Overload“. Ich habe mich bei der Themenauswahl auf ein, zwei für mich auch im Kontext meines Studiums besonders interessante Aspekte beschränkt und dazu eigene Beiträge gepostet sowie bei Kommilitonen in deren Threads mitdiskutiert. Ich muss nicht alle Beiträge lesen, um mich am MOOC zu beteiligen. Mehr geht nicht und ist zeitlich nicht zu schaffen. Aber mehr muss vielleicht auch nicht sein, sondern weniger ist vielleicht sogar mehr. Die Beteiligung am MOOC stärkt neben der Erarbeitung der diskutierten Inhalte nach meinem Eindruck auf jeden Fall die Fähigkeit, sich auf ausgewählte Themeninhalte zu konzentrieren und sich diese Themen selbständig und vertiefend zu erarbeiten.“

Und wie sieht das Fazit von Prof. Dr. Theo Bastiaens aus? Der Leiter des Lehrgebiets Mediendidaktik hatte den ersten MOOC der FernUniversität im Rahmen seines Forschungsprojekts „Social Software“ initiiert.

„Wir sind überwältigt von der Masse und der größtenteils sehr hohen Qualität der Beiträge. Dieser MOOC war für uns ein Experiment, das gelungen ist. Es hat sich als gut und richtig erwiesen, dass wir die Gruppe der Teilnehmenden auf die Studierenden der FernUniversität beschränkt haben. Ein MOOC funktioniert nur, wenn die Zielgruppe klar definiert ist. Und, das ist Grundvoraussetzung, wenn er auf einem ausgereiften didaktischen Konzept beruht. Neben mir und den anderen drei Referenten waren acht Mitarbeitende mehrere Wochen in die Vorbereitung dieses MOOC eingebunden. Die Arbeit, die hinter diesem Projekt steht, hat sich für alle gelohnt. Wir als Lehrende bekommen durch die fruchtbaren Diskussionen in diesem MOOC auch viele neue und wertvolle Impulse.“

Die größte Facebook-Studie aller Zeiten

Auf der Webseite 3tn wird über die größte Facebook-Studie, die bislang gemacht wurde berichtet. Die Stichprobe umfasst ca. 0,1% aller Facebook NutzerInnen weltweit. Diese haben mit dem sog. „Personal-Analytics“-Tool, entwickelt von Stephen Wolfram ihr eigenes Profil analysiert.

Damit handelt es sich hier nicht um die sonst üblichen Hochrechnungen, sondern um „echte“ belastbare Daten, mit deren Hilfe sich wohl auch so einige Mythen, die rund um Facebook ranken, ausräumen lassen.

Bericht zum Einsatz von Social Software in der Hochschullehre

Im Weiterbildungsblog von Jochen Robes wird auf einen Bericht zu Einsatzmöglichkeiten sozialer Medien an den Hochschulen verwiesen.

Aus dem Abstract:

Die wachsende Verbreitung sozialer Medien und Netzwerke stellt die Hochschulen vor neue kommunikative Herausforderungen. Soziale Medien tragen zu einem stärkeren Austausch der Hochschulen mit ihren Anspruchsgruppen und einer neuen Dynamik akademischer Kommunikation bei. Soziale Medien wie facebook, LinkedIn, Twitter, YouTube, Flickr oder SlideShare fördern Austausch, soziale Interaktionen und Kooperation im Internet, begünstigen die Partizipation von Internetnutzern an der Online-Kommunikation und machen Benutzer damit – zumindest potenziell – zu aktiven Produzenten. Angesichts der wachsenden Akzeptanz sozialer Medien und der starken Präsenz junger Menschen vor allem in sozialen Netzwerken bedienen sich auch Hochschulen zunehmend interaktiver Medien und Internet-Plattformen. Die für die Hochschulen geeigneten Einsatzbereiche differieren erheblich voneinander. Für die Hochschule als Gesamtsystem bietet sich unter anderem die externe Öffentlichkeitsarbeit, für Forscher der Austausch auf Wissenschaftsplattformen und für Lehrende die Seminarkommunikation an. Der folgende Beitrag zeichnet exemplarisch Möglichkeiten der Nutzung sozialer Medien in der Hochschulpraxis nach und beleuchtet Besonderheiten, die dabei zu berücksichtigen sind

Der vollständige Beitrag ist hier (PDF) zu finden.