FernUniCamp 2017-Workshops

Abbildung 1. Teilnehmende des FernUniCamps 2016.

In diesem Blogbeitrag wollen wir euch die drei Themenfelder für den Workshop-Tag am Freitag (d. 08.09.2017), als Teil des Fernunicamp. vorstellen. Ebenso erhaltet ihr Infos über den jeweiligen Referenten und über die beabsichtigte Teilnehmeranzahl.

Dabei werden wir zuerst den Workshop zu „Lesen im Medienwandel“ kurz einführend beschreiben. Anschließend gehen wir auf den zweiten Themenschwerpunkt  „Dimensionen öffnen durch digitales Lernen? Gender und Diversity im Fernstudium“ ein. Zuletzt wird das Thema „360° Umgebungen und Virtual Reality“ dargestellt. Bei dem letztgenannten Workshop steht der Erfahrungsaustausch besonders im Fokus.

Die Bilder dieses Blogs halten Szenen des letzten FernUniCamps 2016 fest und sollen euch neugierig auf das kommende FernUniCamp im September machen :).

Lesen im Medienwandel

Als Folge der Digitalisierung werden Bücher und Texte immer öfter in digitaler Form angeboten. Gerade für das Fernstudium ist das praktisch. Aber macht es wirklich keinen Unterschied, ob uns ein Inhalt in gedruckter Form oder auf einem Bildschirm vor die Augen tritt? Nein, möchte man meinen, denn in beiden Fällen wird doch gelesen. Bei allem Wandel der Formate scheint das Lesen eine Konstante zu sein, die sich im Zuge der Digitalisierung nicht ändert. Wir wollen uns das Lesen im Medienwandel einmal etwas genauer ansehen und werden dabei die eine oder andere überraschende Entdeckung machen.

Referent: Eric Steinhauer (Twitter: @esteinhauer)

Teilnehmer: rund 20 Personen

Abbildung 2. In gemütlicher Runde medial unterwegs.

Dimensionen öffnen durch digitales Lernen? Gender und Diversity im Fernstudium

Workshop im Rahmen des FernUni-Barcamps „Vereinheitlichung oder Vielfalt – Digitalisierung in der (Fern-)Lehre“ am Freitag, den 08. September 2017 von 16:00 – 18:00 Uhr.

Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen, bringt jedoch auch neue Herausforderungen mit sich, um Gender und Diversität in Lehr- und Lernprozessen angemessen berücksichtigen zu können. Im Workshop wollen wir gemeinsam mit den Teilnehmenden den Nutzen der Digitalisierung für den Mehrwert von Vielfalt aufzeigen, aber gleichzeitig auch ihre Tücken für individuelle Lehr-/Lernprozesse an konkreten Beispielen beleuchten.

Referenten: Meike Hilgemann & Dr. Karola Wolff

Teilnehmer: 25-30

Abbildung 3. Persönliches Fazit des FernUniCamps.

Von 360° Umgebungen bis hin zu Virtual Reality

Mixed Realität (MR) ermöglicht es uns, Informationen dort zu präsentieren, wo sie benötigt werden – im Blickfeld des Anwenders. Auch wenn diese Technik noch recht jung ist, lassen sich bereits erhebliche Potenziale und Effizienzsteigerungen in unterschiedlichen Anwendungsfeldern erkennen. Über die Sensoren mobiler Endgeräte werden kontextsensitive Informationen aus der Umgebung erkannt und zusätzlich durch virtuelle, dreidimensionale Objekte angereichert. Somit bietet MR zum einem die Möglichkeit unsichtbare Dinge sichtbar zu gestalten und zum anderen ermöglicht MR uns den Zugang zu neuen Erfahrungen.

Nach einer kurzen thematischen Einführung, tauschen wir uns mit Praktikern aus dem Bildungsbereich und der Wirtschaft beispielsweise über Umsetzung und Anwendung aus.

Gäste: Gerhard Schröder (Twitter: @PadLive von Kreative KK) & Marie Theres Augsten (Brandenburg University of Technology Cottbus)

Teilnehmer: 15

 

Abbildung 4. Einführende Worte zum FernUniCamp 2016.

Hinweis zu den Workshops

Die überschaubare Teilnehmeranzahl ermöglicht einen intensiven Kommunikationsaustausch verschiedenster Personen (Experten, Studierende etc.). Dadurch kommt den Teilnehmen im besonderen Maße die Möglichkeit zu, ihre eigenen Erfahrungen und Expertisen hinreichend einzubringen. Dabei steht es den Teilnehmenden frei inwieweit sie sich einbringen möchten.

Abbildung 5. Die Verpflegung kommt bei uns selbstverständlich nicht zu kurz :).

Artikelserie: FernUniCamp Teil 3 – Validität

Abbildung 1. Facetten der Validität.Hinweis: Die Abbildung wird vergrößert dargestellt, wenn sie angeklickt wird.

Im folgenden Statistikblog wird die Validität thematisiert. Dabei werden wir verschiedene Facetten der Validität kennen lernen.

(Teil 1 zentrale statistische Kennwerte, Teil 2 Reliabilität)

Aber was ist die Validität eigentlich? Laut Bühner (2011) gibt die Validität an, ob ein Test wirklich das misst, was er zu messen beansprucht. Es wird also festgestellt ob bspw. ein Sprachtest tatsächlich sprachliche Fähigkeiten misst und nicht räumliches Denken.

In der Forschungsliteratur wird die Validität häufig in drei Validitätsarten (siehe Abbildung 1) unterteilt: Inhaltsvalidität, Kriteriumsvalidität und Konstruktvalidität. Nachfolgend werden diese Arten näher erläutert, zudem werden Gründe für eine mangelnde Validität genannt und es wird kurz auf den Zusammenhang zwischen der Reliabilität und der Validität eingegangen. Beispielhaft wird das Vorgehen zur Validitätsbestimmung der drei Validitätsfacetten, anhand der bereits bekannten Skala „Einheit und Vielfalt“ des Konnektivismus (Blog Reliabilität), beschrieben.

Inhaltsvalidität

Ein Test, der sich aus verschiedenen Indikatoren bzw. Items zusammensetzt, wird als inhaltsvalide bezeichnet, wenn jedes einzelne Item das zu messende Konstrukt hinreichend abbildet. Für die im FernUnicamp erhobene Skala „Einheit und Vielfalt“ des Konnektivismus würde das beispielsweise bedeuten, dass die Wissenschaftlerin sich im Vorfeld darüber Gedanken machen muss, ob einzelne Fragen, die die Skala bilden, die theoretischen Annahmen zu dieser Skala auch tatsächlich repräsentieren.

Die Inhaltsvalidität wird nicht anhand eines numerischen Kennwerts festgestellt, sondern durch logische und fachliche Überlegungen (Bühner, 2011). Diese subjektive Bewertung ist oftmals ein schwieriges Unterfangen, da es für bestimmte Eigenschaften unzählige Indikatoren gibt. Es sollte also gut begründet werden, warum für die o. g. Skala (Blog Reliabilität) genau diese Fragen bzw. Items formuliert wurden.

Ein konkretes Vorgehen, zur Bestimmung der Inhaltsvalidität, stammt von Murphy und Davidshofer (2001): 1. Zuerst sollte die inhaltliche Ebene des Konstrukts beschrieben werden. 2. Anschließend muss festgelegt werden, welche Items welchen Inhaltsbereich abbilden. 3. Zuletzt wird die Textstruktur mit der Struktur des Konstrukts verglichen.

FernUniCamp-Beispiel: Angewendet auf die Skala „Einheit und Vielfalt“ lassen sich folgende Schritte beschreiben: 1. Was ist mit „Einheit und Vielfalt“, als eine Dimension des Konnektivismus, gemeint? An dieser Stelle sind Arbeitsdefinitionen, d.h. ein theoretisches Verständnis eines Konstrukts, das der Forschungsarbeit zugrunde liegt, ratsam. Ebenso ist die Untersuchung bestimmter Teile eines umfangreichen Konstrukt sinnvoll, da es sonst denn Umfang einer Arbeit möglicherweise sprengen würde. 2. Welche Items bilden diese Skala am treffendsten ab? Hier spiele theoretische, empirische und logische Überlegungen eine wichtige Rolle. 3. Wenn auf theoretischer Ebene bestimmte Items „zusammengehören“, da sie eine Dimension abbilden, dann sollte eine Faktorenanalyse ein eindimensionales Resultat ergeben (demnächst gibt es dazu einen Blog zur Faktorenanalyse).

Kriteriumsvalidität

Bei der Kriteriumsvalidität werden die Resultate eines Tests in Verbindung mit anderen Kriterien gebracht. Kurze Anmerkung zum Begriff Test: Im Alltag wird der Begriff Test oft als Synonym für Leistungstests (z.B. einen Mathematik-, oder einen Sprachtest) gebraucht, im wissenschaftlichen Kontext wird aber auch jede Art von Fragebögen als Test verstanden, die ein theoretisches Konstrukt untersuchen. Je nach Zeitpunkt ergeben sich dabei unterschiedliche Arten der Kriteriumsvalidität (Bühner, 2011): – prognostische Validität: Testleistungen sollten mit Kriterien, die später erhoben werden, z.B. einen Mathematiktest vor dem Studium und als Kriterium die Abschlussnote des Mathematikstudiums, miteinander in Beziehung stehen. Dieses „miteinander in Beziehung stehen“ wird auch als Korrelation bezeichnet. Eine hohe Korrelation bedeutet, dass es eine enge Beziehung gibt. – konkurrente Validität: Hier wird der Test zeitgleich mit dem Kriterium erhoben. Bei einer Deutschklausur könnte beispielsweise kurz vorher ein Sprachtest durchgeführt werden, sodass anschließend die Korrelation zwischen der Deutschnote und der Testleistung ermittelt werden kann. –retrospektive Validität: Bei diesem Vorgehen werden Korrelationen mit zeitlich länger zurückliegenden Kriterien betrachtet.

Bei der inkrementellen Validität spielt der Zeitaspekt keine Rolle. Bei dieser Validitätsart interessiert, ob ein Test einen zusätzlichen Beitrag zur Verbesserung der Vorhersage eines Konstrukt leisten kann und das im Vergleich zu bestehenden Testverfahren. Zum Beispiel können Intelligenztests gut den Berufserfolg prognostizieren. Würde ein neues Testverfahren, das neben der Intelligenz auch das Sprachverständnis prüft, den Berufserfolg genauer vorhersagen, dann gäbe es einen zusätzlichen (Zuwachs = Inkrement) Beitrag zur Validität.

FernUniCamp-Beispiel: Wenn ein hoher Wert auf der Dimension „Einheit und Vielfalt“ dafür steht, dass im Rahmen des Konnektivismus vielfältige Gegebenheiten bevorzugt werden, dann sollten diese Personen z.B. auf zukünftigen FernUniCamps beobachtet werden können, wie sie sich mit Personen aus verschiedenen Bereichen unterhalten, zudem sollten diese Personen das vielfältige Angebot der Sessions nutzen. Allerdings handelt es sich um ein ideales Beispiel, da es u.a. aus Datenschutzgründen schwierig ist Daten von Personen bei einem FernUniCamp zu sammeln (die Person müsste z.B. damit einverstanden sein, dass sie beobachtet wird und das ihre Leistungen aus einem vorigen Test zu ihrer Person zugeordnet werden dürfte).

Konstruktvalidität

Einige Autoren subsumieren unter der Konstruktvalidität alle Arten der Validität zusammen. Nach diesem Verständnis ist ein Test konstruktvalide, wenn ein Test die Eigenschaft oder Fähigkeit misst, die er beansprucht zu messen (Moosbrugger & Kelava, 2012). Bei einem engen Begriffsverständnis der Konstruktvalidität fallen darunter nur die konvergente, diskriminante und faktorielle Validität. Bei der konvergenten Validität geht es darum, dass ein Test eine hohe Korrelation zu anderen Tests aufweisen sollte, die ein ähnliches theoretisches Konstrukt untersuchen. Dies steht im diametralen Verhältnis zur diskriminanten Validität. Hier geht es um den Vergleich von einem Test mit anderen Tests, die aber ein anderes theoretisches Konstrukt untersuchen. Test die verschiedene Konstrukte erfassen sollten nicht bzw. gering miteinander korrelieren. Wenn es um die konstruktnahe Zusammenfassung von Items geht und wenn es um die Trennung von kosntruktfremden Bereichen geht, dann spielt die faktorielle Validität eine wichtige Rolle (geplanter Blog zur Faktorenanalyse).

FernUniCamp-Beispiel: Würde die Skala „Einheit und Vielfalt“ niedrige Korrelationen zu Skalen aufweisen, die ebenfalls von sich beanspruchen dieses Dimension des Konnektivismus zu erfassen, dann müsste die bestehende Skala bearbeitet werden. Sofern es sich bei der Bezugsskala um eine reliable und valide Skala handelt. Im Idealfall sollte ein

Abbildung 2. Kriteriumskontamination und -defizienz.

Gründe für mangelnde Validität 

An dieser Stelle werden die Kriteriumskontamination und –defizienz (siehe Abbildung 2), als Gründe genannt, die die Validität negativ beeinflussen können (Bühner, 2011). Bei der Kriteriumskontamination misst das eingesetzt Messinstrument nicht das beabsichtige Konstrukt. Ein Test der Intelligenz erfassen soll, kann u.U. durch mangelnde Motivation, oder Unbehagen während der ungewohnt Testsituation, kontaminiert sein. Das Messinstrument erfasst diese Aspekte mit, obwohl sie nichts mit Intelligenz zu tun haben. Bei der Kriteriumsdefizienz fehlen wichtige Aspekte eines Konstrukts. Wenn der Umsatz eines Unternehmens ausschließlich durch die örtliche Lage erfasst werden würde, dann würden wichtige Faktoren nicht einbezogen werden bzw. die örtliche Lage als alleiniger Faktor für den Umsatz wäre defizient. Der Umsatz kann ebenfalls von dem Teamklima, der Arbeitszufriedenheit und auch der Führung der Vorgesetzten abhängen.

Reliabilität und Validität

Eine geringe Reliabilität (Blog Reliabilität) deutet auf eine geringe Messgenauigkeit hin. Ein Test mit einer einer geringen Messgenauigkeit kann auch nicht vollumfänglich das messen, was er zu messen beansprucht. Ein solcher Test hat deshalb eine geringere Validität. Ein Testverfahren kann also nicht den Anspruch erheben ein sehr valides Messinstrument zu sein, wenn die Reliabilität mangelhaft ist.

 

 

Literatur

Bühner, M. (2011). Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion (3. aktual. Aufl.). München: Pearson Studium.

Moosbrugger, H., & Kelava A. (2012). Testtheorie und Fragebogenkonstruktion (2. aktuell. Aufl.). Berlin: Springer-Verlag. doi: 10.1007/978-3-642-20072-4

Murphy, K. R., & Davidshofer, C.O. (2001). Psychological testing principles and applications (5th edition). Upper Saddle River, NJ: Prentice Hall.

 

Die Anmeldung ist eröffnet: #fernunicamp

Die Anmeldung ist eröffnet!

Am 08. und 09. September finde das 2. FernUniCamp in Hagen, Berlin und Hamburg statt. Wir freuen uns, dich an einem dieser Orte begrüßen zu dürfen!

hybrides Veranstaltungsformat:

In Hagen treffen wir uns dann natürlich an der FernUniversität in Hagen, in Berlin und Hamburg in den Regionalzentren der FernUniversität. Von jedem Standort aus, könnt ihr entweder eigene Sessions mit einbringen oder an den anderen teilnehmen.

Die Workshops, die die Teilnehmenden in das offene Format des BarCamps einführen, finden allerdings ausschliesslich am 08.September (Freitags) 2017 aus organisatorischen Gründen in Hagen statt.

Überraschung:

Eine kleine Überraschung haben wir für euch noch. Die ersten 50 Anmeldungen, die dann auch tatsächlich zum FernUniCamp erscheinen, erhalten von uns zwei Webcam-Abdeckungen. Damit greifen wir unter anderem das Thema Digitalisierung auf. Webcam Abdeckungen sind im Zuge der Bewusstwerdung der eigenen Digital-Privacy interessant.

 

zur Anmeldung

Artikelserie: Statistikblog Teil 2 – Reliabilität mit FernUniCamp Beispielen

Abbildung 1: Verschiedene Methoden zur Reliabilitätsschätzung,Hinweis: Die Abbildung wird vergrößert dargestellt, wenn sie angeklickt wird.

Im zweiten Teil des Statistikblogs richtet sich der Fokus auf die Reliabilität bzw. auf die Methode der internen Konsistenz, da sie für die Bestimmung der Reliabilität häufig verwendet wird.

(Teil 1: zentrale statistische Kennwerte)

Jede empirische Messung kann mit zufälligen und systematischen Messfehlern verbunden sein. Systematisch verzerrte Messungen treten z.B. dann auf, wenn die Befragten nicht ihre tatsächliche Meinung, sondern eine „sozial erwünschte“ Antwort abgeben. Zufällige Messfehler haben dagegen zur Folge, dass dieselbe Messung bei der gleichen Untersuchungseinheit mal zu einem höheren und mal zu einem niedrigeren Wert führt, obwohl sich der tatsächliche Wert der gemessenen Eigenschaft nicht verändert hat.

So soll ein Intelligenztest möglichst fehlerfrei die Intelligenz messen und sonst nichts anderes. Dabei kann die Reliabilität, wie durch diesen Blog verdeutlicht, mit verschiedenen Methoden erfasst werden.

Die Reliabilität bezeichnet die Messgenauigkeit einer Erfassung, in unserem Fall der Umfrage zum FernUniCamp. Mit anderen Worten ermöglicht uns die Reliabiltät Einblicke in die Zuverlässigkeit unserer Messergebnisse, die wir mit bestimmten Methoden erhoben haben.

Nachfolgend werden mit der internen Konsistenz, der Retest– und der Paralleltestmethode drei Methoden vorgestellt, mit denen die Reliabilität geschätzt werden kann. Diese Methoden sind für die Schätzung der Reliabilität als gleichwertig anzusehen. Je nach Fragestellung ergeben sich für die jeweiligen Methoden verschiedene Vor- und Nachteile (siehe Abbildung 1, Hinweis: Die Abbildung wird vergrößert dargestellt, wenn sie angeklickt wird).

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Artikelserie: Statistikblog – Zentrale statistische Kennwerte anhand des Alters und Genders der Teilnehmenden des FernUniCamps

Das Lehrgebiet der Mediendidaktik geht auf die durch die Digitalisierung hervorgerufenen gesellschaftlichen Veränderungen im Lehr- und Lernprozess ein. In diesem Rahmen haben wir im letzten Jahr das erste FernUniCamp durchgeführt. Eine unserer Ausgangsfragen war,  in welcher Weise ein Barcamp Format die Fernlehre unterstützen bzw. ergänzen könnte.

Die Statistik unterstützt uns häufig darin, Hypothesen und Annahmen zu bestätigen oder zurückzuweisen. Mit ihr als Grundlage können beispielsweise subjektive Erfahrungen untermauert oder als Einzelfall erkannt werden.

So sind in der nachfolgenden Abbildung 1 beispielsweise die Teilnehmenden nach der Altersverteilung und dem selbst zugeordneten Geschlecht aufgeführt.

Abb. 1: Mit SPSS erstellte Balkendiagramme mit der Altersverteilung und Gender der FernUniCamp-Teilnehmenden der FernUniversität in Hagen.

Einige der statistischen Auswertungen zum FernUniCamp wollen wir hier im Blog vorstellen und starten dazu eine kleine Artikelserie.

In dem ersten Artikel der Serie gehen wir zum Einen auf zentrale statistische Kennwerte (Mittelwert, Median, Modalwert, Varianz und Standardabweichung) ein und wer darüber hinaus wissen möchte, wie sich diese in der Statistik berechnen lassen, findet dazu jeweils eine kurze Anleitung.

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Save the Date: FernUniCamp-08./09.September 2017

Save the date-FernUniCamp17

Save the date-FernUniCamp17

Das Datum steht: Vom 08. – 09. Sept. 2017 wird an der FernUniversität in Hagen unter dem Motto: „Vereinheitlichung oder Vielfalt? Digitalisierung in der (Fern)Lehre“ das zweite FernUniCamp stattfinden, ein offenes Format für Wissensaustausch und Networking.

Wenn das Orga-Team des FernUniCamps genug Sponsoring an Land zieht, natürlich.

Rückblick auf das erste FernUniCamp

Auf unserem ersten FernUniCamp haben wir neue und spannende Menschen getroffen und näher kennen gelernt (Networking), viele spannende Dinge von euch erfahren und von euch gelernt (Wissensaustausch). Die persönliche und fast schon familiäre Atmosphäre wurde von dem Umfeld, das uns die FernUniversität mit seiner Infrastruktur geboten hatte, unterstützt.

Damit das FernUniCamp stattfinden kann, brauchen es eure Unterstützung!

So, und jetzt braucht das Orga-Team für das Camp das Wichtigste: EUCH.

Aboniert den Blog, folgt dem Twitteraccount (@fernunicamp)  oder tragt euch in das Facebook-Event ein.

Erzählt möglichen Sponsoren, wie toll Barcamps sind und wie wichtig es ist, dass sie sich dort präsentieren und connected sie mit uns ( d.i. Sponsoring = jana.hochberg@fernuni-hagen.de)

Erzählt ALLEN, bloggt, twittert, facebookt und snapchattet über das #FernUniCamp (und bringt einfach ein bis zwei Leute mindestens mit).

Let’s camp!

Was steckt hinter dem Motto?

Entstanden ist das Motto aus folgenden Überlegungen:

Ein Bestreben der FernUniversität in Hagen liegt darin, sich mit den veränderten Anforderungen an hochschulischer Fernlehre in den Aspekten der Diversität und Digitalität auseinanderzusetzen, um die Wertvorstellungen, Lebensumstände und den Interessen der Fernstudierenden aufzunehmen. Die Realisierung dieser Grundanforderungen an Diversität und Digitalität geht mit Fragestellungen zur diversitätsgerechteren und digitalisierten Gestaltung der Lehr- und Lernkontexte einher (Hofstede, 1986; Kamentz & Schudnagis, 2002; Porter & Gamoran, 2002; Stuber, 2009).

Im Rahmen des FernUniCamps 2017 sollen Diversity und Digitalität mit Fokus auf die hochschuldidaktischen Fernlehre diskutiert werden. Eine Hybridisierung wird technologisch induziert, eröffnet aber auch individuelle Integrations- und Sinnstiftungsprozesse. Es werden zwei Schwerpunktthemen angedacht:

Diversität, als ersten Schwerpunkt, definiert Thomas (1992) mit dem simplen Terminus “similarities” und umfasst damit Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen, wie die sozio-kulturelle Herkunft, der ethno-sprachliche Hintergrund, Geschlecht und Gender etc. (Krell, 2008). Mit diesem Verständnis von Diversity gestaltet sich der Diskurs facettenreich und dynamisch.

Der zweite Schwerpunkt eröffnet ebenso einen facettenreichen und dynamischen Ansatz von digitalen Lehr-, Lern- und Prüfungsszenarien. Hochschulbildung regt in diesem Kontext eigenverantwortliches und weitgehend selbsttätiges Lernen an (nach Wildt, 2004).

Angesichts der beiden Schwerpunkte gilt es, Lehr- und Lerninhalte in Bezug auf Bildungsplanung und Didaktik neu zu gestalten und Fernstudierende selbst in den Mittelpunkt hochschuldidaktischer Bemühungen zu rücken. Eine diversitätssensible Zielgruppendifferenzierung in Fernlehr- und Fernlernsettings fördert eine diskriminierungsfreie Fernlernkultur, partizipative Teilhabe am Wissensbildungsprozess und fordert die Berücksichtigung diverser Lernstile, Erfahrungen und Lernmethoden (Carell, 2006). Digitale Lehr- und Lernszenarien unterstützten Individualisierungs-, Kommunikations-, Interaktivitäts- und Kollaborationsprozesse (Kerres, 2001; Schulmeister, 2004).

Dem ersten FernUniCamp in Hagen folgt ein zweites

„Wie wollen wir Fernlehre künftig gemeinsam gestalten? Welchen Einfluss auf die Fernlehre geben wir digitalen Medien?“ Um diese Fragen zu diskutieren, hatte das Lehrgebiet Mediendidaktik der FernUniversität (Prof. Dr. Theo Bastiaens) Studierende, Beschäftigte und Interessierte zum ersten FernUniCamp (einer der ersten Artkel dazu im Blog) nach Hagen eingeladen. Das Motto „Alles digital oder was? Bildung und Fernlehre im digitalen Zeitalter“ (Link zum FernUniCamp Blog) zeigte 32 Teilnehmenden den aktuellen Stand und den Einfluss der Digitalisierung auf die Fernlehre auf. Und wagte einen Ausblick in die Zukunft: Wie wird sich die Fernlehre im weiteren Verlauf der Digitalisierung entwickeln?

Als Format hatten die Veranstalter das sogenannte Barcamp gewählt. Ein Barcamp ist eine offene Tagung, deren Ablauf und konkrete Inhalte die Teilnehmenden erst am Veranstaltungstag selbst entwickeln. Bereits im Vorfeld nutzten sie verschiedene Social-Software-Kanäle, um sich über Themen und Ideen auszutauschen. So wurde auf Facebook und Twitter über das Barcamp diskutiert und in Google-Docs Session-Themen gesammelt. Das aufgesetzte Blog zum FernUniCamp diente während des gesamten Zeitraums der Vorbereitung, Umsetzung und Nachbereitung. Das Organisationsteam um Jana Hochberg setzte weitere Social-Media-Plattformen als Satelliten ein, um die Veranstaltung bekannt zu machen, beispielsweise Twitter (@fernunicamp), Facebook und Instagram. Via Hashtag #fernunicamp16 gelang es, Teile der Diskussion sowie einzelne Streams (per Livestream auf Periscope) aus den Sessions nach außen zu tragen.

Aktivitäten auf Twitter unter dem #FernUniCamp16

Aktivitäten auf Twitter unter dem #FernUniCamp16

„Schon am Tag vor dem Barcamp hatten wir mehrere Workshops angeboten, um die Teilnehmenden in einem ersten Schritt auf die Gestaltungsmöglichkeiten dieses offenen Veranstaltungsformats vorzubereiten“, sagt Jana Hochberg. Ihr Fazit zum ersten FernUniCamp: „uns ist es gelungen, den Teilnehmenden einen Rahmen anzubieten, der zu einem offenen Austausch motivierte und auch angenommen wurde. Die FernUniCamper sind mit vielen Impulsen nach Hause gefahren und forderten eine Weiterführung ein.  Das ist eine tolle Bestätigung und Motivation für uns.“

Nach dem Camp ist vor dem Camp: Auch nächstes Jahr wird es am 08./09. September wieder ein FernUniCamp17 an der FernUniversität geben – zum Austauschen und Netzwerken rund um die digitale Fernlehre.

Jöran ruft an: WAS IST DAS FERNUNICAMP UND GIBT ES IRGENDEINEN ZUSAMMENHANG ZUM EDUCAMP?

FOTO VON MARKUS DEIMAN PRIVAT UND JANA HOCHBERG CC BY 4.0

In ein paar Tagen wird das #FernUniCamp16 an der FernUniversität in Hagen stattfinden. Als Organisatoren im Lehrgebiet der Mediendidaktik wurden Markus und ich von Jöran in seiner kleinen PodCast-Reihe zu „Jöran ruft an“ dazu befragt:

  1. was sich hinter dem FernUniCamp verbirgt und
  2. in welchem Zusammenhang die Organisatoren oder auch das FernUniCamp zu den EduCamps stehen.

Jöran ruft an“ ist kurz, schnell und greift aktuelle Bildungsinhalte auf. Eingeleitet wird diese Folge von Jöran auf seinem Blog Jöran und Konsorten mit:

„Endlich mal ein BarCamp!“ Das war die Reaktion vieler Studierender an der Fernuni Hagen, als Jana Hochberg und Markus Deimann das erste FernUniCamp ins Leben gerufen haben. Die zweitägige Veranstaltung bietet eine Mischung aus Workshops am ersten Tag und ein BarCamp am zweiten Tag. Thematischer Schwerpunkt ist die digitalisierte Fernlehre.

(Quelle: www.http://www.joeran.de/jra028-edu-barcamps-fernunicamp)

In den Podcast reinhören: Jöran spricht mit Jana Hochberg und Markus Deimann, die in diesem Jahr zum ersten FernUniCamp eingeladen haben.

 

Links

FernUniCamp (Blog)
Twitter (@fernunicamp)

Anreise und Übernachtung in Hagen zum #FernUniCamp16?

Anreise mit Bahn und Bus

Reist du mit der Bahn an, so bringt dich die Buslinie 515 direkt zur Haltestelle FernUniversität. Einen Fahrplan kannst du auf der Webseite des VRR  abrufen.

Anreise mit dem Auto

Reist du mit dem Auto an, erreichst du Hagen über die Autobahnen A1 oder A46.

Übernachten in Hagen

Tatsächlich ist das gar nicht so einfach, aber möglich! Ein paar dieser Optionen haben wir für euch in einer Google-Map gesammelt.

Bedenke auch gerne solche Optionen, wie Airbnb.

Wir haben ein paar Angebote in den unterschiedlichen Kategorien zusammengestellt. Gerne sammeln und ergänzen wir weitere Vorschläge 🙂 Schreibe dazu in einem Kommentar unter diesem Beitrag deine Ergänzung und wir pflegen diese so schnell, wie möglich ein.

Warum ein BarCamp an der FernUniversität in Hagen anbieten?

Warum wollen wir ein BarCamp an der FernUniversität in Hagen zur Digitalisierng und FernLehre anbieten? Die Internetpräsenz zum BarCamp „FernUniCamp“ findet ihr auf: http://fernunicamp.de

Kurzfassung:

Alles digital oder was? Bildung und Fernlehre im digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung krempelt die Gesellschaft gerade mächtig um. Kein Bereich scheint davon verschont, auch die Bildung nicht. Seit einiger Zeit kursiert daher das Buzzword “Digitale Bildung” in den Medien. Was damit aber gemeint ist, bleibt unklar. Es will auf jeden Fall was anderes als E-Learning sein, da die Digitalisierung sich nicht nur auf die klassischen pädagogischen Aufgaben wie Wissensvermittlung und -überprüfung bezieht, sondern auch die Administration und Organisation von Bildung betrifft.

Mit dem FernUniCamp soll eine Plattform angeboten werden, um dieses Thema zu diskutieren, was Digitalisierung für die Fernlehre und Bildung allgemein bedeutet. Ansätze sind bspw.:

  • Wer soll lernen? Zugang ist dank Open Educational Resources und Massive Open Online Courses meist kostenfrei möglich. Allerdings ist damit noch keine Betreuung garantiert. Wie sieht eine faire Finanzierung jenseits von Kommerzialisierung und Privatisierung aus?
  • Was wollen wir lernen? Wissens ist frei im Netz verfügbar, wie lässt sich Auswahl noch sinnvoll bestimmen?
  • Wie wollen wir lernen? Durch die Vielfalt der medialen Formate scheinen methodische Standards (Vorlesung, Seminar) in Frage gestellt zu werden. Wie aber könnten sinnvolle digitale Methoden aussehen?
  • Wie wird überprüft, dass was gelernt wurde? Die Frage der Zertifizierung stellt sich u.a. dank Nano-Degrees neu. Welche weiteren Abschlussformate sind denkbar?

Hintergrund des FernUniCamps

Im Rahmen der Lehr-Werkstatt (internes FernUni Projekt) und Social Software-Werkstatt (internes FernUni-Projekt) wurden Fragen seitens der Mitarbeitenden/Lehrenden und Studierenden der FernUniversität in Hagen an das Lehrgebiet der Mediendidaktik nach der individuellen Unterstützung in der Entwicklung digitaler didaktischer Szenarien für einzelne Lehrgebiete angefragt. Des Weiteren wurden Anfragen bzgl. der individuellen Begleitung in der technischen Umsetzung von Social Software Implentierungen angefragt.

Dieser Bedarf wurde im Rahmen des Social Software Projektes aufgegriffen und wird im Format eines BarCamps, einer Form der digitalen Bildung, angeboten. Digitale Bildung beschreibt den gesamten Prozess der Bildung mit dem Einsatz digitaler Medien. Die digitale Bildung ist ein kontinuierlicher Prozess, der Individuuen dazu befähigen soll, ihr Wirken in einer digitalisierten Welt aktiv zu gestalten.

Mit dem Verlassen des Industriezeitalters und den Übertritt in das Informationszeitalter verändern sich parallel die Strukturen in der Aus- und Weiterbildung (Maching, 2013). Die individuelle Verantwortung des Individuums steigt, indem es seinem Leben durch bewusst herbeigeführte freiwillige Entscheidungen Sinn gibt. Mit dieser Weiterentwicklung verschwimmen organisatorische Strukturen und regulierte Prozessabläufe (Urry, 2000) und viele Bereiche des Alltags erfahren damit einen tiefgreienden Strukturwandel (Voß, 1998). Die Öffnung von starren Strukturen, Hierarchieabbau, Dezentralisierung und Netzwerkbildung bieten dem Individuum jedoch auch eine Chance für mehr Autonomie, Selbstorganisation und Selbstkontrolle. Die veränderten gesellschaftlichen Anforderungen führen zudem zu einer Chance eines lebenslangen Lernens, wodurch sich neue Lerngewohnheiten und neue Formen der Selbstmotivierung bilden können (Plath, 2000). Auf der anderen Seite ist jedoch zu sehen, dass das Aufbrechen der etablierten Strukturen ein enormes Risiko der Überforderung und Demotivierung des Einzelnen in sich birgt (Plath, 2000). Dabei geht es über den Erwerb von Faktenwissen hinaus, hin zur Fähigkeit, sich Wissen selbst organisiert anzueignen, es anzuwenden und kreative Lösungen für Handlungsherausforderungen eigenständig zu entwickeln bzw. zu suchen.

In diesem dynamischen Prozess der Handlungsherausforderungen verändert sich die Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden. Jedes Individuum ist zeitgleich Lernender und Lehrender. Es lernt auf der einen Seite Handlungsdefiziten kreativ zu begegnen und kann zugleich auf der anderen Seite seine Handlungserfahrungen und das darin erworbene Wissen weitergeben. Aufgrund dynamischer und ständiger Lebensweltveränderungen in der digitalisierten Gesellschaft ist das Individuum dazu aufgefordert, sich lebenslang mit Handlungsdefiziten auseinanderzusetzen.

Mit der Entwicklung des Formats BarCamp wird diesen veränderten Ansprüchen am Lernen und Lernen begegnet. Damit einhergehend wandeln sich beispielsweise Begrifflichkeiten, indem aus Lehrende und Lernende, Teilgebende werden. Die Individuen, die an einem BarCamp teilnehmen, bringen ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten ein, um das BarCamp erfolgreich zu gestalten, darüber hinaus bringen sie ihre eigenen Handlungsherausforderungen mit, um diese mit interessierten Teilgebenden zu erörtert und zu diskutiert. Ein BarCamp kann mit dieser Grundlage als Ermöglichngsraum interpretiert werden.

Dieser Ermöglichungsraum wird im Rahmen des Social Software Projektes angeboten. Mitarbeitende, Lehrende und Studierende der FernUniversität in Hagen erhalten damit die Option ihre eigenen sehr individuellen Handlungsherausforderungen selbstverantwortlich nachzugehen. Mit der Öffnung des Formats über die FernUniversität in Hagen hinaus wird der Zugang zu weiterem Expertenwissen möglich. Des Weiteren können Interessierte mit Teilgebenden aus dem direkten Umkreis der FernUniversität in Hagen in den Diskurs „digitaler Bildung und ihre Auswirkungen auf FernLehre und Bildung“ treten. Mit der Öffnung werden zentrale Elemente digitaler Bildung, wie Netzwerkbildung, der Öffnung starrer Strukturen, Hierarchieabbau und Dezentralisierung umgesetzt.