Herzlich Willkommen auf dem Blog des Lehrgebiets der Mediendiaktik der FernUniversität in Hagen, welches sich dem speziellen Thema “Social Software” widmet!

Wie kann Social Software die Fernlehre (distance learning) unterstützen? Welche Social Software sind in welcher Lernsituation besonders hilfreich? Welche Lehr-und Lernszenarien eignen sich für das mediengestützte Lernen? Dazu berichten wir auf diesem Blog von unseren Projekten.

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Gemeinsames Lesen und Diskutieren der Studienlektüre mit Nota Bene?

“The text is a tissue of citations, resulting from the thousand sources of culture.”

Roland Barthes

 

Studierende und Dozenten können in „Nota Bene“ PDF’s in einer kooperativen Art und Weise online kommentieren. Aus dieser Möglichkeit ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten. Nachfolgend werden ein paar beispielhaft aufgeführt:

  1. Studierende lesen die Entwürfe von Veröffentlichungen und können daran mitarbeiten
  2. unverständliche Ausdrücke werden offensichtlich und Studierende, wie auch Dozenten können diese erklären,
  3. bzw. bei größeren Unverständlichkeiten, kann dieses Feedback direkt eingesetzt werden.

Was ist Nota Bene?

NB (Nota Bene) ist ein webbasiertes kollaboratives Annotationstool für PDF’s, welches den Austausch über die zu lesende Literatur in der Gruppe, aber auch zwischen Schülern und Lehrern ermöglicht.

Mit NB werden Kommentierungen im Text selbst ermöglicht und komplexes Material kann von den Teilnehmern detailliert diskutiert werden.

Es existieren aktuell nur wenige kollaborative Annotationstools, welche in der Bildung eingesetzt werden.

Entwickelt wurde NB von der Haystack Group and Artifical Intelligence Laboratory am MIT und ist das Produkt der gemeinsame Leistung von Prof. David Karger (Twitteraccount: @karger) und Doktorand Sacha Zyto (LinkedIn). Seit 2009 wird das NB-Tool eingesetzt. Derzeit wird es in mehreren MIT Kurse und in über 100 Kurse in 10 externen Institutionen verwendet.

Karger und Zyto verbinden mit NB folgendes Potenzial:

“NB encourages students to participate in the class material, even students who are not verbally active in class. Questions and comments from students as well as replies from faculty are displayed inplace and provide a new perspective on the content. Evaluation shows that students prefer to use [the] online tool to read their notes, rather than printing out copies that are missing these annotations. Finally, NB provides comment browsing interfaces that help scale the staff’s workload of coping with reading assignments in large classes.”

(Wilkins, P. (2012). NB PDF Annotation Tool. Gallery of Educational Innovation. Gefunden am 26.02.2015 unter http://oeit.mit.edu/gallery/projects/nb-pdf-annotation-tool)

Welche Vorteile im Bildungsbereich können mit einem Einsatz von Nota Bene einhergehen?

Nota Bene hat sich zum Ziel gesetzt eine kollaborative Kommunikation des Vorlesungsstoffs bzw. der Bildungsinhalte zu ermöglichen. Kollaboratives Arbeiten findet heterarchisch statt, was eine mehr oder weniger vollkommene Gleichberechtigung aller Teilnehmer bedeutet.

Daraus ergeben sich folgende Vorteile:

  1. Beim Lesen des Textes können auftretende Fragen bereits von mitlesenden Kommilitonen beantwortet werden. Der Dozent wird damit einerseits entlastet und der Fragende muss nicht über einen längeren Zeitraum auf eine Antwort warten. Des Weiteren können mitlesende Kommilitonen ihr erworbenes Wissen / Erkenntnisse weitergeben.
  2. Zum anderen wird das Wissen und die Kompetenzen von Kommilitonen oft unterschätzt, bzw. liegt es in der Veranstaltung aufgrund der vorgegebenen Struktur brach. Dieses können sie über die Plattform Nota Bene von nun an dem Text beifügen und diesen bspw. durch Beispiele ergänzen oder andere Perspektiven erweitern.
  3. Nota Bene ermöglicht es die zu lesenden Texte auf vielfältige und differenzierte Art und Weise kreativ zu begleiten. Beispielsweise können Beispielvideos, Tonspuren oder andere Fachtexten zu bestimmten Textstellen verlinkt werden.
  4. Verständnis – Loslassen von Wissen (kann nicht alles wissen, deswegen kollaboratives zusammenarbeiten)

Steckbrief: Nota Bene NB

NB
Einsatzgebiet Bildung: Textdiskussionen, gemeinsames erarbeiten / lesen von Textinhalten in PDF-Form
Ziel NB ermöglicht Themen in ihrer Breite zu diskutieren. (Brainstorming)
Zielgruppe Bildung (Studierende, wie auch Dozenten)
Kosten kostenlos nutzbar
Hard-/Software-voraussetzung webbasiert, daher unabhängig von den Gerätearten (Mac/ Windows / Android)
Tutorials

Multimedia- Einbindung Integration von Links
Support Support wird durch FAQ’s, durch ein Forum und weitere Kontaktmöglichkeiten angeboten.
Usability
  • Benachrichtigungsfunktion / Integration einzelner Social Media Eigenschaften
  • Dashboard: auf dem die Aktivitäten, die beobachtet werden sollen zusammengefasst werden
  • mehrere Klassen sind einstellbar
  • Übersichtlichkeit bleibt trotz mehrere User vorhanden
Sprache Englisch (Vorschlag für einen Einsatz: bedarf unterstützender Videotutorials bzw. Screens)
Kategorie Social Reading

Erste Schritte auf Nota Bene

          Dashbord:

Nach der Anmeldung findet der Nutzer in einer Übersicht alle Dokumente die er lesen, bzw. mitlesen kann. Im größeren Fenster werden ihm des Weiteren verschiedene Interaktionsformen, die seit seinem letzten Besuch vollzogen worden, angezeigt, wie bspw.:

  1. neue Kommentare in einer PDF, wo man selbst über Adminrechte verfügt (entweder zugewiesen oder weil man das Dokument hochgeladen hat) und
  2. wenn auf einen eigenen Kommentar reagiert wurde, in Form von Unterstützung durch das „+“, bzw. durch Reaktion mit einem eigenen Kommentar.
Dashboard NB

NB: Dashboard

          Gruppen erstellen:

Eine PDF muss, wenn sie hochgeladen wird, um deren Inhalt mehreren Lesern freizugeben, einer Gruppe zugeordnet werden, die zuvor angelegt wurde. Folgende Einstellungen für die PDF können vorgenommen werden:

  • Allow comments to staff?
  • Allow anonymous comments?
  • Allow guest access?
  • Allow users to download PDFs?
  • Allow users to add any PDF available online by ist URL?
  • Use subscribe URL?
NB Settings

NB: Einstellungen

Die Leser in einer Gruppe werden über eine E-Mail eingeladen.

NB: Einladung zur Bearbeitung eines Textes

NB: Einladung zur Bearbeitung eines Textes

Neuer Eintrag / Markierung:

Durch Markierungen im Text kann die Aufmerksamkeit anderer „Mitleser“ auf den Textteil gelenkt werden, der einen selbst besonders interessiert.

NB social reading

NB: social reading

Auf der linken Seite ist der markierte Text erkennbar, währen auf der rechten Seite eine entsprechende Notiz zu dem markierten Text für weitere Mitleser hinterlassen werden kann. Diese Notiz kann individuell geteilt werden, Des Weiteren kann man durch das Setzen des Häkchens unter „reply requested“ Reaktionen einfordern, indem bspw. derjenige informiert wird, der den Text eingestellt hat. Ebenso kann sich derjenige, der die Notiz zu einer Textstelle schreibt, anonymisieren.

Die Notiz kann entweder:

  1. für die gesamte Gruppe, die das Dokument liest freigeschaltet werden,
  2. für den Admin, bzw. in diesem Fall denjenigen, der das Dokument eingestellt und die Betreuer freigeschaltet werden
  3. oder für denjenigen, der die Notiz anlegt hat, sichtbar sein. kommunikativer Austausch / Kollaboration

 weiterführende Gedanken:

Rührt social reading an den Grundfesten unseres Verständnisses des Lesen? Ein Buch diente in der abendländischen Kultur im wesentlichen dazu, “mich selbst, ganz wie ich da bin, auszubilden“. Allerdings erst durch literarische Eröterungen und den Austausch anderer Leser kann man sich mit einem Buch durch “die allmähliche Vertiefung der Gedanken beim Reden” individuell weiterbilden.

In der nachfolgenden PPT habe ich versucht die unterschiedlichen Kulturtechniken des analogen und des sozialen Lesens gegenüberzustellen. Anschliessend wurden drei verschiedene social reading Plattformen vorgestellt.

PPT-Social reading

Semesterhalbzeit zum ersten bildungsweiten und interdisziplinären Wettkampf zwischen den Fakultäten an der FernUniversität in Hagen

Nach den vielen Wünschen zum neuen Jahr, haben wir realisiert, dass die erste Hälfte des Wintersemesters 2014/2015 geradezu verflogen ist. Es ist also Zeit ein kleines Resümee zum Forschungsprojekt der Wikiade zu ziehen.

logo_wikiade_shine KopieZiel der Wikiade ist, den Studierenden der FernUniversität in Hagen einen Kommunikations-, wie auch Reflexionsraum anzubieten, in dem sie sich über die Inhalte ihres Studiums austauschen können. Die Inhalte des Studiums, wie auch die einzelnen Fachtermini können gemeinsam analysiert und sich verständlich erklärt, im besten Fall sogar gemeinsam entwickelt werden.

In Anlehnung an den olympischen Gedanken wird die Wikiade umgesetzt. Die einzelnen Fakultäten der FernUniversität in Hagen stehen somit in einem qualitativen, wie auch in einem quantitativen Wettbewerb.

In der Wikiade entsteht auf dieser Grundlage ein Netz von Informationen, das über Fachtermini miteinander verknüpft ist. Neue Lerninhalte lassen sich in ein schon vorhandenes Netz von Informationen integrieren. Die zusammenhängende Darstellung des jeweiligen Lerninhaltes unterstützt das Verständnis und den Lernprozess. Ebenso eröffnet sich für jeden Wikioniken die Möglichkeit, sich über angrenzende Themengebiete auszutauschen und dabei auch die Grenzen der eigenen Fakultät zu verlassen.

Für die Studierenden der FernUni wird der Lernprozess mit Hilfe der Wikiade spielerisch unterstützt.

Die Aufgabe der Studierenden besteht überwiegend darin, sich mit ihren studienrelevanten Inhalten beispielsweise durch Diskussionen auseinanderzusetzen. Dazu müssen sie die Informationen und Argumente der Autorin oder des Autors interpretieren und analysieren. Zum anderen werden sie durch den Austausch in der Wikiade angeregt, einen eigenen Standpunkt gegenüber den Inhalten argumentativ zu vertreten. Den Studierenden selbst, obliegt die Entscheidung über einen kollaborativen Aushandlungsprozess, diese gewonnen Informationen über eine selbstgestaltete Struktur in die Wikiade zu übertragen.

Die Wikioniken spiegeln das heterogene Feld der Studierenden an der FernUniversität in Hagen wieder.

Die aktivsten Wikioniken sind zum einen in den beiden größten Fakultäten, den Wirtschaftswissenschaften und den Kultur- und Sozialwissenschaften, zu finden. Zum anderen konnten wir in einer Teildisziplin der Wikiade, den so genannten Wiki-Wars, neben den FernStudierenden aus Deutschland und Österreich, ebenso Studierende aus den USA begrüßen. Die Aufgabe in den Wiki-Wars besteht darin, schneller als der Gegner von einem Wiki-Artikel zu einem thematisch weit entfernten anderen Artikel zu gelangen.

Feedback der Studierenden

Des Weiteren erschließen sich die Wikioniken die Wikiade auf sehr differenzierte Art und Weise. Einige Studierende experimentieren mit der Form eines “E-Portfolios”, während andere Studierende sich an der Wikiade spielerisch beteiligen, indem sie sich mit dem Nickname “Agent XO” auf der Plattform bewegen.

Grundsätzlich wird die Wikiade von den Studierenden der FernUni begrüßt, was sich in den 32.327 Seitenaufrufen, den 1.434 entstandenen Seiten, den 127 hochgeladenen Dateien und 4.908 Seitenbearbeitungen (Stand: 12.01.2015) wiederspiegelt. Die Gruppe der aktiven Wikioniken beträgt einen Anteil von 18 %. Der zusätzliche Aufwand, sich freiwillig mit der Wiki-Syntax auseinanderzusetzen, schreckt viele Studierenden ab. Selbst dann, wenn die Neugier, sich in die Wikiade diskursiv einzubringen über den spielerischen Ansatz, für eine längere Aufmerksamkeitsspanne entfacht bleibt und über regelmäßige mediale Einspielungen, wie beispielsweise den Interviews mit Wikipedianern, immer wieder punktuell aufflammt.

Dennoch wird die Wikiade von den Studierenden der FernUni befürwortet. So bezeichnet Klaus bspw. die

“Wikiade ist ein innovatives Neuland. Problem ist der Lerntransfer, die Produktion von totem Wissen im Studium, man lernt für Klausuren, Scheine, Punkte, bekommt Kompetenzen bescheinigt, aber selbstkritisch kriecht doch der Zweifel hoch, ob man sie wirklich besitzt und nicht nur einer Illusion der Macher aufsitzt, denn nach einiger Zeit sind Begriffe, Wissen, Theorien fast alle wieder bis auf eine dunkle Erinnerung verschwunden, aus dem Bewusstsein getilgt und dem Gedächtnis entfallen. Mit der Wikiade kann man vielleicht einiges vorübergehend mobilisieren, festlegen und lernt obendrein noch den Umgang mit einem Wiki. Eine gute Idee. Nur der zeitliche Rahmen, nebenher zu allem anderen … und man müsste sich richtig hinein steigern, nicht nur ein Alibi-Artikelchen schreiben, um dabei gewesen zu sein, damit man Nutzen daraus zieht.”

Kritisiert wird das Design der Wikiade, welches auf dem ursprünglichen Design der MediaWiki beruht. Im Internet werden bereits zahlreiche Lösungen angeboten, mit denen beispielsweise die grafische Oberfläche, wie auch die Integration von Videos oder Bildern, oder die Administration aufgewertet werden können. An dieser Stelle besteht Verbesserungsbedarf.

Ebenso wird seitens der Nutzer/innen eine Überarbeitung der vorgegebenen inhaltlichen Strukturierung empfohlen, um den neu angemeldeten Wikioniken eine erste Orientierung zu ermöglichen. Die Strukturierung der Inhalte spiegelte sich in der Auflistung der Studienbriefnummern wieder. Eine Strukturierung über die verschiedenen Module der Lehrgebiete, wurde im bisherigen Verlauf der Wikiade als unterstützender herausgearbeitet. Studierende identifizieren sich mit ihren Modulbelegungen, in denen auch schon mal mehrere Studienbriefe die Grundlage bilden können.

Diese Anregungen sollen aufgegriffen und umgesetzt werden.

Dem Forschungsprojekt der Wikiade kommt darüber hinaus eine gesellschaftliche Bedeutung zu, wie der Austausch auf verschiedenen Veranstaltungen wiederspiegelt. Durch die Präsentation der Wikiade als beispielhafte Social Software-Anwendung im Lernkontext auf dem EduCamp 2014 im DGB Bildungswerk Hattingen, wurde die Idee der Wikiade von den anwesenden Bildungseinrichtungen (überwiegend Schulen) positiv aufgegriffen. Von ihr geht die Idee aus, ähnliche Wettbewerbe in Schulkontexten zu integrieren, um den Unterricht anzureichern.

So formulierte Eike Rösch auf seinem privaten Blog nach dem Besuch des EduCamps folgendes Fazit:

“Ich bin überzeugt davon, dass außerschulische Medienpädagogik allein durch ihre Rahmenbedingungen eine Innovationsquelle für die pädagogische Arbeit mit Medien sein muss,“ (Rösch, Eike (2014, 13.10.). Wo sind all die Indianer hin? Gefunden am 13.10.2014 unter: https://eike.io/wo-sind-all-die-indianer-hin)

Wobei er besonderen Wert darauf legt, mediale Trends aufzugreifen und einen pädagogischen Umgang mit ihnen zu finden. Er betont dabei, dass die entstehenden Konzepte nicht immer dauerhaft verwendbar sein und auch nicht immer direkt auf formale Lernkonzepte übertragen werden müssen.

Eike Rösch ist Dozent für Medienbildung an der PH Zürich und Betreiber des Medienpädagogik Praxis-Blog.

Einerseits geht die Wikiade als Forschungsprojekt zum einen der Frage nach der Nutzung und dem Bedarf der Plattform als Kommunikations- und Austauschplattform für Studierende der FernUniversität in Hagen nach. Andererseits erprobt sie ebenso Lehr-/Lernkonzepte für den allgemeinen Bildungsbereich.

 

Über große Entfernungen miteinander zu studieren? In der Social Software Werkstatt der FernUni in Hagen finden Sie Tools die Sie dabei unterstützen.

social media

CC0 Public Domain

Kooperatives und kollaboratives Arbeiten und Lernen wird gerade im Hinblick auf die räumliche Distanz in der Fernlehre immer wichtiger. Ein schneller Austausch von Daten, Informationen und Wissen zwischen den Lernenden und zwischen Lernenden und Lehrenden fordert Tools, die Vernetzung und zeitnahen Austausch ermöglichen.

Wer Informationen schnell per Weblog oder Facebook an eine größere Gruppe Interessierter weitergeben will, wer sich mit der Lerngruppe oder Freunden über Skype oder Google+ austauschen möchte, muss wissen, wie diese Tools funktionieren, wie sie optimal eingesetzt werden können und welche Risiken sie bergen.

Screenshot ILearnkarten

Screenshot iLearnkarten

Kennen Sie zum Beispiel die APP des Lehrgebietes Mediendidaktik, mit der Sie Inhalte aus dem Master Modul 1 vertiefen können? Oder die im Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik entwickelte APP, die im Bachelor Studiengang Bildungswissenschaften genutzt werden kann?
Oder kennen Sie die Plattform learningapps.org? Hier können Sie eigene APP’s mit verschiedensten Lerninhalten eigenständig und kostenlos entwickeln oder auf schon bestehende Lernapp’s zugreifen und diese Ihren Bedürfnissen anpassen.

Wir, das Lehrgebiet Mediendidaktik bieten Ihnen mit der Social Software Werkstatt eine Plattform, auf der Sie verschiedenste mediale Tools kennenlernen und ausprobieren können.

Diese Tools unterstützen einen interaktiven Austausch und ermöglichen Ihnen aktives und selbstgesteuertes Lernen. Lern-App’s, soziale Netzwerke, das virtuelle Klassenzimmer, Blogs, Podcasts und Wikis sind nur einige der Möglichkeiten, mit denen Sie hier Erfahrungen sammeln können. Im aufgeführten Beispiel wird das Online Whiteboard von Katja Rummler vorgestellt.

Nutzen Sie die Moodle-Umgebung und tauschen Sie sich mit anderen Studierenden über Ihre Erfahrungen mit Social Software aus und schildern Sie dort Ihren eigenen individuellen und beruflichen Umgang mit den unterschiedlichen Tools.

Die Social software Werkstatt wird von uns fortlaufend ergänzt und bearbeitet. Ein Wiederkommen lohnt sich also.

 

Sie erreichen die Moodle-Umgebung (Anmeldung geht nur über einen eigenen FernUni-Account) über folgenden Link: https://moodle2.fernuni-hagen.de/course/view.php?id=17

Wissenschaftliche Texte diskutieren: Das Discuss-Papers-Forum öffnet seine Pforten!

Das Discuss-Papers-Forum

Haben Sie auch schon einmal nach dem Lesen eines Fachartikels nur Bahnhof verstanden und wussten ohne Hilfe nicht mehr weiter? Oder waren Sie vielleicht begeistert von den neuen Einsichten,  die Ihnen die Lektüre beschert hat und hätten es am liebsten der ganzen Welt erzählt? Um diesen Erfahrungen Raum zu geben, eröffnet das Lehrgebiet Mediendidaktik einen internationalen, frei zugänglichen Ort, um über wissenschaftliche Publikationen zu diskutieren. Das Discuss-Papers-Forum.

Worum geht’s?

Die  Lektüre eines wissenschaftlichen Textes beginnt und endet oft als einsame Erfahrung im stillen Kämmerlein. Doch erst im Austausch mit anderen, die den selben Text gelesen haben, erwachen die Inhalte zum Leben: Bedeutungen werden klarer, Abstraktes wird anschaulich und Implikationen greifbar. Während solche dialogischen Leseerfahrung manchmal noch in hochschulischen Seminaren ermöglicht werden, ist es außerhalb solch eines organisierten Lernkontexts nicht leicht, Menschen mit gleichen Leseerfahrungen zu begegnen. Besonders dann, wenn es um spezialisierte, wissenschaftliche Texte geht, deren potenzielle Lesergruppe oft nur Dutzende, Hunderte, bis wenige tausend Menschen weltweit umfasst.

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Das Discuss-Papers-Forum bietet vor diesem Hintergrund einen international ausgerichteten, für alle Fachrichtungen offenen, Gesprächsraum an, in dem sich Menschen mit gleichen wissenschaftlichen Leseerfahrungen suchen und finden können. Als Ausgangspunkt für den Austausch dienen konkrete wissenschaftliche Artikel (papers), denen jeweils ein titelgleicher Thread zugeordnet wird. Dieser bündelt alle Nutzerbeiträge zur betreffenden Veröffentlichung. Was inhaltlich zu den einzelnen Publikationen diskutiert wird, steht den Teilnehmern offen. Dies können Fragen, Anmerkungen, Kritik und dergleichen sein.

Da Englisch die internationale Wissenschaftssprache ist und die meisten Veröffentlichungen in dieser Sprache vorliegen, wird in dem Forum  vorwiegend Englisch gesprochen. Deutschsprachige Publikationen können jedoch auch auf Deutsch besprochen werden. Die gewünschte Diskussionssprache wird vom Threadsteller festgelegt und durch ein vorangestelltes “english”/”german” gekennzeichnet.

Was bringt das ganze?

Eine ganze Reihe von pädagogischen und psychologischen Theorien legen den Schluss nahe, dass der gemeinschaftlichen Austausch über Texte günstige Effekte nach sich ziehen kann. Zum Beispiel indem ein Diskussionspartner zusätzliches Wissen oder neue Sichtweisen beisteuert, die man bisher nicht wahrgenommen hatte. Oder dadurch, dass man genauer liest und tiefergehend über den Text nachdenkt, wenn man weiß, dass man sich zu dem Gelesenen öffentlich zu Wort meldet. Auch die Erfahrung mit den eigenen Verständnisschwierigkeiten nicht allein zu sein und Unterstützung zu erfahren, kann hilfreich für den eigenen Lernwerg sein. Nicht zuletzt bietet sich die Chance, auf nette Menschen mit gleichen Interessen zu treffen und so Teil einer fachlichen Community zu werden.

Schauen Sie sich doch einmal an, wie das in der Praxis funktioniert!

Aktives Arbeiten in dem Wiki mit Hilfe der Löffelübung (fortgeschrittene Übung)

Vom Stellenwert der Handlungskompetenz

Der Einsatz von Wikis im Hochschulbereich wird zunehmend im Kontext von Projekt- und Arbeitsgruppen, dem kollaborativem Arbeiten zur gemeinsamen Erstellung von

Texten, Präsentationen, Referaten sowie im Bereich der informellen Kommunikation und Information angesiedelt (Bremer, 2006, S. 103).

Das Potenzial von Wikis, wie der Wikiade, ist in der direkten (wenn auch asynchronen) Kommunikation und Kollaboration zu finden. Die asynchrone Kommunikation bietet dem Wikioniken den Vorteil, dass sich genügend Zeit zur Reflexion und zum Gedankenaufbau, wie auch der Gedankendarstellung bietet.

Damit sich FernStudierende in der Wikiade über ihre Interessen kennen lernen und fachlich austauschen können, ist eine gewisse Handlungskompetenz in Form der Nutzung eines Wikis notwendig. Ein spielerisches aber fortgeschrittenes Element für die  Vermittlung bzw. den Erwerb dieser Handlungskompetenz ist die Löffelübung.

Von der Bedeutung der Löffelübung

löffel

CC BY-SA 3.0 Donovan Govan

In der Löffelübung schreibt eine vorher definierte Gruppe (gemeinsam ist den Personen das gemeinsame Editieren) gemeinsam und zugleich einen Text.

Die Löffelübung habe ich bisher nur in Face-to-Face Szenarien mit Andreas Paul umgesetzt. Andreas Paul hat die Löffelübung für die verschiedenen Seminare mit dem Team “Bildung und Wissen” von Wikimedia maßgeblich ein- und umgesetzt. Dabei erfährt eine Gruppe den kollaborativen Arbeitsprozess als „live“-Interaktion. Voraussetzung sind ein Einzelplatz mit Internet und erste Grundkenntnisse beim Editieren in einem Wiki.

Um typische gruppendynamische Prozesse beim Editieren in einem Wiki zu erfahren, eignet sich die Löffelübung besonders gut. Darunter u.a. die Bewältigung technischer Probleme (bspw. Bearbeitungskonflikte, weil zu viele Editionen zur gleichen Zeit an demselben Artikel arbeiten), „Die Weisheit der Vielen“ (nach James Surowiecki, 2004, Originaltitel: The wisdom of crowds. Why the many are smarter than the few and how collective wisdom shapes business, economies, societies and nations, nachdem Gruppen klüger sind als Einzelne), selbstorganisierte Gruppenarbeit, etc.

Im Rahmen der Wikiade soll die Löffelübung gänzlich virtuell stattfinden. Ob uns dieses Experiment gelingt?

Die Löffelübung besteht im Wesentlichen aus zwei Arbeitsformen:

  1. Alleine arbeiten.
  2. Im Team arbeiten. Bei dieser Arbeitsform gibt es die formelle und informelle Arbeitsteilung. Die kollaborative Arbeit. Darunter wird eine selbstorganisierte Zusammenarbeit ohne die Verabredung einer normalen Teamarbeit verstanden.

Die Löffelübung vermittelt die Grundlagen des kollaborativen Arbeitens – ohne theoretische Erklärungen. Einfach durch das unmittelbare lösen der Aufgaben. Dabei ist die Größe der Gruppe zweitrangig: es funktioniert mit 10 Personen genauso wie mit 20.

Beispiel einer Löffelübung

  1.  Löffel im Film.
  2. Löffel in der Fantasy-Literatur.
  3. Löffel in der Wirtschaft.
  4. Was hat August Heinrich Hoffmann von Fallersleben mit Löffeln zu tun?
  5. Ein Haus für Löffel.
  6. Was hat ein Brand mit Löffeln zu tun?
  7. Was hat Hypertonie mit Löffeln zu tun?

Mit dem Begriff Löffel kann man viel assozieren, beispielsweise das Esswerkzeug, die Hasenlöffel und vieles andere. Wer jetzt einen Satz zu “Löffel im Film” schreiben will, kann einen Satz über einen Hasenfilm, eine Filmszene im Restaurant oder vieles andere beschreiben. Wichtig ist nur die Einhaltung der unten genannten Bedingungen.

Bedingungen der Löffelübung

  • Für diese Übung darf nur die vorgegebene Plattform benutzt werden.
  • Google wird bei dieser Übung nicht viel nützen – wirklich. Ungeachtet dessen ist Google bei dieser Übung verboten.
  • Die Sätze müssen sachlich richtig sein, einen nachweisbaren Inhalt besitzen und formalen Kriterien (Rechtschreibung, Grammatik, Satzbau) genügen. Als Beweis reicht es aus, wenn der Sachverhalt in einem Wikiartikel eindeutig beschrieben wird.
  • Die Sätze müssen zueinander in keinerlei Zusammenhang stehen.
  • Reden ist während der Übung verboten. Über die Diskussionsseite kann man sich austauschen und Aufgaben verteilen.

Tipp für die Lösungen: Nicht alles wörtlich nehmen. Es gibt für jeden Stichpunkt mindestens eine sinnvolle Lösung.

Quellen

Bremer, C. (2006). Wikis im eLearning. In C. Rensing (Hrg.), Proceedings der Pre-Conference Workshops der 4. e-Learning Fachtagung Informatik DeLFI ,11.-14.9.06 in Darmstadt (S. 101 – 106). Berlin.

URL http://edulinks.de/paper28/paper_bremer_wikis.pdf

Anwendungsbeispiel: Raptivity – Podcastwürfel

Am 22. September berichteten wir schon von Raptivity, einem Werkzeugkastensystem mit dem Lerninhalte interaktiv und spielerisch angereichert werden können.

Heute möchten wir eines unserer eigenen Produkte vorstellen, die wir im Rahmen unserer Module einsetzen.

Aus einer Bibliothek können vorgefertigte Vorlagen mit eigenen Inhalten bestückt werden. In Modul 3 „Gestaltung und Entwicklung von neuen Medien“. In dem Modul erhalten unsere Studierenden einen Überblick zur Gestaltung webbasierter Lernumgebungen. Dabei stehen mediendidaktische und bildungstechnologische Fragestellungen im Mittelpunkt.

In einer unserer letzten Seminare wurden mehrere Podcasts ausgearbeitet. Um diese sehenswerten und anschaulichen Ergebnisse nach dem Ende des Semesters „nicht einfach in das Nirwana des Vergessens“ abgleiten zu lassen und um NeuStudierende des Moduls zu motivieren und Beispiele zu präsentieren, haben wir einige Podcasts mithilfe von Raptivity zusammengestellt.

Über die Vorlage des „Cubes“ von Raptivity haben wir Podcasts zum elearning, zum ARCS Modell (motivationales Instruktionsdesigns)und zum Podcast zusammengefasst. In der Lernumgebung Moodle konnten wir diesen Podcastwürfel in Form von einer einzigen Datei in HTML 5 bzw. als Flash-Datei integrieren. In diesem Blog scheint eine derartige Integration von WordPress nicht unterstützt zu werden (gerne können Anregungen dazu in den Kommentaren wiedergegeben werden).

Podcastwürfel im Ganzen

Das Ergebnis, wenn alle Podcasts (6 = Seiten des Würfels) zusammengestellt wurden. 

Klickt der User auf die entsprechende Seite des Würfels, kann er sich den entsprechend ausgewählten Podcast anhören/sehen.

Wie zum Beispiel den von:

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  • Astrid zu “Hands on Podcast” (Teil 1 / 2),
  • Marie-Yasmine zu “Computervermittelt kommunizieren”
  • Melanie zum “ARCS Modell”
  • Johanna zum “elearning”

Vielen lieben Dank an Astrid, Johanna, Yasmine und Melanie für die zur Verfügungsstellung der Inhalte :D

Anmerkung: Die Ladezeiten des Podcastwürfels sind natürlich recht hoch, da sich hier hinter gewaltige Datenmengen verbergen.

Umsetzung:

Die vorkonfigurierten Vorlagen von Raptivity bieten die Möglichkeit schnell und ohne Programmierkenntnisse eigene Präsentationen und Inhalte zu erstellen. Wobei „schnell“ hier relativ gesehen werden muss.  Die Erstellung der Inhalte, wie bspw. eines Podcast beansprucht je nach Aufwand Zeit und Ressourcen. Die erste Einarbeitung in Raptivity beansprucht Zeit und Ressourcen, auch wenn man davon ausgehen kann, dass sich diese nach der Einarbeitung halbiert.

Die Bedienoberfläche ist in einem Vorschau-Bildschirm (links) und in den Bearbeitungsbildschirm (rechts) unterteilt. Die Benutzung von Raptivity entspricht unseren Computergewohnheiten. Will man ein Bild integrieren, so kann man mit einem Klick auf die Bildergalerie des Computers zurückgreifen.

Raptivity / Cube

Die Bedienoberfläche ist in einem Vorschau-Bildschirm (links) und in den Bearbeitungsbildschirm (rechts) unterteilt.

Raptivity / Cube

Die Benutzung von Raptivity entspricht unseren Computergewohnheiten. Will man ein Bild integrieren, so kann man mit einem Klick auf die Bildergalerie des Computers zurückgreifen.

Die Umsetzung des Podcastwürfels hat Spaß gemacht. Allerdings denken wir, dass das Design nicht mehr für jederman ansprechend ist und ein wenig “oldschool” herüber kommt.