FernUni-MOOCs: „Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft“

Am 12. Juni startet bereits der zweite MOOC: Teilnehmen können alle Interessierten

Ihren ersten MOOC (Massive Open Online Course) bot die FernUniversität in Hagen vom 29. April an vier Wochen lang in Form eines „Interdisziplinären Diskurses zur digitalen Gesellschaft“ über die Lernplattform Moodle an. Alle vier Fakultäten waren an diesem MOOC beteiligt, alle Studierendenden der FernUniversität zur kostenfreien Teilnahme unter http://mooc.fernuni-hagen.de eingeladen.

Inhalte mit Social-Software-Tools bearbeiten

Am Anfang jeder Woche gab es ein rund 15-minütiges Impulsreferat und thematisch daran anschließend eine Aufgabe. Als Studienleistung wird der MOOC zwar nicht anerkannt, aber wer „am Ball“ blieb, alle vier Aufgaben löste und am Ende einen Erfahrungsbericht in Moodle hochlud, bekam ein Teilnahmezertifikat. Zur Bearbeitung standen den Studierenden in diesem MOOC nicht nur verschiedene Hintergrundinformationen (z. B. Texte, Videos), zur Verfügung. Sie konnten und sollten außerdem über verschiedene Social-Software-Tools – zum Beispiel den Kurznachrichtendienst Twitter oder die Plattform Scoop.it – ihre Ideen und Gedanken mit den anderen Teilnehmenden diskutieren, eigene Beiträge veröffentlichen und die der anderen analysieren. „Die Studierenden generierten so neues, eigenes Wissen und stellten dieses im Idealfall auf der MOOC-Internetseite der FernUniversität wiederum der Community zur Verfügung. Es war auch möglich, nicht-öffentlich im geschützten Moodle-Bereich zu agieren“, erklärt Prof. Dr. Theo Bastiaens. Der Leiter des Lehrgebiets Mediendidaktik hatte den ersten MOOC der FernUniversität im Rahmen seines Forschungsprojekts „Social Software“ initiiert.

MOOC ist Experiment

In diesem von der FernUniversität finanzierten Projekt erforschen und implementieren Bastiaens und sein Team ein didaktisches Modell zum Einsatz von Social Software in der Hochschullehre. Unter dem Begriff Social Software sind webbasierte Anwendungen wie Blogs, Wikis und Netzwerkplattformen zusammengefasst. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, Lehrende und Studierende durch den Einsatz von Social Software in konkreten Lernsituationen zu unterstützen. Das große Potenzial von Social Software in der Hochschullehre sieht der Bildungswissenschaftler vor allem darin, dass die Akteure im Lernprozess miteinander in eine soziale Beziehung treten und interagieren. So wird der Aufbau kollaborativer Wissenskonstruktionen gefördert. „Damit der Einsatz von Social Software einen Mehrwert in der Lehre hat, ist ein didaktisches Konzept Voraussetzung. Und genau daran arbeiten wir gerade. Dieser erste MOOC ist deshalb als Experiment zu verstehen. Er ist eines von vielen Instrumenten, das wir in unserem Forschungsprojekt testen“, unterstreicht Bastiaens.

„Hauptzielgruppe sind unsere Studierenden“

MOOCs werden bereits von Hochschulen, Institutionen und Unternehmen weltweit eingesetzt. Nicht immer erfolgreich. „Viele dieser Angebote scheitern, weil sie nicht strukturiert sind, die Zielgruppe nicht klar definiert und vor allem zu groß ist“, weiß Bildungswissenschaftler Bastiaens. „Deshalb war dieser erste MOOC der FernUniversität ein Angebot für unsere Hauptzielgruppe – für die rund 84.000 Studierenden.“ Die Ergebnisse aus diesem ersten MOOC wurden unter http://mooc.fernuni-hagen.defür alle Interessierten veröffentlicht.

Illustration(Copyright: Christine Schulmann)

Die vier Themenwochen

Prof. Bastiaens eröffnete am 29. April den MOOC mit seinem Impulsreferat „Neues Lernen – neue Lehre? Der Homo Zappiens an der Uni“. Woche zwei startete mit dem Vortrag „Informationsmanagement: Brücke zwischen Business und IT“ von Prof. Dr. Ulrike Baumöl, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Das Thema von Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth, Rechtswissenschaftliche Fakultät, war in Woche drei „Internetanschluss – für die eigenwirtschaftliche Lebensführung von überragender Bedeutung“. Die letzte Woche drehte sich um die Frage „Digitale Unterschriften und Zitate – Mit wem rede ich gerade im Internet?“ Das Impulsreferat hierzu hielt Prof. Dr. Jörg Keller, Fakultät für Mathematik und Informatik.

Stimmen (Erfahrungen und Einschätzungen) zum FernUni-MOOC.

  • Offen für alle Interessierten: Zweiter MOOC der FernUni startet im Juni

Thema des sechsteiligen cMOOC ist das wissenschaftliche Arbeiten

Nach dem erfolgreichen Auftakt legen die Lehrgebiete Mediendidaktik und Allgemeine Bildungswissenschaft der FernUniversität ab 12. Juni 2013 einen weiteren Massive Open Online Course auf: Teilnehmen können beim so genannten cMOOC – das „c“ steht für konnektivistisch – diesmal alle Interessierten. Sie entdecken auf einer sechsteiligen Reise „die Insel der Forschung“ (siehe Abbildung der Insel in diesem Wiki) und beschäftigen sich mit vielfältigen Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Sozialwissenschaft. Teilnahme und Rückmeldungen beim cMOOC sind über den Kurznachrichtendienst Twitter möglich.

Die Umsetzung des cMOOC ist eine Kooperation der Lehrgebiete Mediendidatik (Prof. Dr. Theo Bastiaens, Dr. Markus Deimann) und Allgemeine Bildungswissenschaft (Dr. Sebastian Vogt) und ist Teil des Forschungsprojektes „Social Software“, das von der FernUniversität finanziert wird.

Sechs Referentinnen und Referenten geben Anregungen und Impulse

Das Konzept der cMOOC-Veranstalter begreift das Netz als offenen, digitalen Raum zur Kollaboration und Kommunikation. Verschiedene Referentinnen und Referenten werden live spannende Fragen des wissenschaftlichen Arbeitens aufgreifen. Ihre Namen möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten, schließlich handelt es sich um eine Forschungs- und Entdeckungsreise…

Die Termine und Themen der Vorträge stehen bereits fest:

  • Mi, 12. Juni 2013, 18 Uhr: Was ist wissenschaftliches Arbeiten?
  • Do, 20. Juni 2013, 18 Uhr: Wie funktioniert eine Literaturrecherche?
  • Do, 27. Juni 2013, 18 Uhr: Wozu brauche ich eine Forschungsfrage?
  • Do, 4. Juli 2013, 18 Uhr: Wie findet man methodisch Antworten auf die Forschungsfrage?
  • Do, 11. Juli 2013, 18 Uhr: Wozu braucht man ab und an Mathematik und Statistik im Forschungsprozess?
  • Do, 18. Juli 2013, 18 Uhr: Auf den Punkt gebracht: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?

Twitter als aktiver Rückmeldekanal während der Vorträge

Alle Impulsvorträge überträgt das Zentrum für Medien und IT der FernUni per Live-Stream ins Netz. Die Teilnehmenden können sich während und nach der Übertragung beim Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort melden, Fragen stellen und mitdiskutieren. Schlagwort des zweiten FernUni-MOOC, der so genannte Hashtag, ist#exif13. Zudem gibt es ein eigenes Twitterprofil unter www.twitter.com/exif13 mit Neuigkeiten, Hinweisen und Links (u.a. zu den Live-Streams) rund um die Vortragsthemen.

„Wir als Lehrende bekommen viele wertvolle Impulse“

Feedback zum gelungenen ersten MOOC der FernUniversität

Er ist vorbei – der erste MOOC (Massive Open Online Course) der FernUniversität. Vier Wochen, vier Themen und das Ziel, einen interdisziplinären Diskurs zur digitalen Gesellschaft anzuregen. Und dieses Ziel wurde ohne Frage erreicht: 1350 Studierende haben am MOOC teilgenommen und viele kreative Text- und Tonbeiträge auf der FernUni-internen Lernplattform moodle und über externe Kanäle (z. B. Blogs) gepostet. Die Auswertung der Ergebnisse aus diesem MOOC erfolgt zurzeit und wird in wenigen Wochen unter http://mooc.fernuni-hagen.debereitgestellt.

Eine Studentin aus dem Bachelorstudiengang Bildungswissenschaft hat uns ihre Erfahrungen und Eindrücke geschildert:

„Die Flut der Beiträge – besonders in der ersten Woche – kam streckenweise einem Informations-Tsunami gleich, der über mich wegschwappte. Nach kurzer Zeit musste ich feststellen, dass ich unmöglich alle lesen kann. Dennoch habe ich für mich sehr viel interessante Erkenntnisse aus diesem MOOC mitnehmen können, und das ist vielleicht die wichtigste: lernen zu selektieren. Die zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien erleichterten zusätzlich die Konzentration auf die Fragestellung der Woche und den Umgang mit dem streckenweise empfundenen „kognitiven Overload“. Ich habe mich bei der Themenauswahl auf ein, zwei für mich auch im Kontext meines Studiums besonders interessante Aspekte beschränkt und dazu eigene Beiträge gepostet sowie bei Kommilitonen in deren Threads mitdiskutiert. Ich muss nicht alle Beiträge lesen, um mich am MOOC zu beteiligen. Mehr geht nicht und ist zeitlich nicht zu schaffen. Aber mehr muss vielleicht auch nicht sein, sondern weniger ist vielleicht sogar mehr. Die Beteiligung am MOOC stärkt neben der Erarbeitung der diskutierten Inhalte nach meinem Eindruck auf jeden Fall die Fähigkeit, sich auf ausgewählte Themeninhalte zu konzentrieren und sich diese Themen selbständig und vertiefend zu erarbeiten.“

Und wie sieht das Fazit von Prof. Dr. Theo Bastiaens aus? Der Leiter des Lehrgebiets Mediendidaktik hatte den ersten MOOC der FernUniversität im Rahmen seines Forschungsprojekts „Social Software“ initiiert.

„Wir sind überwältigt von der Masse und der größtenteils sehr hohen Qualität der Beiträge. Dieser MOOC war für uns ein Experiment, das gelungen ist. Es hat sich als gut und richtig erwiesen, dass wir die Gruppe der Teilnehmenden auf die Studierenden der FernUniversität beschränkt haben. Ein MOOC funktioniert nur, wenn die Zielgruppe klar definiert ist. Und, das ist Grundvoraussetzung, wenn er auf einem ausgereiften didaktischen Konzept beruht. Neben mir und den anderen drei Referenten waren acht Mitarbeitende mehrere Wochen in die Vorbereitung dieses MOOC eingebunden. Die Arbeit, die hinter diesem Projekt steht, hat sich für alle gelohnt. Wir als Lehrende bekommen durch die fruchtbaren Diskussionen in diesem MOOC auch viele neue und wertvolle Impulse.“

Die größte Facebook-Studie aller Zeiten

Auf der Webseite 3tn wird über die größte Facebook-Studie, die bislang gemacht wurde berichtet. Die Stichprobe umfasst ca. 0,1% aller Facebook NutzerInnen weltweit. Diese haben mit dem sog. „Personal-Analytics“-Tool, entwickelt von Stephen Wolfram ihr eigenes Profil analysiert.

Damit handelt es sich hier nicht um die sonst üblichen Hochrechnungen, sondern um „echte“ belastbare Daten, mit deren Hilfe sich wohl auch so einige Mythen, die rund um Facebook ranken, ausräumen lassen.

Bericht zum Einsatz von Social Software in der Hochschullehre

Im Weiterbildungsblog von Jochen Robes wird auf einen Bericht zu Einsatzmöglichkeiten sozialer Medien an den Hochschulen verwiesen.

Aus dem Abstract:

Die wachsende Verbreitung sozialer Medien und Netzwerke stellt die Hochschulen vor neue kommunikative Herausforderungen. Soziale Medien tragen zu einem stärkeren Austausch der Hochschulen mit ihren Anspruchsgruppen und einer neuen Dynamik akademischer Kommunikation bei. Soziale Medien wie facebook, LinkedIn, Twitter, YouTube, Flickr oder SlideShare fördern Austausch, soziale Interaktionen und Kooperation im Internet, begünstigen die Partizipation von Internetnutzern an der Online-Kommunikation und machen Benutzer damit – zumindest potenziell – zu aktiven Produzenten. Angesichts der wachsenden Akzeptanz sozialer Medien und der starken Präsenz junger Menschen vor allem in sozialen Netzwerken bedienen sich auch Hochschulen zunehmend interaktiver Medien und Internet-Plattformen. Die für die Hochschulen geeigneten Einsatzbereiche differieren erheblich voneinander. Für die Hochschule als Gesamtsystem bietet sich unter anderem die externe Öffentlichkeitsarbeit, für Forscher der Austausch auf Wissenschaftsplattformen und für Lehrende die Seminarkommunikation an. Der folgende Beitrag zeichnet exemplarisch Möglichkeiten der Nutzung sozialer Medien in der Hochschulpraxis nach und beleuchtet Besonderheiten, die dabei zu berücksichtigen sind

Der vollständige Beitrag ist hier (PDF) zu finden.

Wie Sie sich in Moodle zum MOOC anmelden

Seit heute finden Sie hier die Moodlekursumgebung für den MOOC „Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft (#iddg13)“ der FernUniversität in Hagen. Für einen ersten informellen Austausch kann Sie jetzt genutzt werden.
Loggen Sie sich wie gewohnt mit Ihren Zugangsdaten in Moodle ein. Sie sehen jetzt die Startseite des MOOC. Um Zugang zu den Foren zu erhalten, wählen Sie bitte links unter „Administration“ die Option „Diese Lernumgebung in meine Liste aufnehmen“.
Auf der Folgeseite lassen Sie das Feld mit dem Zugangsschlüssel leer und bestätigen nur die Aufnahme der Lernumgebung.

Jetzt sind Sie freigeschaltet und haben vollen Zugang zu allen Informationen.
Sie benötigen keinen Zugangsschlüssel und es entstehen Ihnen keine zusätzlichen Kosten!

Viel Spaß beim „MOOCen“

Ankündigung: MOOC zur digitalen Gesellschaft startet nächste Woche

Ab dem 22.04.2013 beginnt die „Aufwärmphase“ des MOOC „Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft (#iddg13)“ der FernUniversität in Hagen.

mooc_logo

Der Kurs beleuchtet die verschiedenen Facetten der digitalen Gesellschaft und lädt alle Studierenden der FernUniversität zum Diskutieren ein. Damit soll ein Raum für interdisziplinären Austausch, jenseits von Fachgrenzen geschaffen werden. Jede der vier Fakultäten der FernUniversität präsentiert eine Sichtweise auf die digitale Gesellschaft und lädt zum Mitdenken ein.

Um Sie mit der Struktur des MOOC vertraut zu machen, stellen wir Ihnen hier die wichtigsten Eckpunkte vor:

Offene Kommunikation
Ihnen steht eine große Vielfalt an Werkzeugen zur Kommunikation zur Verfügung, die Sie ganz nach belieben auswählen können.
Dazu gehören:

  • Twitter: unter dem Hashtag #iddg13 können Sie alles, was Sie im Zusammenhang mit dem Kurs für wichtig halten, schnell an die anderen Teilnehmenden verbreiten. Zwar ist Twitter auf maximal 140 Zeichen begrenzt, jedoch können Sie durch Werkzeuge wie URL-Kürzer (Shortener) Platz sparen, beispielsweise mit der Anwendung bitly.
  • Moodle-Foren: Zu jedem Thema des Kurses gibt es ein eigenes Diskussionsforum, in dem Thesen aus den Vorträgen besprochen werden. Dazu gibt es eine Initialzündung durch den Referenten/die Referentin. Prinzipiell können Sie in diesen Foren zu allem Stellung nehmen, was Sie interessiert. Bitte achten Sie allerdings auf die Einordnung zum jeweiligen Schwerpunktthema. So erhöht sich die Chance, dass andere Interessierte auf Ihren Beitrag stoßen.
  • Moodle-Wiki: Hier können Sie Ihre eigenen Beiträge sowie interessant Netzfundstücke im geschlossenen Bereich von Moodle eintragen.
  •  Weitere Social Media Anwendungen wie Blogs oder Podcasts: Falls Sie einen eigenen Blog betreiben oder gerne einen kurzen Podcast mit Ihrem Beitrag produzieren möchten, freuen wir uns über Ihren Hinweis (z.B. per Twitter oder durch einen Wikieintrag).

Digitales Atelier
Mit dem Kurationswerkzeug Scoop.it! stellen wir Ihnen aktuelle digitale Netzfundstücke, die sich mit den Themen des Kurses befassen, vor. Scoop.it! bietet zudem die Möglichkeit, einzelne Fundstücke zu kommentieren, so dass Sie eine Einschätzung, wie Sie das Artefakt nutzen oder verarbeiten können, bekommen. Das Lehrgebiet Mediendidaktik betreibt für diesen MOOC ein eigenes Scoop.it!. Falls Sie Ihren Beitrag kuratieren möchten, geben Sie uns bitte eine Nachricht, wir nehmen ihn dann ins digitale Atelier auf.

Wochenrückblick
Für jeden Themenschwerpunkt stellen wir Ihnen einen kommentierten Rückblick zur Verfügung. Dort fassen wir die Diskussion nochmals zusammen, heben bestimmte Entwicklungen hervor und werfen Anschlussfragen für weitere Diskussionen auf.

Individueller Erfahrungsbericht
Alle Teilnehmenden, die eine Bescheinigung erwerben möchten, laden bitte am Ende des MOOCs Ihren persönlichen Bericht in Moodle hoch. Dort fassen Sie auf ca. zwei Seiten Ihre Eindrücke, Lernverläufe und sonstige Erfahrungen zusammen.

Teilnahmebescheinigung
Wenn Sie regelmäßig die Diskussionen verfolgt und einen persönlichen Erfahrungsbericht verfasst haben, bekommen Sie vom Lehrgebiet Mediendidaktik eine Teilnahmebescheinigung als PDF. Für Rückfragen und Anregungen zum MOOC können Sie mit uns Kontakt über diese Email-Adresse aufnehmen: Socialsoftware@fernuni-hagen.de

 

Alle weiteren wichtigen Informationen finden Sie auf dieser Webseite sowie in der begleitenden Moodle-Kursumgebung, die ab der kommenden Woche freigeschaltet sein wird. Wir laden Sie ein, sich dort mit der Struktur vertraut zu machen. Der eigentliche Start wird dann am 29.04 sein, wenn Prof. Bastiaens das Thema „Neues Lernen – neue Lehre? Der Homo Zappiens an der Uni“  vorstellt.

 

 

Neuer Online Kurs Persönliches Lern- und Wissensmanagement mit Social Media

Massive Open Online Courses (MOOC) beherrschen derzeit wie kaum ein anderes Thema die bildungspolitischen und bildungswissenschaftlichen Debatten (für eine kritische Auseinandersetzung siehe z.B. hier). In diesem Zusammenhang steht auch das folgende Angebot:

Die TU Dresden, die TU Chemnitz und die Uni Siegen veranstalten im Rahmen des LiT-Projekts „SOOC – Saxon Open Online Course“ im kommenden Semester (Kurszeitraum: Mai – Juli) einen E-Learning-Kurs zum Thema “Lernen 2.0 – Persönliches Lern- und Wissensmanagement mit Social Media”. Dieser wird in Form eines (c)MOOC durchgeführt und ist in vier jeweils zweiwöchige Themenblöcke gegliedert. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, wie Lernprozesse durch den Einsatz sozialer Medien bereichert oder vielleicht sogar revolutioniert werden können. Der Kurs wird kostenfrei sein und die Anzahl der Teilnehmer ist nicht begrenzt. Wer Interesse an der Teilnahme hat, findet weitere Informationen zum SOOC13 auf der Kurshomepage. Eine Anmeldung ist auch schon möglich.

 

Umsatzsteigerung durch Social Media?

Ein, wenn nicht, der wichtigste Faktor, warum Social Media in Unternehmen und Hochschulen eingesetzt wird, ist Marketing, d.h. man verspricht sich bessere Sichtbarkeit und das Erschließen neuer Zielgruppen. Nun will eine aktuelle Studie (kostenfrei zugänglich ist leider nur der Abstract) nachweisen, dass mit Social Media 5% Umsatzsteigerungen möglich sind.

Wie diese Seite beschreibt, scheint das Geld für den vollständigen Artikel nicht gut investiert zu sein:

Leider gibt es keine Informationen über den Datensatz der Studie, also die Anzahl der befragten Teilnehmer. Es ist überhaupt nicht klar, wie die Daten überhaupt gemessen wurden.  Das wäre aber notwendig, um die Aussagekraft dieser Zahlen richtig einordnen zu können und zwar BEVOR man die Studie kauft.

Generell erscheint es schwierig, über die Nutzung von Social Media Diensten direkt auf solch exakte Angaben wie der Steigerung des Umsatzes zu schließen. Zwar ist durch Profilbildung eine bessere Ansprache der Zielgruppe (sog. Online-Targeting) möglich, die Entscheidung zum Kauf eines Produkts ist jedoch komplexer und nicht allein durch die Interaktion mit einem Social Media Dienst eines Unternehmens bestimmbar.

Wie aus dem Verhalten auf Facebook Rückschlüsse auf individuelle Eigenschaften und Einstellungen möglich sind

In unserem letzten Beitrag stellten wir eine Taxonomie von Facebook Nuzern vor. In diesem Zusammenhang berichtet nun Netzpolitik.org über eine aktuelle Studie, die demonstrieren soll, wie durch das Facebook-spezifische Nutzungsverhalten, also dem Klicken auf den „Like-Button“ Rückschlüsse auf individuelle Eigenschaften und Einstellungen gezogen werden können.

Dies ist insofern erstaunlich, da mit den Like-Buttons ja nur dichotome Äußerungen (gefällt mir oder gefällt mir nicht) möglich sind, die damit weit weg von den Differenzierungen der klassischen Persönlichkeitstests sind. Hier verwendet man z.B. oftmals eine fünfstufige Lickert-Skala, die Zustimmung bzw. Ablehnung feinkörnig erfassen.

In der Studie von Michal Kosinskia, David Stillwella und Thore Graepelb wird argumentiert, dass es durchaus möglich ist, vor dem Hintergrund umfangreicher Daten ein erstaunlich genaues Bild der Person zu zeichnen. Hier das Abstract im Original:

„We show that easily accessible digital records of behavior, Facebook Likes, can be used to automatically and accurately predict a range of highly sensitive personal attributes including: sexual orientation, ethnicity, religious and political views, personality traits, intelligence, happiness, use of addictive substances, parental separation, age, and gender. The analysis presented is based on a dataset of over 58,000 volunteers who provided their Facebook Likes, detailed demographic profiles, and the results of several psychometric tests. The proposed model uses dimensionality reduction for preprocessing the Likes data, which are then entered into logistic/linear regression to predict individual psychodemographic profiles from Likes. The model correctly discriminates between homosexual and heterosexual men in 88% of cases, African Americans and Caucasian Americans in 95% of cases, and between Democrat and Republican in 85% of cases. For the personality trait “Openness,” prediction accuracy is close to the test–retest accuracy of a standard personality test. We give examples of associations between attributes and Likes and discuss implications for online personalization and privacy.“

Ob damit ein neuer Schritt auf dem Weg zum „gläsernen Nutzer“ gemacht ist, kann sicherlich bezweifelt werden, denn die Vorhersage war ja nur vor dem Hintergrund umfangreicher demographischer Daten möglich. Allerdings sind es ja gerade diese Daten, die gerne und unbewusst in sozialen Netzwerken hinterlassen werden und mit denen sich dann „leicht“ detaillierte Profile erstellen lassen.

Auf die noch kaum überschaubaren Möglichkeiten Nutzerdaten zu verarbeiten, hat dieser Werbespot einer belgischen Bank bereits letztes Jahr hingewiesen. Ein angeblicher Hellseher schockte Kunden mit exakten Kenntnissen über deren Privatleben. Dahinter verbargen sich jedoch keine übersinnlichen Fähigkeiten, sondern die Fingerfertigkeiten von Hackern, die eigens für das Zusammenstellen von Nutzerprofilen in Echtzeit engagiert wurden.