Herzlich Willkommen auf dem Blog des Lehrgebiets der Mediendiaktik der FernUniversität in Hagen, welches sich dem speziellen Thema „Social Software“ widmet!

Wie kann Social Software die Fernlehre (distance learning) unterstützen? Welche Social Software sind in welcher Lernsituation besonders hilfreich? Welche Lehr-und Lernszenarien eignen sich für das mediengestützte Lernen? Dazu berichten wir auf diesem Blog von unseren Projekten.

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Aktives Arbeiten in dem Wiki mit Hilfe der Löffelübung (fortgeschrittene Übung)

Vom Stellenwert der Handlungskompetenz

Der Einsatz von Wikis im Hochschulbereich wird zunehmend im Kontext von Projekt- und Arbeitsgruppen, dem kollaborativem Arbeiten zur gemeinsamen Erstellung von

Texten, Präsentationen, Referaten sowie im Bereich der informellen Kommunikation und Information angesiedelt (Bremer, 2006, S. 103).

Das Potenzial von Wikis, wie der Wikiade, ist in der direkten (wenn auch asynchronen) Kommunikation und Kollaboration zu finden. Die asynchrone Kommunikation bietet dem Wikioniken den Vorteil, dass sich genügend Zeit zur Reflexion und zum Gedankenaufbau, wie auch der Gedankendarstellung bietet.

Damit sich FernStudierende in der Wikiade über ihre Interessen kennen lernen und fachlich austauschen können, ist eine gewisse Handlungskompetenz in Form der Nutzung eines Wikis notwendig. Ein spielerisches aber fortgeschrittenes Element für die  Vermittlung bzw. den Erwerb dieser Handlungskompetenz ist die Löffelübung.

Von der Bedeutung der Löffelübung

löffel

CC BY-SA 3.0 Donovan Govan

In der Löffelübung schreibt eine vorher definierte Gruppe (gemeinsam ist den Personen das gemeinsame Editieren) gemeinsam und zugleich einen Text.

Die Löffelübung habe ich bisher nur in Face-to-Face Szenarien mit Andreas Paul umgesetzt. Andreas Paul hat die Löffelübung für die verschiedenen Seminare mit dem Team „Bildung und Wissen“ von Wikimedia maßgeblich ein- und umgesetzt. Dabei erfährt eine Gruppe den kollaborativen Arbeitsprozess als „live“-Interaktion. Voraussetzung sind ein Einzelplatz mit Internet und erste Grundkenntnisse beim Editieren in einem Wiki.

Um typische gruppendynamische Prozesse beim Editieren in einem Wiki zu erfahren, eignet sich die Löffelübung besonders gut. Darunter u.a. die Bewältigung technischer Probleme (bspw. Bearbeitungskonflikte, weil zu viele Editionen zur gleichen Zeit an demselben Artikel arbeiten), „Die Weisheit der Vielen“ (nach James Surowiecki, 2004, Originaltitel: The wisdom of crowds. Why the many are smarter than the few and how collective wisdom shapes business, economies, societies and nations, nachdem Gruppen klüger sind als Einzelne), selbstorganisierte Gruppenarbeit, etc.

Im Rahmen der Wikiade soll die Löffelübung gänzlich virtuell stattfinden. Ob uns dieses Experiment gelingt?

Die Löffelübung besteht im Wesentlichen aus zwei Arbeitsformen:

  1. Alleine arbeiten.
  2. Im Team arbeiten. Bei dieser Arbeitsform gibt es die formelle und informelle Arbeitsteilung. Die kollaborative Arbeit. Darunter wird eine selbstorganisierte Zusammenarbeit ohne die Verabredung einer normalen Teamarbeit verstanden.

Die Löffelübung vermittelt die Grundlagen des kollaborativen Arbeitens – ohne theoretische Erklärungen. Einfach durch das unmittelbare lösen der Aufgaben. Dabei ist die Größe der Gruppe zweitrangig: es funktioniert mit 10 Personen genauso wie mit 20.

Beispiel einer Löffelübung

  1.  Löffel im Film.
  2. Löffel in der Fantasy-Literatur.
  3. Löffel in der Wirtschaft.
  4. Was hat August Heinrich Hoffmann von Fallersleben mit Löffeln zu tun?
  5. Ein Haus für Löffel.
  6. Was hat ein Brand mit Löffeln zu tun?
  7. Was hat Hypertonie mit Löffeln zu tun?

Mit dem Begriff Löffel kann man viel assozieren, beispielsweise das Esswerkzeug, die Hasenlöffel und vieles andere. Wer jetzt einen Satz zu „Löffel im Film“ schreiben will, kann einen Satz über einen Hasenfilm, eine Filmszene im Restaurant oder vieles andere beschreiben. Wichtig ist nur die Einhaltung der unten genannten Bedingungen.

Bedingungen der Löffelübung

  • Für diese Übung darf nur die vorgegebene Plattform benutzt werden.
  • Google wird bei dieser Übung nicht viel nützen – wirklich. Ungeachtet dessen ist Google bei dieser Übung verboten.
  • Die Sätze müssen sachlich richtig sein, einen nachweisbaren Inhalt besitzen und formalen Kriterien (Rechtschreibung, Grammatik, Satzbau) genügen. Als Beweis reicht es aus, wenn der Sachverhalt in einem Wikiartikel eindeutig beschrieben wird.
  • Die Sätze müssen zueinander in keinerlei Zusammenhang stehen.
  • Reden ist während der Übung verboten. Über die Diskussionsseite kann man sich austauschen und Aufgaben verteilen.

Tipp für die Lösungen: Nicht alles wörtlich nehmen. Es gibt für jeden Stichpunkt mindestens eine sinnvolle Lösung.

Quellen

Bremer, C. (2006). Wikis im eLearning. In C. Rensing (Hrg.), Proceedings der Pre-Conference Workshops der 4. e-Learning Fachtagung Informatik DeLFI ,11.-14.9.06 in Darmstadt (S. 101 – 106). Berlin.

URL http://edulinks.de/paper28/paper_bremer_wikis.pdf

Anwendungsbeispiel: Raptivity – Podcastwürfel

Am 22. September berichteten wir schon von Raptivity, einem Werkzeugkastensystem mit dem Lerninhalte interaktiv und spielerisch angereichert werden können.

Heute möchten wir eines unserer eigenen Produkte vorstellen, die wir im Rahmen unserer Module einsetzen.

Aus einer Bibliothek können vorgefertigte Vorlagen mit eigenen Inhalten bestückt werden. In Modul 3 „Gestaltung und Entwicklung von neuen Medien“. In dem Modul erhalten unsere Studierenden einen Überblick zur Gestaltung webbasierter Lernumgebungen. Dabei stehen mediendidaktische und bildungstechnologische Fragestellungen im Mittelpunkt.

In einer unserer letzten Seminare wurden mehrere Podcasts ausgearbeitet. Um diese sehenswerten und anschaulichen Ergebnisse nach dem Ende des Semesters „nicht einfach in das Nirwana des Vergessens“ abgleiten zu lassen und um NeuStudierende des Moduls zu motivieren und Beispiele zu präsentieren, haben wir einige Podcasts mithilfe von Raptivity zusammengestellt.

Über die Vorlage des „Cubes“ von Raptivity haben wir Podcasts zum elearning, zum ARCS Modell (motivationales Instruktionsdesigns)und zum Podcast zusammengefasst. In der Lernumgebung Moodle konnten wir diesen Podcastwürfel in Form von einer einzigen Datei in HTML 5 bzw. als Flash-Datei integrieren. In diesem Blog scheint eine derartige Integration von WordPress nicht unterstützt zu werden (gerne können Anregungen dazu in den Kommentaren wiedergegeben werden).

Podcastwürfel im Ganzen

Das Ergebnis, wenn alle Podcasts (6 = Seiten des Würfels) zusammengestellt wurden. 

Klickt der User auf die entsprechende Seite des Würfels, kann er sich den entsprechend ausgewählten Podcast anhören/sehen.

Wie zum Beispiel den von:

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  • Astrid zu „Hands on Podcast“ (Teil 1 / 2),
  • Marie-Yasmine zu „Computervermittelt kommunizieren“
  • Melanie zum „ARCS Modell“
  • Johanna zum „elearning“

Vielen lieben Dank an Astrid, Johanna, Yasmine und Melanie für die zur Verfügungsstellung der Inhalte 😀

Anmerkung: Die Ladezeiten des Podcastwürfels sind natürlich recht hoch, da sich hier hinter gewaltige Datenmengen verbergen.

Umsetzung:

Die vorkonfigurierten Vorlagen von Raptivity bieten die Möglichkeit schnell und ohne Programmierkenntnisse eigene Präsentationen und Inhalte zu erstellen. Wobei „schnell“ hier relativ gesehen werden muss.  Die Erstellung der Inhalte, wie bspw. eines Podcast beansprucht je nach Aufwand Zeit und Ressourcen. Die erste Einarbeitung in Raptivity beansprucht Zeit und Ressourcen, auch wenn man davon ausgehen kann, dass sich diese nach der Einarbeitung halbiert.

Die Bedienoberfläche ist in einem Vorschau-Bildschirm (links) und in den Bearbeitungsbildschirm (rechts) unterteilt. Die Benutzung von Raptivity entspricht unseren Computergewohnheiten. Will man ein Bild integrieren, so kann man mit einem Klick auf die Bildergalerie des Computers zurückgreifen.

Raptivity / Cube

Die Bedienoberfläche ist in einem Vorschau-Bildschirm (links) und in den Bearbeitungsbildschirm (rechts) unterteilt.

Raptivity / Cube

Die Benutzung von Raptivity entspricht unseren Computergewohnheiten. Will man ein Bild integrieren, so kann man mit einem Klick auf die Bildergalerie des Computers zurückgreifen.

Die Umsetzung des Podcastwürfels hat Spaß gemacht. Allerdings denken wir, dass das Design nicht mehr für jederman ansprechend ist und ein wenig „oldschool“ herüber kommt.