Anwendungsbeispiel: Raptivity – Podcastwürfel

Am 22. September berichteten wir schon von Raptivity, einem Werkzeugkastensystem mit dem Lerninhalte interaktiv und spielerisch angereichert werden können.

Heute möchten wir eines unserer eigenen Produkte vorstellen, die wir im Rahmen unserer Module einsetzen.

Aus einer Bibliothek können vorgefertigte Vorlagen mit eigenen Inhalten bestückt werden. In Modul 3 „Gestaltung und Entwicklung von neuen Medien“. In dem Modul erhalten unsere Studierenden einen Überblick zur Gestaltung webbasierter Lernumgebungen. Dabei stehen mediendidaktische und bildungstechnologische Fragestellungen im Mittelpunkt.

In einer unserer letzten Seminare wurden mehrere Podcasts ausgearbeitet. Um diese sehenswerten und anschaulichen Ergebnisse nach dem Ende des Semesters „nicht einfach in das Nirwana des Vergessens“ abgleiten zu lassen und um NeuStudierende des Moduls zu motivieren und Beispiele zu präsentieren, haben wir einige Podcasts mithilfe von Raptivity zusammengestellt.

Über die Vorlage des „Cubes“ von Raptivity haben wir Podcasts zum elearning, zum ARCS Modell (motivationales Instruktionsdesigns)und zum Podcast zusammengefasst. In der Lernumgebung Moodle konnten wir diesen Podcastwürfel in Form von einer einzigen Datei in HTML 5 bzw. als Flash-Datei integrieren. In diesem Blog scheint eine derartige Integration von WordPress nicht unterstützt zu werden (gerne können Anregungen dazu in den Kommentaren wiedergegeben werden).

Podcastwürfel im Ganzen

Das Ergebnis, wenn alle Podcasts (6 = Seiten des Würfels) zusammengestellt wurden. 

Klickt der User auf die entsprechende Seite des Würfels, kann er sich den entsprechend ausgewählten Podcast anhören/sehen.

Wie zum Beispiel den von:

Screenshot 2014-11-10 14.14.54

  • Astrid zu „Hands on Podcast“ (Teil 1 / 2),
  • Marie-Yasmine zu „Computervermittelt kommunizieren“
  • Melanie zum „ARCS Modell“
  • Johanna zum „elearning“

Vielen lieben Dank an Astrid, Johanna, Yasmine und Melanie für die zur Verfügungsstellung der Inhalte 😀

Anmerkung: Die Ladezeiten des Podcastwürfels sind natürlich recht hoch, da sich hier hinter gewaltige Datenmengen verbergen.

Umsetzung:

Die vorkonfigurierten Vorlagen von Raptivity bieten die Möglichkeit schnell und ohne Programmierkenntnisse eigene Präsentationen und Inhalte zu erstellen. Wobei „schnell“ hier relativ gesehen werden muss.  Die Erstellung der Inhalte, wie bspw. eines Podcast beansprucht je nach Aufwand Zeit und Ressourcen. Die erste Einarbeitung in Raptivity beansprucht Zeit und Ressourcen, auch wenn man davon ausgehen kann, dass sich diese nach der Einarbeitung halbiert.

Die Bedienoberfläche ist in einem Vorschau-Bildschirm (links) und in den Bearbeitungsbildschirm (rechts) unterteilt. Die Benutzung von Raptivity entspricht unseren Computergewohnheiten. Will man ein Bild integrieren, so kann man mit einem Klick auf die Bildergalerie des Computers zurückgreifen.

Raptivity / Cube

Die Bedienoberfläche ist in einem Vorschau-Bildschirm (links) und in den Bearbeitungsbildschirm (rechts) unterteilt.

Raptivity / Cube

Die Benutzung von Raptivity entspricht unseren Computergewohnheiten. Will man ein Bild integrieren, so kann man mit einem Klick auf die Bildergalerie des Computers zurückgreifen.

Die Umsetzung des Podcastwürfels hat Spaß gemacht. Allerdings denken wir, dass das Design nicht mehr für jederman ansprechend ist und ein wenig „oldschool“ herüber kommt.

 

Infoveranstaltung auf dem Campus der FernUniversität in Hagen

Die nachfolgenden Folien wurden auf der Einführungsveranstaltung am 14.10.2014 auf dem Campus der FernUniversität in Hagen gezeigt.

Mitmachprojekt für Studierende und Beschäftigte auf FernUni-Campus vorgestellt

An der FernUni -„Wikiade“ können Studierende und Beschäftigte noch bis 31. Mai 2015 teilnehmen. Preise gibt es für besondere Leistungen.

Wiki-Wars in der Wikiade

In dem Spiel Wiki-Wars treten zwei Wikioniken gegeinander an.

Ziel ist es, schneller als der Gegner von einem Wiki-Artikel zu einem thematisch weit entfernten anderen Artikel zu gelangen. Der Spielleiter gibt einen Start- und einen Endbegriff vor. Dabei darf der Spieler ausschließlich auf die blau unterlegten Links im Artikel klicken. Mit dem Start der Wikiade, wo die Wikiade noch über wenig Artikel verfügt, sollen die Wiki-Wars in der Wikipedia ausgetragen werden. Die Wiki-Wars werden von Spielern als ein Wettkampf bezeichnet, der “häufig mit viel Adrenalin, Schweiß und Spaß verbunden ist. Dabei lernen die Teilnehmer spielerisch den Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Wissensgebieten und die Organisation von Wissen.

Spielablauf der Wiki Wars

Bei Wiki Wars handelt es sich um ein dynamisches und schnelles Spiel, über das der Spielende seine Fähigkeiten in einer Wiki zu navigieren verbessern kann. Des Weiteren lernt der Spielende informell den Aufbau eines Wiki-Artikels und seine Einbindung über miteinander verbundene Schlagworte (durch tagging bzw. social bookmarking) in die Plattform.

Ablauf

  • 1. Suche dir Freunde oder andere Mitspieler!
  • 2. Stell sicher, dass deine Internetverbindung zuverlässig ist und die nächsten Minuten nicht zusammenbrechen wird.
  • 3. Einigt euch, in welcher Wiki-Umgebung ihr spielen wollt.
  • 4. Rufe die entsprechende Wiki auf, bspw. Wikipedia, Wikiade, …
  • 5. Der Schiedsrichter erklärt die in dem Spiel angewendeten Spielregeln.
  • 6. Wählt eine Anfangs- und eine Endseite. Eine Startmöglichkeit/Schwierigkeitsgrad ist der zufällige Artikel auf der linken Navigationsleiste eines Wikis. Ein weiterer Anfangspunkt bzw. Schwierigkeitsgrad ist, dass eine neutrale Person die Anfangs- und Endseite auswählt.
  • 7. Das Spiel startet gleichzeitig auf der Startseite.
  • 8. Das Spiel beginnt: Die Spieler navigieren zu der Zielseite ausschliesslich über die Links in einem Artikel. Abweichende Regelsätze können die Verwendung der „Zurück-Schaltfäche“ erlauben. (Hinweis: Die Zurück-Taste erleichtert das Spielen, um von Artikel ohne die Einbindung von Links wieder zurück zukommen.)
  • 9. Der Schiedsrichter stoppt die Zeit und prüft, ob nur Links, die im Artikel eingebunden sind, verwendet werden.

Spielaufzeichnung

Die Spieler der Wiki Wars sollten ihre Artikel-Verlauf aufzeichnen. Für nachfolgende Spieler ist es von Interesse den Verlauf der nacheinander aufgerufen Artikel nachzuverfolgen, da manchmal sehr bizarre Kombinationen zu beobachten sind. Des Weiteren können so Betrugsversuche aufgedeckt werden.

Nachfolgend wird die Spielaufzeichnung im Rahmen der Wikiade vorgestellt.

Schiedsrichter

Der Schiedsrichter sollte ein Tool einsetzen, mit dem man den Bildschirm (Screen) über eine Video aufzeichnen kann. Er lädt beide Spieler zu dem Spiel ein und koordiniert die Aufzeichnung dessen.

  • kostenloses Tool: ScreenCastle: Hierbei handelt es sich um einen klassischen Screencast Recorder, der entweder den gesamten Bildschirm oder nur einen ausgewählten Bereich aufnimmt. Die Aufnahmen im FLV-Format werden anschließend auf einen ScreenCastle-Server geladen und können mit anderen geteilt oder in Websites eingebettet werden. Software wird für den kostenlosen Dienst nicht benötigt.
  • kostenpflichtiges Tool: Camtasia ist ein professioneller Desktop-Camcorder, mit dem der Bildschirm abgefilmt werden kann. Die aufgenommenen Videos lassen sich im Flashformat (SWF und FLV), Silverlight, QuickTime (MOV), RM, animiertes GIF, AVI oder iPod-Video-Format speichern oder gleich in eine ausführbare EXE umwandeln. Über integrierte Bearbeitungs-Funktionen können die erstellten Filme auch gleich geschnitten, editiert oder exportiert werden. Auf Wunsch lassen sich die Videos oder die daraus erzeugten Einzelbilder sogar vertonen oder mit einem Untertitel versehen. Die Software ist für Apple.

Spieler

Die Spieler melden sich folgendermaßen über folgende Tools an: (Aufgrund der technischen Grundlagen halten wir diese Methode am einfachsten umzusetzen.)

Spielende

Nach Spielende veröffentlicht der Schiedsrichter das Ergebnis für die beiden Spieler und stellt im Laufe des Tages das Video und das Ergebnis online.

Die „Wikiade“ startet am 01.10.2014!

Logo der Wikiade

Schon dabei? Miteinander-Gegeneinander im ersten bildungsweiten und interdisziplinären Wettkampf, der Wikiade.

Sie kennen die Olympischen Spiele? Die Wikiade greift diesen olympischen Gedanken auf und ruft alle Studierenden und Mitarbeitenden der FernUniversität in Hagen zu einem universitätsinternen, aber fakultätsübergreifenden Wettkampf auf.

Recherchieren, Artikel schreiben, Herausforderungen annehmen. Das sind nur einige Disziplinen der FernUni-„Wikiade“. Preise gibt es für besondere Leistungen.

Wikiadisches_feuer_250

Ausgangsüberlegungen:

Aufgrund der besonderen Voraussetzungen eines Fernstudiums, stellen wir immer wieder fest, dass unsere Studierenden schwieriger mit ihren Kommilitonen und den Lehrenden in einen kommunikativen Austausch gelangen. Diesen Prozess wollen wir mit der Wikiade unterstützen. Die Wikiade setzt daher bei dem kleinsten gemeinsamen Nenner, den Inhalten des Studiums an, an dem die Teilnehmer anknüpfen können. Im besten Fall bleibt der Austausch nicht nur fachintern, sondern wird fach-bzw. fakultätsübergreifend.

Auf der Wikiade können Sie sich zu Lehrinhalten austauschen, Begrifflichkeiten aus der Lehre diskutieren, Interpretationsvorschläge zu den literarischen Grundlagen ihres Studiums sammeln oder Sie lernen einfach nur Kommilitonen aus Ihrer oder anderen Fachrichtungen kennen und erweitern somit Ihr eigenes persönliches Netzwerk an der FernUni in Hagen. Gerade als FernStudierender ist man auf der ständigen Suche nach Lerngruppen oder auch einfach dem persönlichen Austausch an Erfahrungen über ein FernLehr-Studium. Und vielleicht wohnt ein Wikionike ja gleich in der nächsten Straße Ihres Wohnortes?

Umsetzung:

Auf einer eigenen Wiki-Plattform der FernUniversität in Hagen wird die Wikiade umgesetzt. Um die Einstiegshürden so gering, wie möglich zu halten, finden die Wikioniken in einem ausführlichem Hilfe-Bereich zahlreiche Anleitungen im Umgang und in ihrer Navigation durch die Wikiade.

Im News-Bereich werden Edu-/Infotainment Elemente, wie den Video-Tutorials , angekündigt. Dazu haben wir uns mit verschiedenen Wikipedianern getroffen und Interviews aufgezeichnet. Bei den Wikipedianern handelt es sich entweder um erfahrene Schreiber von Wikipediaartikeln oder sehr engagierten Personen, die zur weiteren inhaltlichen, wie auch technischen Entwicklungen in der Wikipedia beitragen.

Des Weiteren sollen Herausforderungen und spielerische Elemente den Wikioniken begleiten. In den Herausforderungen werden unter anderem Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens eingefordert. Als spielerisches Element finden wöchentlich die Wiki-Wars statt, in denen sich die Teilnehmenden intuitiv die Struktur einer Wiki und den Aufbau von Wiki-Artikeln erschließen.

Eine Anmeldung ist mit Ihrem FernUni-Account möglich! Melden Sie sich an! Treten Sie in den einzelnen Disziplinen für sich selbst und für Ihre Fakultät an!

Erweitern Sie Ihre Wissensgrenzen, indem Sie sich aus ihrer Fachrichtungen hinaus in andere Lehrgebiete bewegen. Wie wird dort der eigene Fachbegriff diskutiert und wahrgenommen? Welche Beispiele aus dem Alltag verbinden Wikioniken anderer Fachrichtungen mit dem geteilten Fachbegriff?

Infografik:

infografik-Wikiade

 

Link zur Wikiade: http://wiki.fernuni-hagen.de/wikiade 

interaktive und spielerische Lerninhalte mit Raptivity anbieten

Um Studierende in ihrer Online-Lehre zu unterstützen versuchen wir zahl- und abwechslungsreiche Interaktionsschnittstellen zu den Tutoren, aber auch zu den Lehrinhalten anzubieten. Jedoch verfügen Tutoren nur über einen begrenzte Zeitrahmen. Daher experimentieren wir an geeigneter Stelle mit dem Einsatz unterschiedlicher und unterstützender Techniken.

In diesem Artikel berichten wir über das Tool Raptivity und dessen Verknüfungen mit unserer Lernumgebung Moodle. In dieser Kombination können Lerninhalte der Moodle Plattform spielerisch aufbereitet, präsentiert, verknüpft und vertieft werden.

Raptivity präsentiert sich auf den verschiedenen Social Media Kanälen, wie bspw. in Slidshare, als ein Tool, welches Studierende motivieren kann.

Präsentation von Raptivity in der Öffentlichkeit

Präsentation von Raptivity in der Öffentlichkeit

Was ist Raptivity?

Raptivity  (Kombination aus: Rapid und Interaktivität) ist ein kommerzielles Programm (ab 500,00 €) mit dem sich kleine interaktive Lerneinheiten (im Flash und HTML 5-Format) erstellen und ohne großen Aufwand in gängige Lernumgebungen (LMS)  einbetten lassen. Allerdings kann sich jeder, der diese Umgebung erst einmal testen möchte, die 30 Tage freie Probeversion herunterladen und mit ihr experimentieren.

Hierfür bietet Raptivitiy drei verschiedene Programmformate mit unterschiedlichen vorgefertigten Interaktionsmöglichkeiten. Die Templates variieren zwischen diversen Quiz- und Prozessdarstellungen sowie Auswahltests und e-book Formaten. Texte, Bilder, Audio- und Videodateien können in die jeweiligen Vorlagen ohne Programmierkenntnisse einzeln oder gemeinsam integriert werden.

Raptivity stellt dazu in seiner Bibliothek etwa 180 Spielen, Umfragen, Simulationen, 3D-Objekte, Interaktionen, etc. bereit.

Kategie: Games

Raptivity: Kategorie-Games

 Kategorie: Exploration

Raptivity: Kategie-Exploration

 Kategorie: storytelling

Raptivity: Kategorie-storytelling

Kategorie: Content

Screenshot 2014-09-22 09.12.54

 Raptivity selbst ist ein Windows basiertes Programm, die erstellten Lerneinheiten werden über ein scorm Format exportiert und können unabhängig vom Betriebssystem verwendet werden.

Eine Reihe von Video-Tutorials werden auf dem Youtube-Kanal von Raptivity angeboten: http://www.youtube.com/user/Raptivity

Wer steckt hinter Raptivity?

Bei Raptivity handelt es sich um ein Produkt aus der “Harbinger Knowledge” Produktserie. Die Harbinger Group (Hauptsitz ist in Indien) entwickelt seit 1990 inbesondere interaktive und plattformunabhängige eLearning Lösungen für Single-User-Lerinteraktionen und Multi-User-soziale Interaktionen.

Erfahrungsbericht aus dem Lehrgebiet der Mediendidaktik:

 Zur Zeit werden im LG Mediendidaktik verschieden Lerneinheiten mit Raptivity erstellt und im kommenden Semester implementiert.

 Zusammenfassung:

  • Große Auswahl an unterschiedlichen Vorlagen
  • kurze Einarbeitungszeit
  • Vorschau in Echtzeit, während der Anpassungen des Lernspiels
  • umfangreiche Hilfe nicht nur in der Handhabung des Tools, sondern auch was die Vor- und Nachteile der Präsentation sind
  • Vorlagen sind nur eingeschränkt anpassbar
  • Projekte sind unbefriedigend skalierbar
  • lange Ladezeiten
  • Raptivity-Schnittstelle ist nur in englischer Sprache

Einen Steckbrief über Raptivity ist auch auf E-Teaching.org zu finden: http://www.e-teaching.org/technik/produkte/raptivitysteckbrief

Alternativen zu Raptivity:

weiterführende Links:

social reading: literarische Texte als Diskussionsräume verstehen?

Ausgangsfrage:

Präsenzzeiten sind wertvoll! Dabei spielt es keine Rolle, ob sich diese Präsenzzeiten auf einen Kurs, auf eine Tagung oder anderes beziehen …

Auch wenn sich Beat Döbeli Honegger und Michael Hielschieler mit ihrem Tagungsbeitrag: “Tagungsbände als Diskussionsräume? Social reading als erster Schritt zur flipped conference” nur auf die Jahrestagung der GMW 2014 beziehen, so kann man davon ausgehen, dass ihre Eingangsfrage

“ob es angesichts der technischen Möglichkeiten sinnvoll ist, wenn Teilnehmende unvorbereitet zu Präsenztagungen erscheinen?”

, erweiterbar ist. Vor folgenden Herausforderungen stehen Vortragende:

  1. Der Präsentierende trägt den Inhalt vor, ohne die vielleicht wertvollen Kommentare und Ergänzungen und Anregungen aus dem Publikum in seine Forschung zurückfließen zu lassen. Das Publikum verfügte über keine Vorbereitungszeit, sich länger in die Arbeit einzudenken.

  1. Der Vortragende gestaltet den Inhalt weit weg, von der Lebenswelt der Teilnehmenden. In einer Lehrveranstaltung bedeutet dies bspw., dass die didaktischen Methoden sich an den Bedürfnissen der Studierenden orientieren müssen, statt an den Gewohnheiten der Dozenten.

Angesichts der heutigen technischen Grundlagen ist ein Austausch auf einer Tagung oder eines Kurses ohne Vorbereitung an den Interessen der Teilnehmenden ungenügend, wenn nicht sogar unbefriedigend und zwar für beide Seiten. Doch, wie können Vortragende und Teilnehmende, sich gleichzeitig mit den Inhalt vertiefend auseinandersetzen und Feedback, bzw. eigene Anregungen zurück fließen lassen?

Begriflichkeiten: “Flipped Classroom” und “social reading”

Beiden Methoden gemeinsam ist, dass sich die Teilnehmenden in einer unabhängigen Vorbereitungsphase den Inhalt im Vorhinein der Veranstaltung erschließen.

Im “Flipped Classroom” soll das Gelernte angewendet und diskutiert werden. In der Schule und Hochschule wird derzeit mit dem Format des “flipped classroom” experimentiert (vgl. Joshua Weidlich und Christian Spannagel “Die Vorbereitungsphase im Flipped Classroom”, ebenfalls im Tagungsband der GMW 2014 erschienen).

Social reading” im Hochschul- und Schulkontext, beinhaltet die gemeinsame Diskussion von Texten (welche durchaus mit verschiedenen Medienmixes angereichert sein können), muss hingegen nicht aus dieser Vorbereitungsphase bestehen. Dennoch ist es sinnvoll, dass sich Teilnehmende über “social reading” gemeinsam einen Text erschließen, in dem sie Verständnisprobleme und Begrifflichkeiten in Vorbereitung zur anschließenden Vertiefung klären.

Bob Stein, Computer-Pionier und Visionär, sowie Gründer der New Yorker Denkfabrik “Institute for the Future of the Book” hat in einem Projekt mit 85 britischen Studierenden der Literaturwissenschaft, die noch im Beta Status befindliche Plattform “SocialBook” eingesetzt. Während des Zeitraums des Projekts wurde eine Veränderung der Lehrtätigkeit festgestellt. In Diskussionen auf der Plattform verständigten sich die Studierenden im Vorhinein über den Inhalt. In dem darauffolgendem Seminar wurde der Text vertieft. Durch diese Veränderung der Lehr- und Lernform wurden Studierende und Lehrende stärker in den Vorbereitungen belastet. Allerdings konnte ein nachweislich wesentlich höherer Lernerfolg erzielt werden. (Blogbericht: „Le blog du Labo de l’édition: The Future of the Book is Social: Bob Stein’s insights“ (10.04.2014) und „Future of the book: SocialBook in action“ (18.08.2013)“

 

Screen - SocialBook.png

eingebunden mit Embedded Video

YouTube Direkt

 

“Social reading” kann daher als vorbereitender Baustein für “flipped classroom” oder andere “flipped Formate” gedacht werden.

 Lernziele nach Bloom (1965):

Der Lernzieltaxonomie nach Bloom folgend, werden sechs kognitive Prozesse des Lernens folgendermaßen hierarchisch angeordnet: remember, understand, apply, analyze, evaluate und create.

Werden diese Lernzielkategorien auf das “social reading” in Form eines “flipped Formats” übertragen, nämlich als Vorbereitung, so können die kognitiven Prozesse des remember und understand aus- bzw. vorgelagert werden. Bestimmten diese Lernzielkategorien in klassischen Präsenzveranstaltungen die Informationsvermittlung, so gelang es Studierenden/Teilnehmenden oft nur im Selbststudium die höheren Lernziele zu erreichen. Bei der aktiveren Vorbereitungsform, können Studierende/Teilnehmende hingegen erfolgreicher zu höheren kognitiven Prozessen stimuliert werden. Die Studierenden könnten eigene kreierte Ergebnisse zur Veranstaltung mitbringen und mit Kommilitonen und Dozenten diskutieren. Auf diese Weise wird die Integration der Lebenswelt des Studierenden selbstverständlich in die Veranstaltung integriert. Die nachfolgende Grafik soll dies veranschaulichen:

Blooms Taxonomie (social reading)

Blooms Taxonomie (social reading)

Zur GMW Tagung war erstmals der Tagungsband online verfüg- und kommentierbar: Realisiert wird der Tagungsband im Social Reading Format mit dem WordPress PlugIn commentPress (http://futureofthebook.org/commentpress/)

Beat Döbeli Honegger und Michael Hielscher weisen dementsprechend darauf hin, dass die für Lehrveranstaltungen getätigten Überlegungen sich auch auf wissenschaftliche Tagungen übertragen lassen.

 

FernUni-MOOCs: „Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft“

Am 12. Juni startet bereits der zweite MOOC: Teilnehmen können alle Interessierten

Ihren ersten MOOC (Massive Open Online Course) bot die FernUniversität in Hagen vom 29. April an vier Wochen lang in Form eines „Interdisziplinären Diskurses zur digitalen Gesellschaft“ über die Lernplattform Moodle an. Alle vier Fakultäten waren an diesem MOOC beteiligt, alle Studierendenden der FernUniversität zur kostenfreien Teilnahme unter http://mooc.fernuni-hagen.de eingeladen.

Inhalte mit Social-Software-Tools bearbeiten

Am Anfang jeder Woche gab es ein rund 15-minütiges Impulsreferat und thematisch daran anschließend eine Aufgabe. Als Studienleistung wird der MOOC zwar nicht anerkannt, aber wer „am Ball“ blieb, alle vier Aufgaben löste und am Ende einen Erfahrungsbericht in Moodle hochlud, bekam ein Teilnahmezertifikat. Zur Bearbeitung standen den Studierenden in diesem MOOC nicht nur verschiedene Hintergrundinformationen (z. B. Texte, Videos), zur Verfügung. Sie konnten und sollten außerdem über verschiedene Social-Software-Tools – zum Beispiel den Kurznachrichtendienst Twitter oder die Plattform Scoop.it – ihre Ideen und Gedanken mit den anderen Teilnehmenden diskutieren, eigene Beiträge veröffentlichen und die der anderen analysieren. „Die Studierenden generierten so neues, eigenes Wissen und stellten dieses im Idealfall auf der MOOC-Internetseite der FernUniversität wiederum der Community zur Verfügung. Es war auch möglich, nicht-öffentlich im geschützten Moodle-Bereich zu agieren“, erklärt Prof. Dr. Theo Bastiaens. Der Leiter des Lehrgebiets Mediendidaktik hatte den ersten MOOC der FernUniversität im Rahmen seines Forschungsprojekts „Social Software“ initiiert.

MOOC ist Experiment

In diesem von der FernUniversität finanzierten Projekt erforschen und implementieren Bastiaens und sein Team ein didaktisches Modell zum Einsatz von Social Software in der Hochschullehre. Unter dem Begriff Social Software sind webbasierte Anwendungen wie Blogs, Wikis und Netzwerkplattformen zusammengefasst. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, Lehrende und Studierende durch den Einsatz von Social Software in konkreten Lernsituationen zu unterstützen. Das große Potenzial von Social Software in der Hochschullehre sieht der Bildungswissenschaftler vor allem darin, dass die Akteure im Lernprozess miteinander in eine soziale Beziehung treten und interagieren. So wird der Aufbau kollaborativer Wissenskonstruktionen gefördert. „Damit der Einsatz von Social Software einen Mehrwert in der Lehre hat, ist ein didaktisches Konzept Voraussetzung. Und genau daran arbeiten wir gerade. Dieser erste MOOC ist deshalb als Experiment zu verstehen. Er ist eines von vielen Instrumenten, das wir in unserem Forschungsprojekt testen“, unterstreicht Bastiaens.

„Hauptzielgruppe sind unsere Studierenden“

MOOCs werden bereits von Hochschulen, Institutionen und Unternehmen weltweit eingesetzt. Nicht immer erfolgreich. „Viele dieser Angebote scheitern, weil sie nicht strukturiert sind, die Zielgruppe nicht klar definiert und vor allem zu groß ist“, weiß Bildungswissenschaftler Bastiaens. „Deshalb war dieser erste MOOC der FernUniversität ein Angebot für unsere Hauptzielgruppe – für die rund 84.000 Studierenden.“ Die Ergebnisse aus diesem ersten MOOC wurden unter http://mooc.fernuni-hagen.defür alle Interessierten veröffentlicht.

Illustration(Copyright: Christine Schulmann)

Die vier Themenwochen

Prof. Bastiaens eröffnete am 29. April den MOOC mit seinem Impulsreferat „Neues Lernen – neue Lehre? Der Homo Zappiens an der Uni“. Woche zwei startete mit dem Vortrag „Informationsmanagement: Brücke zwischen Business und IT“ von Prof. Dr. Ulrike Baumöl, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Das Thema von Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth, Rechtswissenschaftliche Fakultät, war in Woche drei „Internetanschluss – für die eigenwirtschaftliche Lebensführung von überragender Bedeutung“. Die letzte Woche drehte sich um die Frage „Digitale Unterschriften und Zitate – Mit wem rede ich gerade im Internet?“ Das Impulsreferat hierzu hielt Prof. Dr. Jörg Keller, Fakultät für Mathematik und Informatik.

Stimmen (Erfahrungen und Einschätzungen) zum FernUni-MOOC.

  • Offen für alle Interessierten: Zweiter MOOC der FernUni startet im Juni

Thema des sechsteiligen cMOOC ist das wissenschaftliche Arbeiten

Nach dem erfolgreichen Auftakt legen die Lehrgebiete Mediendidaktik und Allgemeine Bildungswissenschaft der FernUniversität ab 12. Juni 2013 einen weiteren Massive Open Online Course auf: Teilnehmen können beim so genannten cMOOC – das „c“ steht für konnektivistisch – diesmal alle Interessierten. Sie entdecken auf einer sechsteiligen Reise „die Insel der Forschung“ (siehe Abbildung der Insel in diesem Wiki) und beschäftigen sich mit vielfältigen Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Sozialwissenschaft. Teilnahme und Rückmeldungen beim cMOOC sind über den Kurznachrichtendienst Twitter möglich.

Die Umsetzung des cMOOC ist eine Kooperation der Lehrgebiete Mediendidatik (Prof. Dr. Theo Bastiaens, Dr. Markus Deimann) und Allgemeine Bildungswissenschaft (Dr. Sebastian Vogt) und ist Teil des Forschungsprojektes „Social Software“, das von der FernUniversität finanziert wird.

Sechs Referentinnen und Referenten geben Anregungen und Impulse

Das Konzept der cMOOC-Veranstalter begreift das Netz als offenen, digitalen Raum zur Kollaboration und Kommunikation. Verschiedene Referentinnen und Referenten werden live spannende Fragen des wissenschaftlichen Arbeitens aufgreifen. Ihre Namen möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten, schließlich handelt es sich um eine Forschungs- und Entdeckungsreise…

Die Termine und Themen der Vorträge stehen bereits fest:

  • Mi, 12. Juni 2013, 18 Uhr: Was ist wissenschaftliches Arbeiten?
  • Do, 20. Juni 2013, 18 Uhr: Wie funktioniert eine Literaturrecherche?
  • Do, 27. Juni 2013, 18 Uhr: Wozu brauche ich eine Forschungsfrage?
  • Do, 4. Juli 2013, 18 Uhr: Wie findet man methodisch Antworten auf die Forschungsfrage?
  • Do, 11. Juli 2013, 18 Uhr: Wozu braucht man ab und an Mathematik und Statistik im Forschungsprozess?
  • Do, 18. Juli 2013, 18 Uhr: Auf den Punkt gebracht: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?

Twitter als aktiver Rückmeldekanal während der Vorträge

Alle Impulsvorträge überträgt das Zentrum für Medien und IT der FernUni per Live-Stream ins Netz. Die Teilnehmenden können sich während und nach der Übertragung beim Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort melden, Fragen stellen und mitdiskutieren. Schlagwort des zweiten FernUni-MOOC, der so genannte Hashtag, ist#exif13. Zudem gibt es ein eigenes Twitterprofil unter www.twitter.com/exif13 mit Neuigkeiten, Hinweisen und Links (u.a. zu den Live-Streams) rund um die Vortragsthemen.

„Wir als Lehrende bekommen viele wertvolle Impulse“

Feedback zum gelungenen ersten MOOC der FernUniversität

Er ist vorbei – der erste MOOC (Massive Open Online Course) der FernUniversität. Vier Wochen, vier Themen und das Ziel, einen interdisziplinären Diskurs zur digitalen Gesellschaft anzuregen. Und dieses Ziel wurde ohne Frage erreicht: 1350 Studierende haben am MOOC teilgenommen und viele kreative Text- und Tonbeiträge auf der FernUni-internen Lernplattform moodle und über externe Kanäle (z. B. Blogs) gepostet. Die Auswertung der Ergebnisse aus diesem MOOC erfolgt zurzeit und wird in wenigen Wochen unter http://mooc.fernuni-hagen.debereitgestellt.

Eine Studentin aus dem Bachelorstudiengang Bildungswissenschaft hat uns ihre Erfahrungen und Eindrücke geschildert:

„Die Flut der Beiträge – besonders in der ersten Woche – kam streckenweise einem Informations-Tsunami gleich, der über mich wegschwappte. Nach kurzer Zeit musste ich feststellen, dass ich unmöglich alle lesen kann. Dennoch habe ich für mich sehr viel interessante Erkenntnisse aus diesem MOOC mitnehmen können, und das ist vielleicht die wichtigste: lernen zu selektieren. Die zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien erleichterten zusätzlich die Konzentration auf die Fragestellung der Woche und den Umgang mit dem streckenweise empfundenen „kognitiven Overload“. Ich habe mich bei der Themenauswahl auf ein, zwei für mich auch im Kontext meines Studiums besonders interessante Aspekte beschränkt und dazu eigene Beiträge gepostet sowie bei Kommilitonen in deren Threads mitdiskutiert. Ich muss nicht alle Beiträge lesen, um mich am MOOC zu beteiligen. Mehr geht nicht und ist zeitlich nicht zu schaffen. Aber mehr muss vielleicht auch nicht sein, sondern weniger ist vielleicht sogar mehr. Die Beteiligung am MOOC stärkt neben der Erarbeitung der diskutierten Inhalte nach meinem Eindruck auf jeden Fall die Fähigkeit, sich auf ausgewählte Themeninhalte zu konzentrieren und sich diese Themen selbständig und vertiefend zu erarbeiten.“

Und wie sieht das Fazit von Prof. Dr. Theo Bastiaens aus? Der Leiter des Lehrgebiets Mediendidaktik hatte den ersten MOOC der FernUniversität im Rahmen seines Forschungsprojekts „Social Software“ initiiert.

„Wir sind überwältigt von der Masse und der größtenteils sehr hohen Qualität der Beiträge. Dieser MOOC war für uns ein Experiment, das gelungen ist. Es hat sich als gut und richtig erwiesen, dass wir die Gruppe der Teilnehmenden auf die Studierenden der FernUniversität beschränkt haben. Ein MOOC funktioniert nur, wenn die Zielgruppe klar definiert ist. Und, das ist Grundvoraussetzung, wenn er auf einem ausgereiften didaktischen Konzept beruht. Neben mir und den anderen drei Referenten waren acht Mitarbeitende mehrere Wochen in die Vorbereitung dieses MOOC eingebunden. Die Arbeit, die hinter diesem Projekt steht, hat sich für alle gelohnt. Wir als Lehrende bekommen durch die fruchtbaren Diskussionen in diesem MOOC auch viele neue und wertvolle Impulse.“