Virtuelle Realität: digitale Lernumgebung für Senioren

Die Hintergründe und Motive unserer Studierenden an der FernUniversität in Hagen sind sehr heterogen. Einer Vielzahl unserer Studierenden ist jedoch gemeinsam, dass sie neben ihrer aktuellen Beschäftigung (Arbeit/Ausbildung) studieren (vgl. Statistik).

Ich finde das besonders spannend! Nicht nur, dass ich Vieles von ihnen lernen kann und darüber hinaus interessante, wenn auch nur sehr kleine Einblicke, in die verschiedenen Berufswelten erhalten darf, so bin ich auch immer wieder aufs Neue gespannt, in welchem praktischen Kontext (oft der Erwerbsarbeit) sich die Inhalte meines zu betreuenden Moduls (M3: Gestaltung und Entwicklung von neuen Medien) wiederfinden. Das Ziel ist es eine eigene digitale einfache Lernumgebung zu konzipieren, umzusetzen und zu evaluieren.

So wie in einem Projekt, welches mit diesem Artikel nur kurz und auszugsweise Artikel vorgestellt wird.

Hintergrund

Marie Theres Augsten, Mitarbeiterin der Brandenburg University of Technology Cottbus – Senftenberg, stellte sich die Frage, welche Akzeptanz virtuelle Lernumgebungen, die sich an die Zielgruppe der 40 bis 60 Jährigen orientieren, aktuell aufweisen. Hintergrund dieser Frage ist die Suche nach geeigneten Lernumgebungen, die auf den demografischen Wandel in Zusammenhang mit der Digitalisierung aller gesellschaftlicher Bereiche, reagieren können.

Abb. 1: distance Learning mit Senioren (Screenshot) Link: http://eeduthek.fernuni-hagen.de/media/digital_Lernen/digital_lernen.html 

Um einen ersten Prototypen einer virtuellen Umgebung zu entwickeln, wurde mittels eines bildungswissenschaftlichen Bezugs ein Instruktionsdesign entwickelt, welches daraufhin umgesetzt und im Anschluss evaluiert wurde. Ziel der virtuellen Lernumgebung war es, ein zusätzliches Angebot an ältere Studierende bereitzustellen.

Ausschlaggebend für die Einstufung in die Gruppe der „Senioren“ ist literaturübergreifend der Übergang von der Erwerbstätigkeit zum Ruhestand. Eine einheitliche Definition existiert nach Augstens Recherche nicht, sondern ist eine soziale Konstruktion.

Entwicklung und Implementierung
In der virtuellen Lernumgebung wird ein Wohnzimmer in den Mittelpunkt gestellt, welches eine authentische Atmosphäre schaffen und die Lernenden symbolisch damit konfrontieren soll, zu Hause zu lernen. Auf der virtuellen Tour durch das Wohnzimmer kann der Besucher vertiefende Elemente (Text, Audio, Video, Animation) zum Thema „Lernen mit digitalen Medien“ entdecken.

Umsetzung
Die Erstellung der virtuellen Lernumgebung erfolgte mittels der Software Autopano und PanoTour. Nach dem Abfotografieren des entsprechenden Raumes wurden die Aufnahmen anhand der Software gerendert und die verschiedenen Perspektiven jeweils zu Kugelpanoramen zusammengesetzt. Anschließend wurden die Verknüpfungspunkte gesetzt und eine Tour im HTML5-Format erstellt. 

Vielen lieben Dank, Marie Theres Augsten, dass wir dieses Projekt auf unserem Blog vorstellen durften.

Artikelveröffentlichung: Gestaltung und Erforschung eines Mixed-Reality-Lernsystems

In diesem Artikel (veröffentlich in der Medienpädagogik Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung) wird ein Entwurf eines Lernsystems vorgestellt, in welchem Mixed-Reality (MR) Technologien und didaktischen Modelle für den Einsatz in der industriellen Weiterbildung kombiniert werden. Mit diesem System soll das Erlernen von Problemlösekompetenzen über visuelle Einblendung simulierter Problemsituationen und Anwendungsaufgaben, die in der realen Welt schwer abzubilden sind, verbessert werden.

Diese Technologie wird in einem didaktischen Setting eingebunden, welches die Lernenden schrittweise von einfacheren an komplexere Aufgaben heranführt. Über ein Lerntagebuch werden die Lernenden zusätzlich motiviert ihre Erfahrungen mit dem didaktischen Setting zu reflektieren. Über das, in das MR Lernsystem integrierte Lerntagebuch werden den Betreuenden Feedbackangaben zu den simulierten Problemsituationen und Anwendungsaufgaben ermöglicht. Weiterhin können Lernende über dieses Tagebuch Kontakt zum Betreuenden aufnehmen. Das Lernsystem bietet den Betreuenden eine nutzerfreundliche Funktion, die Anwendungsaufgaben und MR-Einblendungen abzuwandeln bzw. neukonstruieren.

Wir empfehlen für die Einführung und Erprobung dieses Konzeptes einen Design-Based-Research Ansatz, durch den der Entwicklungs- und Einführungsprozess strukturiert und gleichzeitig erforscht werden kann. Ziel der Erforschung sollten Leitlinien sein, die es ermöglichen, die gewonnenen Erkenntnisse auf ähnliche Kontexte zu übertragen und weiter einen Beitrag zur theoretischen Konstruktion zu leisten.