Das Semester (WS 2014/15) ist zu Ende und wie geht es weiter mit der Wikiade?

Das Semester WS 2014/15 ist fast vorbei. Mit diesem Ende wird es Zeit zur Wikiade Eure Meinungen und Euer Feedback einzuholen (Link zur Umfrage).Screenshot 2014-12-09 10.22.10

Angelegt war die Wikiade als Forschungsprojekt für ein Semester, um herauszufinden, ob ein fakultätsübergreifender Austausch bzgl. der Studienbriefe von den Studierenden der FernUniversität in Hagen überhaupt erwünscht ist.

Jetzt sind wir natürlich beispielsweise an folgenden Fragen interessiert!

  • Sollen wir die Wikiade fortführen?
  • Welche Elemente (bspw. Wiki-Wars, Aufgabenstellungen, etc…) in der Wikiade sollen wir weiterführen? Sollen weitere integriert werden?
  • ….

Wir suchen auch noch Interviewpartner. Wenn jemand gerne Feedback geben will, dann einfach eine E-Mail an jana.hochberg@fernuni-hagen.de schreiben.

Wir hoffen die Wikiade war für alle ein interessantes und spannende Anwendung. Die Wikiade als Plattform bleibt für das nächste Semester erhalten. Nach der Auswertung der Daten entscheiden wir (mit dem eingesandten Feedback) über die Weiterentwicklung der Wikiade.

Nachfolgend soll ein möglicher Ansatz der Datenerhebung für Interessierte beschrieben werden:

 

Ansätze der Datenerhebung:

Die angewendete Methode zur Auswertung der Wikiade wird in Form einer Methodentriangulation vorgenommen. Dabei werden qualitative und quantitative Daten nach Flick (2002) und Mayring (2001) miteinander kombiniert. Die quantitative Datenerhebung erfolgt in Form eines Online-Fragebogens (Link). Die qualitative Datenerhebung erfolgt in Form der Online-Ethnographie (Marotzki, 2003), mit Schwerpunkt auf die teilnehmende Beobachtung, welche mit halbstrukturierten Interviews kombiniert wird.

Online-Fragebogen:

Aufbauend auf den Ergebnissen/Erfahrungen vergleichbarer an anderen Institutionen/Universitäten wurde ein standardisierter Fragebogen mit der Schwerpunktlegung auf die Motivation der freiwilligen Teilnahme an der Wikiade entwickelt. Es empfiehlt sich der Online-Fragebogen, da

  1. bereits eine ausreichende Datenbasis vorhanden ist, auf welche die Untersuchung aufgebaut werden kann
  2. FernStudierende mit der Arbeitsweise bereits vertraut sind
  3. Standort- und zeitunabhängiger Einsatz des Fragebogens durch FernStudierende erreicht werden können

Online-Fragebögen haben jedoch die Nachteile, dass Beeinflussungen durch Dritte nicht ausgeschlossen, bzw. auf Unklarheiten und Nachfragen nicht eingegangen werden können.

Der Fragebogen wurde mittels LimeSurvey umgesetzt. Der Fragebogen schlüsselt sich auf in fünf Kategorien auf:

  1. Aufmerksamkeitslenkung
  2. Nutzungsverhalten
  3. Motivation
  4. Usability
  5. Ausblick

Die Kategorie der Motivation setzt sich aus der passiven und aktiven Motivation zusammen. Die aktive Motivation orientiert sich an den aktiven Motivationsquellen und den damit verbundenen Stufen des partizipativen Lernens nach Barbuto und Scholl (1998).

Online-Ethnographie:

Mithilfe der Online-Ethnographie kann man soziale Vergemeinschaftungsformen im virtuellen Raum untersuchen. Die Motivation der Teilnehmenden, sich über die Studieninhalte auf der Wikiade auszutauschen, steht dabei im Mittelpunkt der Betrachtung.

Nach Marotzki (2003) können acht Merkmale, die in allen virtuellen Kulturräumen und einigen sozialen Netzwerken unterschiedlich stark ausgeprägt sind, beobachtet werden:

  1. Die Leitmethapher, welche Funktionen symbolisch darstellt und in einen Kontext einbezieht, der sich in der gesamten Community finden lässt.
  2. Das Regelwerk, an welches sich alle Nutzer halten müssen.
  3. Die Soziographische Struktur, welche die Nutzer in unterschiedliche Rollen einteilt und eine Hierarchie entstehen lässt.
  4. Die Kommunikationsstruktur, welche regelt, wie Nutzer miteinander interagieren können.
  5. Die Informationsstruktur, welche einen einseitigen Charakter hat und zur Aufklärung über Verschiedenes dient.
  6. Die Präsentationsstruktur, welche den Nutzern ermöglich, sich selber darzustellen.
  7. Die Partizipationsstruktur, welche die Mitgestaltung und Mitbestimmung in einer Community durch die Nutzer bezeichnet.
  8. Das Online-Offline Verhältnis, welches zum Beispiel entsteht, wenn sich einige Nutzer in ihrer tatsächlichen Welt treffen, Telefonnummern austauschen, etc.

Innerhalb virtueller Vergemeinschaftungsformen werden durch die Teilnehmenden (unausgesprochene) Werte und Normen im Umgang miteinander ausgehandelt. Der sozialisierende Charakter wird deutlich, denn die User binden diese Werte und Normen in ihr individuelles, zwischenmenschliches Gefüge ein, woraus sie sich ihrer sozialen Stellung in der kulturellen, gesellschaftlichen Umgebung des Internets (Marotzki, 2003) bewusst werden.

Die Online-Ethnographie kann in Form der teilnehmenden Beobachtung, einer „Feldstrategie, die gleichzeitig Dokumentenanalyse, Interviews mit Interviewpartnern und Informanten, direkte Teilnahme und Beobachtung, sowie Introspektion kombiniert“ durchgeführt werden (Flick, 1995, S.157).

Für die Datenerhebung der Wikiade stehen die Aspekte der Motivation der Teilnehmen, sich in die Wikiade freiwillig einzubringen, im Mittelpunkt. Bei der Untersuchung der acht ethnographischen Merkmale virtueller Vergemeinschaftungsformen werden diese an die Frage nach der Motivation angepasst.

Des Weiteren ist bei der Anwendung der Online-Ethnographie nach Marotzki zu berücksichtigen, dass diese unter Umständen nicht vollständig auf die Wikiade angewendet werden kann. Die Online-Ethnographie wurde zur Erforschung von virtuellen Communities entwickelt, die sich jedoch in ihren Strukturen von Sozialen Netzwerken unterscheiden. Die Merkmale der Online-Ethnographie der Präsentation, Partizipation und Kommunikation nehmen bedeutendere Position ein und müssten somit im Mittelpunkt der Analyse stehen.

Die teilnehmende Beobachtung, steht nach Flick (1995) nicht allein, sondern muss mit weiteren Methoden verbunden werden. In der Untersuchung soll ein halbstrukturiertes Interview dabei helfen, erhobene Daten zu deuten.

Literatur:

  •  Barbuto, John und Scholl, Richard (1998). Motivation sources inventory: development and validation of new scales to measure an integrative taxonomy of motivation. In: Psychological Reports. 1998, Vol. 82 (3), S. 1011–1022.
  • Flick, Uwe (1995). Qualitative Forschung. Theorie, Methoden, Anwendung in Psychologie und Sozialwissenschaften. Reinbek: Rowohlt
  • Marotzki, Winfried (2003). Online-Ethnographie –Wege und Ergebnisse zur Forschung im Kulturraum Internet. In: Jahrbuch für Medienpädagogik 3, S. 149-165

 

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