Cut me some slack…oder mit Slack Lernräume schaffen

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Social-Software-Plattform Slack. Nach einem kurzen Einstieg gehen wir der Frage nach, was Slack eigentlich ist und wofür es gedacht ist. Dass sich daraus Möglichkeiten für die Lehre ergeben, zeigen wir kurz im letzten Absatz.

Slack – von Kanada nach Kalifornien in die ganze Welt

Slack. So mancher dürfte mittlerweile zumindest einmal davon gehört haben. Von dem 2009 in Vancouver gegründeten und jetzt in San Francisco ansässigen Start-Up-Unternehmen Slack Technologies entwickelt und 2013 auf den Markt gebracht, wurde Slack dazu entwickelt, Arbeiten innerhalb von Gruppen effizienter zu machen. Offizielle Zahlen des Unternehmens zeigen einen rasanten Anstieg der Nutzer: 2015 noch über 500.000 konnten Anfang 2016 bereits 2,3 Millionen tägliche User vermeldet werden. Der Wert von Slack wurde bereits 2015 auf über zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. Namhafte Unternehmen aus dem begeisterungsfähigen und innovationsaffinen Silicon Valley investierten. Im Dezember 2016 wurde zudem eine Kooperation mit dem Internetriesen Google verkündet. Zum rasanten Aufstieg von Slack kann hier [Quelle: www.computerworld.com] ein interessanter Artikel aufgerufen werden.

Slack zielt in erster Linie auf kleine Teams in der Bürowelt ab. Thorsten Schröder teilte die Erfahrungen, die sein Team mit Slack machte, bereits 2014 in einem Artikel [Quelle: Zeit Online]. Was im Silicon Valley und auch in hiesigen Büros immer besser und immer häufiger funktioniert, ermöglicht auch Lernenden neue Wege, kollaboratives Lernen effizienter zu gestalten. Erste Berichte zum Einsatz von Slack an Universitäten gibt es bereits. Anlass genug, Slack hier als Lern- und Austauschplattform vorzustellen.

Was ist Slack und wie funktioniert es?

Slack unterstützt kommunikative Prozesse innerhalb von Teams, die im besten Fall aus fünf bis neun Personen bestehen. Die Vorteile der webbasierten Instant-Messaging-Anwendung sind dabei schnell ausfindig gemacht: schneller, kollaborativer Austausch und die Verbindung aus asynchroner sowie synchroner Kommunikation.

Slack kombiniert die Funktionen Webtelefonie, Messaging und das Sharing von Dateien. Was erst einmal wenig innovativ klingt, entpuppt sich jedoch als äußerst praktischer, übersichtlicher Online-Treffpunkt für Teams. Die Kommunikation ist innerhalb von Channels, die zu bestimmten Themen angelegt werden können und zu denen nur die Personen eingeladen werden, die das Thema betrifft, möglich, aber auch z. B. zwischen nur zwei Personen via Direktnachrichten.


Channels können unbegrenzt angelegt werden.
Zugriff darauf haben nur Personen, die thematisch involiert sind.

Auch ist es möglich, sich selbst Nachrichten oder Dokumente zu hinterlassen. Das ist dann besonders nützlich, wenn man wichtige Notizen, Gedankengänge oder Einfälle sicher ablegen möchte, um sie z. B. später weiter auszuarbeiten oder anderen mitzuteilen. Das Besondere ist, dass nicht alle Teammitglieder zur gleichen Zeit anwesend sein müssen, denn Nachrichten sind jederzeit abrufbar. Dass asynchron kommuniziert werden kann, ermöglicht es, Informationen gezielt bereitzustellen und zu verteilen. Die Vielfalt der Endgeräte, für die Slack verfügbar ist, erleichtert den Zugang um ein Weiteres.

  • Slack ist für den Browser, als Android- und iOS-App sowei Webanwendung erhältlich
  • Es gibt eine kostenlose Basisversion mit eingeschränkten Funktionen
  • Das Wechseln zwischen verschiedenen Teams ist einfach: Jeder Channel kann eine andere Teamzusammensetzung haben
  • Die Anwendung ist intuitiv und flexibel nutzbar
  • Die Nutzeroberfläche ist nicht überladen und lenkt somit nicht von der Kommunikation ab

Warum Slack?

Was unterscheidet Slack von anderen Social-Media-Anwendungen wie Facebook, Skype und Twitter und Foren, die ähnliche oder vielleicht sogar die gleichen Funktionen mit sich bringen? Übersichtlichkeit und kleine Zusatzfunktionen, die die Arbeit mit Slack vereinfachen, schneller, frustfreier machen. Zudem kombiniert Slack die Funktionen anderer Anwendungen und ermöglicht es, weitere Applikationen wie Dropbox problemlos einzubinden.

 

 

Hochgeladene Dokumente, Nachrichten sowohl in Channels als auch in Direktnachrichten: Alles, was jemals über Slack geteilt und kommuniziert wurde, kann auch später gesucht, gefunden und erneut aufgerufen werden. Nichts geht verloren.

Das aufklappbare Seitenfenster zeigt alle geteilten Dateien,
angepinnte Beiträge und ermöglicht die Suche nach Wörtern.

Das kann man auch bereits am Namen erkennen, denn Slack ist ein Akronym und steht für: Searchable Log of All Conversation and Knowledge. Slack eignet sich jedoch nicht nur dafür, Inhalte nachzuhalten. Kollaborativer, (a)synchroner Austausch wird dank der vielfältigen Möglichkeiten des Tools angeregt und unterstützt. Für Lernende bedeutet das, dass konkrete Problemlösungen, Diskussionen zu Lernthemen, Nach- und Vorbereiten von Seminaren, Austausch von Lernmaterialien, gemeinsames Bearbeiten von Aufgaben in kleinen Gruppen effizient über Slack koordiniert werden können. Da die Inhalte abrufbar bleiben, kreieren Lernende zudem einen Wissenspool, aus dem geschöpft werden und der jederzeit erweitert werden kann.

Sympathisch und humorvoll stellt Slack sich hier selbst vor. Schaut doch mal rein!

eingebunden mit Embedded Video

YouTube DirektSo Yeah, We Tried Slack…

 

PfadLerner: Anreiz zum Austausch und Vertiefung der Studieninhalte

Auf der Veranstaltung der FernUniversität in HagenDigitalisierung in der Lehre“ am 16.02.2017 wurde PfadLerner als ein Beispiel für digitale Lehre vorgestellt.

PfadLerner entstand im Rahmen des vom Rektorat geförderten Social Software Projektes an der Fernuniversität in Hagen.

Unsere Ausgangsüberlegungen zu Beginn des Projektes waren und werden nachfolgend kurz weiter vorgestellt:

  1. Wie können wir unsere Studierenden in der Kommunikation untereinander unterstützen?
  2. Wie können wir unsere Studierenden motivieren, sich mit den Inhalten ihres Studiums vertiefend auseinander zu setzen?

mixed reality

Beide Ausgangsüberlegungen wurden mit dem medialen Ansatz „mixed reality“ verbunden.

Der Begriff „mixed reality“ hat sich seit Juli 2016 mit dem Erscheinen von Pokémon Go! allgemein verständlicher durchgesetzt. Die Popularität von Pokémon Go! wurde in den verschiedensten Medienberichten aufgenommen, weitergetragen und in diesem Zusammenhang verbreitete sich ebenso die unscharf abgetrennte Begrifflichkeitswolke um „mixed reality“, „augmented reality“, „virtual reality“, etc., die alle auf die Kombination virtueller Elemente mit realen Elementen verweisen.

PfadLerner greift diese Kombination von virtuellen Dingen mit realen Objekten, in diesem Fall Orten auf. Diese spezielle Verbindung von virtuellen Elementen mit realen Orten wird auch als location based Anwendung bezeichnet.

PfadLerner verbindet mehrere Stationen zu einem Lehrpfad, den die Spielenden abgehen können.

Für mixed reality Szenarien ist besonders die Zielgruppe aufgeschlossen, die selbstverständlich mit Digitalisierung im Alltag umgeht (Schnetzer, 2012). Zudem ist mixed reality  auf ein breites Publikum anwendbar (Montola, 2009: „can be compelling for young players as well as adults (p.12)).

PfadLerner schafft Anreize für einen Austausch

Darüber, dass die Studierenden (entweder zu mehreren oder allein) an verschiedene Orte geführt werden, sollen sie Anregungen zum fachlichen, wie auch überfachlichen Austausch erhalten.

  • Zu einem fachlichen Austausch können Studierende beispielsweise über das Thema eines Pfades, welches über mehrere Stationen aufgeteilt werden kann, angeregt werden. Jeder Pfad kann ein eigenes Thema aufgreifen. Im nachfolgenden Beispielbild wird im Pfad das Thema „wissenschaftliches Arbeiten“ vorgestellt. An einer der Stationen des Pfades werden die Spielenden zu einer aktiven Handlung aufgefordert, mit der ein fachliches Verständnis unterstüzt werden kann. Durch den Austausch der unterschiedlichen Lösungsansätze der Spielenden, setzen sich die Studierenden vertiefend mit der dargestellten Thematik auseinander.
  • Auf dem Weg zwischen den Stationen tauschten sich die Studierenden bei unseren ersten Einsatztests zu ihren Herausforderungen eines FernStudiums oder andere alltägliche Dinge aus.

PfadLerner schafft Anreize für inhaltliche Vertiefung der Studienthemen

Über die Spielfunktion von PfadLerner kann oft nur ein oberflächiger Eindruck zu Themen vermittelt werden. Um den Spielenden nicht mit Informationen am mobilen Endgerät zu überladen und damit die Spiellust zu verderben, sollten die Texte möglichst kurz und knapp gehalten werden.

Allerdings sind die Pfadkreiierenden erst zu einer sinnvollen Zusammenfassung und Verallgemeinerung des zu bearbeitenden Themas in der Lage, wenn sie sich mit dem Thema umfassend auseinander gesetzt haben.

Durch eine mögliche Einbindung von interaktiven und multimedialen Schnittstellen (YouTube, QR-Codes, etc.) wird das gewählte Thema zugleich in andere mediale Umgebungen transferiert bzw. ergänzt. In diesem Zusammenhang erwerben die Studierenden zugleich mediale und digitale Kompetenzen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass PfadLerner verschiedene Lernansätze unterstützt:

  1. Lernen durch Lehren: PfadLerner unterstützt Studierende dabei, ihre eigenen Lernphase und Inhalte zu konstruieren.
  2. Lernen durch Schnittstellen: Pfade können interaktiv und multimedial umgesetzt werden. Eine Kombination von verschiedenen Medienformaten und Kommunikationsschnittstellen ermöglicht es Studierenden , die Inhalte abwechslungsreich und zielgruppengerecht aufzubereiten.
  3. Lernen durch Kollaboration und Partizipation: Feedbackmöglichkeiten und Bewertungen ermöglichen den Anwendern die Inhalte der Pfade weiter zu entwickeln und zu diskutieren.
  4. Lernen durch Erfahrung: Die erarbeiteten Pfade verbinden theoretische Inhalte, wie bspw. aus den Studienbriefen der FernUni in Hagen, mit der Praxis, durch das Hinführen zu beispielhaften anschaulichen Szenarien.
  5. Lernen in Communities: Lernorte werden durch angelegte Pfade für Studierende/Mitarbeitende der FernUniversität in Hagen sichtbar und ermöglichen Räume der Begegnung und des Austauschs.

Save the Date: FernUniCamp-08./09.September 2017

Save the date-FernUniCamp17

Save the date-FernUniCamp17

Das Datum steht: Vom 08. – 09. Sept. 2017 wird an der FernUniversität in Hagen unter dem Motto: „Gleichschaltung oder Vielfalt? Digitalisierung in der (Fern)Lehre“ das zweite FernUniCamp stattfinden, ein offenes Format für Wissensaustausch und Networking.

Wenn das Orga-Team des FernUniCamps genug Sponsoring an Land zieht, natürlich.

Rückblick auf das erste FernUniCamp

Auf unserem ersten FernUniCamp haben wir neue und spannende Menschen getroffen und näher kennen gelernt (Networking), viele spannende Dinge von euch erfahren und von euch gelernt (Wissensaustausch). Die persönliche und fast schon familiäre Atmosphäre wurde von dem Umfeld, das uns die FernUniversität mit seiner Infrastruktur geboten hatte, unterstützt.

Damit das FernUniCamp stattfinden kann, brauchen es eure Unterstützung!

So, und jetzt braucht das Orga-Team für das Camp das Wichtigste: EUCH.

Aboniert den Blog, folgt dem Twitteraccount (@fernunicamp)  oder tragt euch in das Facebook-Event ein.

Erzählt möglichen Sponsoren, wie toll Barcamps sind und wie wichtig es ist, dass sie sich dort präsentieren und connected sie mit uns ( d.i. Sponsoring = jana.hochberg@fernuni-hagen.de)

Erzählt ALLEN, bloggt, twittert, facebookt und snapchattet über das #FernUniCamp (und bringt einfach ein bis zwei Leute mindestens mit).

Let’s camp!

Was steckt hinter dem Motto?

Entstanden ist das Motto aus folgenden Überlegungen:

Ein Bestreben der FernUniversität in Hagen liegt darin, sich mit den veränderten Anforderungen an hochschulischer Fernlehre in den Aspekten der Diversität und Digitalität auseinanderzusetzen, um die Wertvorstellungen, Lebensumstände und den Interessen der Fernstudierenden aufzunehmen. Die Realisierung dieser Grundanforderungen an Diversität und Digitalität geht mit Fragestellungen zur diversitätsgerechteren und digitalisierten Gestaltung der Lehr- und Lernkontexte einher (Hofstede, 1986; Kamentz & Schudnagis, 2002; Porter & Gamoran, 2002; Stuber, 2009).

Im Rahmen des FernUniCamps 2017 sollen Diversity und Digitalität mit Fokus auf die hochschuldidaktischen Fernlehre diskutiert werden. Eine Hybridisierung wird technologisch induziert, eröffnet aber auch individuelle Integrations- und Sinnstiftungsprozesse. Es werden zwei Schwerpunktthemen angedacht:

Diversität, als ersten Schwerpunkt, definiert Thomas (1992) mit dem simplen Terminus “similarities” und umfasst damit Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen, wie die sozio-kulturelle Herkunft, der ethno-sprachliche Hintergrund, Geschlecht und Gender etc. (Krell, 2008). Mit diesem Verständnis von Diversity gestaltet sich der Diskurs facettenreich und dynamisch.

Der zweite Schwerpunkt eröffnet ebenso einen facettenreichen und dynamischen Ansatz von digitalen Lehr-, Lern- und Prüfungsszenarien. Hochschulbildung regt in diesem Kontext eigenverantwortliches und weitgehend selbsttätiges Lernen an (nach Wildt, 2004).

Angesichts der beiden Schwerpunkte gilt es, Lehr- und Lerninhalte in Bezug auf Bildungsplanung und Didaktik neu zu gestalten und Fernstudierende selbst in den Mittelpunkt hochschuldidaktischer Bemühungen zu rücken. Eine diversitätssensible Zielgruppendifferenzierung in Fernlehr- und Fernlernsettings fördert eine diskriminierungsfreie Fernlernkultur, partizipative Teilhabe am Wissensbildungsprozess und fordert die Berücksichtigung diverser Lernstile, Erfahrungen und Lernmethoden (Carell, 2006). Digitale Lehr- und Lernszenarien unterstützten Individualisierungs-, Kommunikations-, Interaktivitäts- und Kollaborationsprozesse (Kerres, 2001; Schulmeister, 2004).