Wissenschaftliche Texte diskutieren: Das Discuss-Papers-Forum öffnet seine Pforten!

Das Discuss-Papers-Forum

Haben Sie auch schon einmal nach dem Lesen eines Fachartikels nur Bahnhof verstanden und wussten ohne Hilfe nicht mehr weiter? Oder waren Sie vielleicht begeistert von den neuen Einsichten,  die Ihnen die Lektüre beschert hat und hätten es am liebsten der ganzen Welt erzählt? Um diesen Erfahrungen Raum zu geben, eröffnet das Lehrgebiet Mediendidaktik einen internationalen, frei zugänglichen Ort, um über wissenschaftliche Publikationen zu diskutieren. Das Discuss-Papers-Forum.

Worum geht’s?

Die  Lektüre eines wissenschaftlichen Textes beginnt und endet oft als einsame Erfahrung im stillen Kämmerlein. Doch erst im Austausch mit anderen, die den selben Text gelesen haben, erwachen die Inhalte zum Leben: Bedeutungen werden klarer, Abstraktes wird anschaulich und Implikationen greifbar. Während solche dialogischen Leseerfahrung manchmal noch in hochschulischen Seminaren ermöglicht werden, ist es außerhalb solch eines organisierten Lernkontexts nicht leicht, Menschen mit gleichen Leseerfahrungen zu begegnen. Besonders dann, wenn es um spezialisierte, wissenschaftliche Texte geht, deren potenzielle Lesergruppe oft nur Dutzende, Hunderte, bis wenige tausend Menschen weltweit umfasst.

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Das Discuss-Papers-Forum bietet vor diesem Hintergrund einen international ausgerichteten, für alle Fachrichtungen offenen, Gesprächsraum an, in dem sich Menschen mit gleichen wissenschaftlichen Leseerfahrungen suchen und finden können. Als Ausgangspunkt für den Austausch dienen konkrete wissenschaftliche Artikel (papers), denen jeweils ein titelgleicher Thread zugeordnet wird. Dieser bündelt alle Nutzerbeiträge zur betreffenden Veröffentlichung. Was inhaltlich zu den einzelnen Publikationen diskutiert wird, steht den Teilnehmern offen. Dies können Fragen, Anmerkungen, Kritik und dergleichen sein.

Da Englisch die internationale Wissenschaftssprache ist und die meisten Veröffentlichungen in dieser Sprache vorliegen, wird in dem Forum  vorwiegend Englisch gesprochen. Deutschsprachige Publikationen können jedoch auch auf Deutsch besprochen werden. Die gewünschte Diskussionssprache wird vom Threadsteller festgelegt und durch ein vorangestelltes „english“/“german“ gekennzeichnet.

Was bringt das ganze?

Eine ganze Reihe von pädagogischen und psychologischen Theorien legen den Schluss nahe, dass der gemeinschaftlichen Austausch über Texte günstige Effekte nach sich ziehen kann. Zum Beispiel indem ein Diskussionspartner zusätzliches Wissen oder neue Sichtweisen beisteuert, die man bisher nicht wahrgenommen hatte. Oder dadurch, dass man genauer liest und tiefergehend über den Text nachdenkt, wenn man weiß, dass man sich zu dem Gelesenen öffentlich zu Wort meldet. Auch die Erfahrung mit den eigenen Verständnisschwierigkeiten nicht allein zu sein und Unterstützung zu erfahren, kann hilfreich für den eigenen Lernwerg sein. Nicht zuletzt bietet sich die Chance, auf nette Menschen mit gleichen Interessen zu treffen und so Teil einer fachlichen Community zu werden.

Schauen Sie sich doch einmal an, wie das in der Praxis funktioniert!

Welche Unterrichtsmedien sind für welche Unterrichtsmethoden geeignet? Einige grundsätzliche Vorüberlegungen.

Dieser Blogbeitrag beleuchtet die Frage, mittels welcher Analyseschritte Lehrpersonen Medien für Ihren Unterricht systematisch auswählen können und gibt einige Faustregeln an die Hand, die zu einer fundierteren Medienwahl in der Bildungspraxis beitragen können. Dabei erfolgt zugleich eine kurze Einführung in die Ansätze des  Instruktionsdesigns (nach Merrill, 2002) und der instruktionalen Medienwahl (nach Sugrue & Clark, 2000), welche die wissenschaftliche Basis für die hier gemachten Überlegungen bereitstellen.

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Ein erster Blick auf den instruktionalen Einsatz von Social Software an der FernUniversität in Hagen

Über den Einsatz von Social Software im Rahmen der Lehre an der FernUniversität in  Hagen liegen bislang keine Informationen vor. Um zu einer ersten Orientierung zu gelangen, wurden die Homepages der 81 Lehrgebiete breitbandig auf öffentliche Spuren eines wie auch immer gearteten Social-Software-Gebrauchs hin untersucht. Nachstehendes Diagramm gibt einen Überblick über die Art und Einsatzhäufigkeit der angetroffenen Tools.

 

Auftretenshäufigkeit von Social Software auf den Lehrgebiets-Homepages

Auftretenshäufigkeiten von Social-Software-Tools auf den Homepages der 81 Lehrgebiete der FernUniversität in Hagen (Stand: November 2012)

Insgesamt kommt in 70 Lehrgebieten mindestens ein Tool zum Einsatz, das als Social Software klassifiziert werden kann. Bei elf Lehrgebieten war kein Social-Software-Gebrauch anhand der Homepages ersichtlich (Keine Angabe).

Als dominierendes Tool, das unter den Begriff „Social Software“ subsumiert werden kann, erweist sich das zentrale Lernmanagementsystem der FernUniversität: Moodle. Es wird auf 60 Lehrgebiets-Homepages erwähnt. Da die Moodle-Kurse als geschlossene Gruppen organisiert sind, ist jedoch nicht ersichtlich, inwieweit tatsächlich die sozial-kollaborativen und kommunikativen Funktionen von Moodle, im Vergleich zu den sonstigen Funktionen, genutzt werden. Mit meist niedrigen einstelligen Auftretenshäufigkeiten folgen Newsgroups, Chats, Foren, Wikis, Adobe Connect, Facebook und Twitter.

Fazit: Auch wenn der für die Erhebung herangezogene Indikator „Erwähnung von Social Software auf der Lehrgebiets-Homepage“ nicht mehr leisten kann, als gröbste Tendenzen sichtbar zu machen, so legen diese Befunde doch einen Schluss nahe: Abseits des zentralen Lernmanagementsystems, spielt Social Software in der Lehre der FernUniversität Hagen bisher keine nennenswerte Rolle.