Herzlich Willkommen auf dem Blog des Lehrgebiets der Mediendiaktik der FernUniversität in Hagen, welches sich dem speziellen Thema „Social Software“ widmet!

Wie kann Social Software die Fernlehre (distance learning) unterstützen? Welche Social Software sind in welcher Lernsituation besonders hilfreich? Welche Lehr-und Lernszenarien eignen sich für das mediengestützte Lernen? Dazu berichten wir auf diesem Blog von unseren Projekten.

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FernUniCamp 2017-Workshops

Abbildung 1. Teilnehmende des FernUniCamps 2016.

In diesem Blogbeitrag wollen wir euch die drei Themenfelder für den Workshop-Tag am Freitag (d. 08.09.2017), als Teil des Fernunicamp. vorstellen. Ebenso erhaltet ihr Infos über den jeweiligen Referenten und über die beabsichtigte Teilnehmeranzahl.

Dabei werden wir zuerst den Workshop zu „Lesen im Medienwandel“ kurz einführend beschreiben. Anschließend gehen wir auf den zweiten Themenschwerpunkt  „Dimensionen öffnen durch digitales Lernen? Gender und Diversity im Fernstudium“ ein. Zuletzt wird das Thema „360° Umgebungen und Virtual Reality“ dargestellt. Bei dem letztgenannten Workshop steht der Erfahrungsaustausch besonders im Fokus.

Die Bilder dieses Blogs halten Szenen des letzten FernUniCamps 2016 fest und sollen euch neugierig auf das kommende FernUniCamp im September machen :).

Lesen im Medienwandel

Als Folge der Digitalisierung werden Bücher und Texte immer öfter in digitaler Form angeboten. Gerade für das Fernstudium ist das praktisch. Aber macht es wirklich keinen Unterschied, ob uns ein Inhalt in gedruckter Form oder auf einem Bildschirm vor die Augen tritt? Nein, möchte man meinen, denn in beiden Fällen wird doch gelesen. Bei allem Wandel der Formate scheint das Lesen eine Konstante zu sein, die sich im Zuge der Digitalisierung nicht ändert. Wir wollen uns das Lesen im Medienwandel einmal etwas genauer ansehen und werden dabei die eine oder andere überraschende Entdeckung machen.

Referent: Eric Steinhauer (Twitter: @esteinhauer)

Teilnehmer: rund 20 Personen

Abbildung 2. In gemütlicher Runde medial unterwegs.

Dimensionen öffnen durch digitales Lernen? Gender und Diversity im Fernstudium

Workshop im Rahmen des FernUni-Barcamps „Gleichschaltung oder Vielfalt – Digitalisierung in der (Fern-)Lehre“ am Freitag, den 08. September 2017 von 16:00 – 18:00 Uhr.

Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen, bringt jedoch auch neue Herausforderungen mit sich, um Gender und Diversität in Lehr- und Lernprozessen angemessen berücksichtigen zu können. Im Workshop wollen wir gemeinsam mit den Teilnehmenden den Nutzen der Digitalisierung für den Mehrwert von Vielfalt aufzeigen, aber gleichzeitig auch ihre Tücken für individuelle Lehr-/Lernprozesse an konkreten Beispielen beleuchten.

Referenten: Meike Hilgemann & Dr. Karola Wolff

Teilnehmer: 25-30

Abbildung 3. Persönliches Fazit des FernUniCamps.

Von 360° Umgebungen bis hin zu Virtual Reality

Mixed Realität (MR) ermöglicht es uns, Informationen dort zu präsentieren, wo sie benötigt werden – im Blickfeld des Anwenders. Auch wenn diese Technik noch recht jung ist, lassen sich bereits erhebliche Potenziale und Effizienzsteigerungen in unterschiedlichen Anwendungsfeldern erkennen. Über die Sensoren mobiler Endgeräte werden kontextsensitive Informationen aus der Umgebung erkannt und zusätzlich durch virtuelle, dreidimensionale Objekte angereichert. Somit bietet MR zum einem die Möglichkeit unsichtbare Dinge sichtbar zu gestalten und zum anderen ermöglicht MR uns den Zugang zu neuen Erfahrungen.

Nach einer kurzen thematischen Einführung, tauschen wir uns mit Praktikern aus dem Bildungsbereich und der Wirtschaft beispielsweise über Umsetzung und Anwendung aus.

Gäste: Gerhard Schröder (Twitter: @PadLive von Kreative KK) & Marie Theres Augsten (Brandenburg University of Technology Cottbus)

Teilnehmer: 15

 

Abbildung 4. Einführende Worte zum FernUniCamp 2016.

Hinweis zu den Workshops

Die überschaubare Teilnehmeranzahl ermöglicht einen intensiven Kommunikationsaustausch verschiedenster Personen (Experten, Studierende etc.). Dadurch kommt den Teilnehmen im besonderen Maße die Möglichkeit zu, ihre eigenen Erfahrungen und Expertisen hinreichend einzubringen. Dabei steht es den Teilnehmenden frei inwieweit sie sich einbringen möchten.

Abbildung 5. Die Verpflegung kommt bei uns selbstverständlich nicht zu kurz :).

Artikelserie: FernUniCamp Teil 3 – Validität

Abbildung 1. Facetten der Validität.Hinweis: Die Abbildung wird vergrößert dargestellt, wenn sie angeklickt wird.

Im folgenden Statistikblog wird die Validität thematisiert. Dabei werden wir verschiedene Facetten der Validität kennen lernen.

(Teil 1 zentrale statistische Kennwerte, Teil 2 Reliabilität)

Aber was ist die Validität eigentlich? Laut Bühner (2011) gibt die Validität an, ob ein Test wirklich das misst, was er zu messen beansprucht. Es wird also festgestellt ob bspw. ein Sprachtest tatsächlich sprachliche Fähigkeiten misst und nicht räumliches Denken.

In der Forschungsliteratur wird die Validität häufig in drei Validitätsarten (siehe Abbildung 1) unterteilt: Inhaltsvalidität, Kriteriumsvalidität und Konstruktvalidität. Nachfolgend werden diese Arten näher erläutert, zudem werden Gründe für eine mangelnde Validität genannt und es wird kurz auf den Zusammenhang zwischen der Reliabilität und der Validität eingegangen. Beispielhaft wird das Vorgehen zur Validitätsbestimmung der drei Validitätsfacetten, anhand der bereits bekannten Skala „Einheit und Vielfalt“ des Konnektivismus (Blog Reliabilität), beschrieben.

Inhaltsvalidität

Ein Test, der sich aus verschiedenen Indikatoren bzw. Items zusammensetzt, wird als inhaltsvalide bezeichnet, wenn jedes einzelne Item das zu messende Konstrukt hinreichend abbildet. Für die im FernUnicamp erhobene Skala „Einheit und Vielfalt“ des Konnektivismus würde das beispielsweise bedeuten, dass die Wissenschaftlerin sich im Vorfeld darüber Gedanken machen muss, ob einzelne Fragen, die die Skala bilden, die theoretischen Annahmen zu dieser Skala auch tatsächlich repräsentieren.

Die Inhaltsvalidität wird nicht anhand eines numerischen Kennwerts festgestellt, sondern durch logische und fachliche Überlegungen (Bühner, 2011). Diese subjektive Bewertung ist oftmals ein schwieriges Unterfangen, da es für bestimmte Eigenschaften unzählige Indikatoren gibt. Es sollte also gut begründet werden, warum für die o. g. Skala (Blog Reliabilität) genau diese Fragen bzw. Items formuliert wurden.

Ein konkretes Vorgehen, zur Bestimmung der Inhaltsvalidität, stammt von Murphy und Davidshofer (2001): 1. Zuerst sollte die inhaltliche Ebene des Konstrukts beschrieben werden. 2. Anschließend muss festgelegt werden, welche Items welchen Inhaltsbereich abbilden. 3. Zuletzt wird die Textstruktur mit der Struktur des Konstrukts verglichen.

FernUniCamp-Beispiel: Angewendet auf die Skala „Einheit und Vielfalt“ lassen sich folgende Schritte beschreiben: 1. Was ist mit „Einheit und Vielfalt“, als eine Dimension des Konnektivismus, gemeint? An dieser Stelle sind Arbeitsdefinitionen, d.h. ein theoretisches Verständnis eines Konstrukts, das der Forschungsarbeit zugrunde liegt, ratsam. Ebenso ist die Untersuchung bestimmter Teile eines umfangreichen Konstrukt sinnvoll, da es sonst denn Umfang einer Arbeit möglicherweise sprengen würde. 2. Welche Items bilden diese Skala am treffendsten ab? Hier spiele theoretische, empirische und logische Überlegungen eine wichtige Rolle. 3. Wenn auf theoretischer Ebene bestimmte Items „zusammengehören“, da sie eine Dimension abbilden, dann sollte eine Faktorenanalyse ein eindimensionales Resultat ergeben (demnächst gibt es dazu einen Blog zur Faktorenanalyse).

Kriteriumsvalidität

Bei der Kriteriumsvalidität werden die Resultate eines Tests in Verbindung mit anderen Kriterien gebracht. Kurze Anmerkung zum Begriff Test: Im Alltag wird der Begriff Test oft als Synonym für Leistungstests (z.B. einen Mathematik-, oder einen Sprachtest) gebraucht, im wissenschaftlichen Kontext wird aber auch jede Art von Fragebögen als Test verstanden, die ein theoretisches Konstrukt untersuchen. Je nach Zeitpunkt ergeben sich dabei unterschiedliche Arten der Kriteriumsvalidität (Bühner, 2011): – prognostische Validität: Testleistungen sollten mit Kriterien, die später erhoben werden, z.B. einen Mathematiktest vor dem Studium und als Kriterium die Abschlussnote des Mathematikstudiums, miteinander in Beziehung stehen. Dieses „miteinander in Beziehung stehen“ wird auch als Korrelation bezeichnet. Eine hohe Korrelation bedeutet, dass es eine enge Beziehung gibt. – konkurrente Validität: Hier wird der Test zeitgleich mit dem Kriterium erhoben. Bei einer Deutschklausur könnte beispielsweise kurz vorher ein Sprachtest durchgeführt werden, sodass anschließend die Korrelation zwischen der Deutschnote und der Testleistung ermittelt werden kann. –retrospektive Validität: Bei diesem Vorgehen werden Korrelationen mit zeitlich länger zurückliegenden Kriterien betrachtet.

Bei der inkrementellen Validität spielt der Zeitaspekt keine Rolle. Bei dieser Validitätsart interessiert, ob ein Test einen zusätzlichen Beitrag zur Verbesserung der Vorhersage eines Konstrukt leisten kann und das im Vergleich zu bestehenden Testverfahren. Zum Beispiel können Intelligenztests gut den Berufserfolg prognostizieren. Würde ein neues Testverfahren, das neben der Intelligenz auch das Sprachverständnis prüft, den Berufserfolg genauer vorhersagen, dann gäbe es einen zusätzlichen (Zuwachs = Inkrement) Beitrag zur Validität.

FernUniCamp-Beispiel: Wenn ein hoher Wert auf der Dimension „Einheit und Vielfalt“ dafür steht, dass im Rahmen des Konnektivismus vielfältige Gegebenheiten bevorzugt werden, dann sollten diese Personen z.B. auf zukünftigen FernUniCamps beobachtet werden können, wie sie sich mit Personen aus verschiedenen Bereichen unterhalten, zudem sollten diese Personen das vielfältige Angebot der Sessions nutzen. Allerdings handelt es sich um ein ideales Beispiel, da es u.a. aus Datenschutzgründen schwierig ist Daten von Personen bei einem FernUniCamp zu sammeln (die Person müsste z.B. damit einverstanden sein, dass sie beobachtet wird und das ihre Leistungen aus einem vorigen Test zu ihrer Person zugeordnet werden dürfte).

Konstruktvalidität

Einige Autoren subsumieren unter der Konstruktvalidität alle Arten der Validität zusammen. Nach diesem Verständnis ist ein Test konstruktvalide, wenn ein Test die Eigenschaft oder Fähigkeit misst, die er beansprucht zu messen (Moosbrugger & Kelava, 2012). Bei einem engen Begriffsverständnis der Konstruktvalidität fallen darunter nur die konvergente, diskriminante und faktorielle Validität. Bei der konvergenten Validität geht es darum, dass ein Test eine hohe Korrelation zu anderen Tests aufweisen sollte, die ein ähnliches theoretisches Konstrukt untersuchen. Dies steht im diametralen Verhältnis zur diskriminanten Validität. Hier geht es um den Vergleich von einem Test mit anderen Tests, die aber ein anderes theoretisches Konstrukt untersuchen. Test die verschiedene Konstrukte erfassen sollten nicht bzw. gering miteinander korrelieren. Wenn es um die konstruktnahe Zusammenfassung von Items geht und wenn es um die Trennung von kosntruktfremden Bereichen geht, dann spielt die faktorielle Validität eine wichtige Rolle (geplanter Blog zur Faktorenanalyse).

FernUniCamp-Beispiel: Würde die Skala „Einheit und Vielfalt“ niedrige Korrelationen zu Skalen aufweisen, die ebenfalls von sich beanspruchen dieses Dimension des Konnektivismus zu erfassen, dann müsste die bestehende Skala bearbeitet werden. Sofern es sich bei der Bezugsskala um eine reliable und valide Skala handelt. Im Idealfall sollte ein

Abbildung 2. Kriteriumskontamination und -defizienz.

Gründe für mangelnde Validität 

An dieser Stelle werden die Kriteriumskontamination und –defizienz (siehe Abbildung 2), als Gründe genannt, die die Validität negativ beeinflussen können (Bühner, 2011). Bei der Kriteriumskontamination misst das eingesetzt Messinstrument nicht das beabsichtige Konstrukt. Ein Test der Intelligenz erfassen soll, kann u.U. durch mangelnde Motivation, oder Unbehagen während der ungewohnt Testsituation, kontaminiert sein. Das Messinstrument erfasst diese Aspekte mit, obwohl sie nichts mit Intelligenz zu tun haben. Bei der Kriteriumsdefizienz fehlen wichtige Aspekte eines Konstrukts. Wenn der Umsatz eines Unternehmens ausschließlich durch die örtliche Lage erfasst werden würde, dann würden wichtige Faktoren nicht einbezogen werden bzw. die örtliche Lage als alleiniger Faktor für den Umsatz wäre defizient. Der Umsatz kann ebenfalls von dem Teamklima, der Arbeitszufriedenheit und auch der Führung der Vorgesetzten abhängen.

Reliabilität und Validität

Eine geringe Reliabilität (Blog Reliabilität) deutet auf eine geringe Messgenauigkeit hin. Ein Test mit einer einer geringen Messgenauigkeit kann auch nicht vollumfänglich das messen, was er zu messen beansprucht. Ein solcher Test hat deshalb eine geringere Validität. Ein Testverfahren kann also nicht den Anspruch erheben ein sehr valides Messinstrument zu sein, wenn die Reliabilität mangelhaft ist.

 

 

Literatur

Bühner, M. (2011). Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion (3. aktual. Aufl.). München: Pearson Studium.

Moosbrugger, H., & Kelava A. (2012). Testtheorie und Fragebogenkonstruktion (2. aktuell. Aufl.). Berlin: Springer-Verlag. doi: 10.1007/978-3-642-20072-4

Murphy, K. R., & Davidshofer, C.O. (2001). Psychological testing principles and applications (5th edition). Upper Saddle River, NJ: Prentice Hall.

 

Die Anmeldung ist eröffnet: #fernunicamp

Die Anmeldung ist eröffnet!

Am 08. und 09. September finde das 2. FernUniCamp in Hagen, Berlin und Hamburg statt. Wir freuen uns, dich an einem dieser Orte begrüßen zu dürfen!

Gleichschaltung oder Vielfalt? Digitalisierung in der (Fern-)Lehre

hybrides Veranstaltungsformat:

In Hagen treffen wir uns dann natürlich an der FernUniversität in Hagen, in Berlin und Hamburg in den Regionalzentren der FernUniversität. Von jedem Standort aus, könnt ihr entweder eigene Sessions mit einbringen oder an den anderen teilnehmen.

Die Workshops, die die Teilnehmenden in das offene Format des BarCamps einführen, finden allerdings ausschliesslich am 08.September (Freitags) 2017 aus organisatorischen Gründen in Hagen statt.

Überraschung:

Eine kleine Überraschung haben wir für euch noch. Die ersten 50 Anmeldungen, die dann auch tatsächlich zum FernUniCamp erscheinen, erhalten von uns zwei Webcam-Abdeckungen. Damit greifen wir unter anderem das Thema Digitalisierung auf. Webcam Abdeckungen sind im Zuge der Bewusstwerdung der eigenen Digital-Privacy interessant.

 

zur Anmeldung

Erfahrungsbericht zur Entwicklung innovativer Lehr-/Lernvideos: Die Entstehung der Videoreihe „Mediendidaktik – EduSmart“ im Arbeitsprozess

Die beiden Video-Produktions-Novizinnen (wir berichten abwechselnd in diesem Blog von unseren Erfahrungen zu dem Projekt EduSmart) und das gesamte Projekt-Team durchliefen bei der Entwicklung der Videoreihe „Mediendidaktik – EduSmart“ nicht nur einen innovativen, sondern vielmehr einen einzigartigen und bereichernden Lern- und Arbeitsprozess.

Bei der Erstellung der ersten zehn Videos für das Modul 2B “Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik“ im Bachelor-Studiengang Bildungswissenschaft ging es für das gesamte Team aufregend und lernreich zur Sache: nicht nur das Buch Jan und die Weltkugel Terra haben in den Videos viel gelernt! Vielmehr haben alle durch die Entwicklung dieser beiden Charaktere eine Menge über die Entstehung von (innovativen) Lehr-/Lernvideos erfahren. Die größten Herausforderungen bestanden darin den Einsatz der virtuellen und animierten Hilfskräfte mit dem realen Mentor abzustimmen sowie den beiden Charakteren Leben „einzuhauchen“.

Unseren ersten Artikel der Erfahrungsberichtsreihe veröffentlichten wir bereits am 13. März 2017:
http://socialsoftware.fernuni-hagen.de/erfahrungsbericht-zum-einsatz-von-storytelling-und-animierten-charakteren-die-entstehung-einer-neuen-videoreihe-mediendidaktik-edusmart/

Mit dem Anspruch der Qualität und Professionalität zogen die beiden angehenden Videoproduzentinnen bei diesem Video-Projekt auch die Theorie zu Rate.

Das ADDIE-Modell. (Quelle: Eigene Darstellung)

Das Projekt sowie der Arbeitsprozess ließen sich mit dem Instructional-Design-Modell ADDIE (Niegemann, et al., 2004) sehr gut strukturieren. Gerade weil die Erfahrung noch fehlte und die Phasen nicht in sich geschlossen waren, konnten die beiden Projektleiterinnen einen systematischen Planungsprozess skizzieren, der immer wieder an die Bedürfnisse und Gegebenheiten angepasst werden konnte.

Das ADDIE-Modell ist eines der bekanntesten Instructional-Design-Modelle und bezeichnet fünf Phasen (Analyse, Design, Development, Implementation, Evaluation) für eine praktische Umsetzung eines Instruktionsdesigns. Da die Phasen des ADDIE-Modells nicht in sich abgeschlossen sind, spricht man von einem iterativen Prozess bei dem alle Phasen systematisch koordiniert werden können.

Den Laptop geladen, die Bleistifte gespitzt und die Flipchart als weiteres Hilfsmittel hinzugezogen, machten sich die beiden Video-Projekt-Newbies an die Analyse – im Nachhinein betrachtet die unkomplizierteste aller Phasen: Was ist zu tun?

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Artikelserie: FernUniCamp Teil 2 – Reliabilität

Abbildung 1: Verschiedene Methoden zur Reliabilitätsschätzung,Hinweis: Die Abbildung wird vergrößert dargestellt, wenn sie angeklickt wird.

Im zweiten Teil des Statistikblogs richtet sich der Fokus auf die Reliabilität bzw. auf die Methode der internen Konsistenz, da sie für die Bestimmung der Reliabilität häufig verwendet wird.

(Teil 1: zentrale statistische Kennwerte)

Jede empirische Messung kann mit zufälligen und systematischen Messfehlern verbunden sein. Systematisch verzerrte Messungen treten z.B. dann auf, wenn die Befragten nicht ihre tatsächliche Meinung, sondern eine „sozial erwünschte“ Antwort abgeben. Zufällige Messfehler haben dagegen zur Folge, dass dieselbe Messung bei der gleichen Untersuchungseinheit mal zu einem höheren und mal zu einem niedrigeren Wert führt, obwohl sich der tatsächliche Wert der gemessenen Eigenschaft nicht verändert hat.

So soll ein Intelligenztest möglichst fehlerfrei die Intelligenz messen und sonst nichts anderes. Dabei kann die Reliabilität, wie durch diesen Blog verdeutlicht, mit verschiedenen Methoden erfasst werden.

Die Reliabilität bezeichnet die Messgenauigkeit einer Erfassung, in unserem Fall der Umfrage zum FernUniCamp. Mit anderen Worten ermöglicht uns die Reliabiltät Einblicke in die Zuverlässigkeit unserer Messergebnisse, die wir mit bestimmten Methoden erhoben haben.

Nachfolgend werden mit der internen Konsistenz, der Retest– und der Paralleltestmethode drei Methoden vorgestellt, mit denen die Reliabilität geschätzt werden kann. Diese Methoden sind für die Schätzung der Reliabilität als gleichwertig anzusehen. Je nach Fragestellung ergeben sich für die jeweiligen Methoden verschiedene Vor- und Nachteile (siehe Abbildung 1, Hinweis: Die Abbildung wird vergrößert dargestellt, wenn sie angeklickt wird).

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FernUniCamp 2017:

Vom 08. bis 09. September wird an der FernUniversität in Hagen unter dem Motto „Gleichschaltung oder Vielfalt? Digitalisierung in der (Fern)Lehre“ das zweite FernUniCamp stattfinden, ein offenes Format für Wissensaustausch und Networking. Im Rahmen des FernUniCamps 2017 sollen Diversity und Digitalität mit Fokus auf die hochschuldidaktische Fernlehre diskutiert werden.

Das Motto findet sich jedoch zusätzlich im Format selbst wieder. So können Interessierte am 09. September das FernUniCamp über die Regionalzentren Berlin und Hamburg mit gestalten. An diesem Tag werden verschiedene hybride Formate zur Beteiligung und zum Austausch angeboten.

Weitere Informationen werden demnächst im Blog des FernUniCamps veröffentlicht.

Artikelveröffentlichung: Gestaltung und Erforschung eines Mixed-Reality-Lernsystems

In diesem Artikel (veröffentlich in der Medienpädagogik Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung) wird ein Entwurf eines Lernsystems vorgestellt, in welchem Mixed-Reality (MR) Technologien und didaktischen Modelle für den Einsatz in der industriellen Weiterbildung kombiniert werden. Mit diesem System soll das Erlernen von Problemlösekompetenzen über visuelle Einblendung simulierter Problemsituationen und Anwendungsaufgaben, die in der realen Welt schwer abzubilden sind, verbessert werden.

Diese Technologie wird in einem didaktischen Setting eingebunden, welches die Lernenden schrittweise von einfacheren an komplexere Aufgaben heranführt. Über ein Lerntagebuch werden die Lernenden zusätzlich motiviert ihre Erfahrungen mit dem didaktischen Setting zu reflektieren. Über das, in das MR Lernsystem integrierte Lerntagebuch werden den Betreuenden Feedbackangaben zu den simulierten Problemsituationen und Anwendungsaufgaben ermöglicht. Weiterhin können Lernende über dieses Tagebuch Kontakt zum Betreuenden aufnehmen. Das Lernsystem bietet den Betreuenden eine nutzerfreundliche Funktion, die Anwendungsaufgaben und MR-Einblendungen abzuwandeln bzw. neukonstruieren.

Wir empfehlen für die Einführung und Erprobung dieses Konzeptes einen Design-Based-Research Ansatz, durch den der Entwicklungs- und Einführungsprozess strukturiert und gleichzeitig erforscht werden kann. Ziel der Erforschung sollten Leitlinien sein, die es ermöglichen, die gewonnenen Erkenntnisse auf ähnliche Kontexte zu übertragen und weiter einen Beitrag zur theoretischen Konstruktion zu leisten.

Artikelserie: FernUniCamp Teil 1 – Zentrale statistische Kennwerte anhand des Alters und Genders der Teilnehmenden

Das Lehrgebiet der Mediendidaktik geht auf die durch die Digitalisierung hervorgerufenen gesellschaftlichen Veränderungen im Lehr- und Lernprozess ein. In diesem Rahmen haben wir im letzten Jahr das erste FernUniCamp durchgeführt. Eine unserer Ausgangsfragen war,  in welcher Weise ein Barcamp Format die Fernlehre unterstützen bzw. ergänzen könnte.

Die Statistik unterstützt uns häufig darin, Hypothesen und Annahmen zu bestätigen oder zurückzuweisen. Mit ihr als Grundlage können beispielsweise subjektive Erfahrungen untermauert oder als Einzelfall erkannt werden.

So sind in der nachfolgenden Abbildung 1 beispielsweise die Teilnehmenden nach der Altersverteilung und dem selbst zugeordneten Geschlecht aufgeführt.

Abb. 1: Mit SPSS erstellte Balkendiagramme mit der Altersverteilung und Gender der FernUniCamp-Teilnehmenden der FernUniversität in Hagen.

Einige der statistischen Auswertungen zum FernUniCamp wollen wir hier im Blog vorstellen und starten dazu eine kleine Artikelserie.

In dem ersten Artikel der Serie gehen wir zum Einen auf zentrale statistische Kennwerte (Mittelwert, Median, Modalwert, Varianz und Standardabweichung) ein und wer darüber hinaus wissen möchte, wie sich diese in der Statistik berechnen lassen, findet dazu jeweils eine kurze Anleitung.

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Wie können Online-Lernumgebungen persönlicher und sozialer gemacht werden?

Soziale Einbindung und zwischenmenschliche Erfahrungen sind für viele Studierende ein wichtiger Teil des Lernprozesses. Dennoch werden diese Aspekte in der Online- und Fernlehre noch oft vernachlässigt, sodass das Lernen von Alleingängen und relativer Isolation gekennzeichnet sein kann. In diesem Blogbeitrag werden wichtige Konzepte und neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit „Social Presence“ und sozialer Interaktion zwischen Studierenden erläutert. Zudem wird ein Ansatz aufgezeigt, wie man Online- und Fernlehre persönlicher und sozialer gestalten kann.

Dieser Blogpost basiert auf der kürzlich veröffentlichten Studie: Weidlich, J., & Bastiaens, T. J. (2017). Explaining social presence and the quality of online learning with the SIPS modelComputers in Human Behavior72, 479–487. [Kostenloser Link bis 29. April 2017]

Was ist Social Presence?

Social Presence ist ein Konzept, das bereits seit Längerem im Zusammenhang mit computergestützter Kommunikation, aber auch Online- und Fernlehre untersucht wird. Der Begriff wurde bereits 1976 von Short, Williams & Christie geprägt und in den folgenden Jahrzehnten weiter ausgearbeitet.

Social Presence bezeichnet das Gefühl, dass sich in der Kommunikation und beim Lernen mit Anderen, trotz der räumlichen Trennung und der wenigen Informationen, die man über andere Online-Lerner oftmals hat, dennoch ein Gefühl der Nähe und des Kennens einstellen kann. Manche nennen es „the illusion of non-mediation“, also das Gefühl, dass man in authentischer Weise und nicht über ein Medium kommuniziert. Obwohl sich Forscher bislang noch nicht sicher sind, inwieweit sich dieses Phänomen tatsächlich auf den Lernerfolg auswirkt, gibt es dennoch bereits viele Befunde, die darauf hinweisen, dass Studierende Social Presence als etwas Positives empfinden. Es ist ein klassischer Befund, dass diejenigen, die eine hohen Grad an Social Presence empfunden haben, auch größere allgemeine Zufriedenheit mit dem Lehr/Lernszenario angeben.

Ein kurzes Video zur Einführung zum Thema Social Presence finden Sie hier.

Für besonders Interessierte: Es gibt gute Einführungen zum Thema Social Presence von Lowenthal, 2009  und Cui, Lockee, & Meng, 2013.

Social Presence in der Online- und Fernlehre

Online- und Fernlehre stehen seit jeher vor dem Problem hoher Drop-Out-Quoten und geringer aktiver Beteiligung der Studierenden (Allen & Seaman, 2013), sodass auch ambitionierte didaktische Konzepte oftmals hinter den Erwartungen zurückbleiben oder gar nicht erst umgesetzt werden. Die Vermutung liegt also nahe, Social Presence als wichtigen Faktor zur Bekämpfung dieser Probleme von Online- und Fernlehre zu betrachten. Die naheliegende Vermutung ist: Wenn Studierende sich stärker sozial eingebunden fühlen, bleiben Sie länger am Ball und zeigen größere Beteiligung an den Aktivitäten in den Kursen & Modulen.

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Erfahrungsbericht zum Einsatz von Storytelling und animierten Charakteren: Die Entstehung einer neuen Videoreihe „Mediendidaktik – EduSmart“

Es waren einmal zwei Mitarbeiterinnen des Lehrgebietes Mediendidaktik, die wurden mit der Aufgabe betraut ein Konzept für eine neue Lehrvideoreihe für den Bachelor-Studiengang Bildungswissenschaft im Modul 2B “Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik” und im Modul 3B „Praxis der Mediendidaktik“ sowie für den Master-Studiengang Bildung und Medien: eEducation in den Modulen M1 „Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft“ und M3 „Entwicklung und Evaluation von digitalen Medien“ zu entwickeln. Mit diesen Videos soll ein neues Format eingeführt werden, mit dem die Lernenden auf multimodale Weise in ihrem Lernprozess unterstützt werden.

Mit dieser offenen Aufgabenstellung im Gepäck, machten sich die beiden Video-Produktions-Novizinnen auf in einen umfangreichen Kreativ- und Schaffungsprozess, in dem Fragen geklärt werden mussten wie:

  • Welche Ressourcen stehen uns zur Verfügung?
  • Wie können die Inhalte dynamisch rübergebracht werden?
  • Wie schaffen wir Interaktion?

Immer mit dem Anspruch den richtigen Grad zu finden zwischen Qualität und Professionalität einerseits und Unterhaltung und Abwechslung andererseits. Unterstützung fanden Sie dabei durch zahlreiche Kollegen und Kolleginnen des Lehrgebiets Mediendidaktik und des Zentrums für Medien und IT (ZMI) der FernUniversität in Hagen.

Am Ende dieses aufregenden Prozesses hatten die beiden angehenden Videoproduzentinnen ein erstes Konzept für das Modul 2B bestehend aus verschiedenen didaktischen, audiovisuellen und virtuellen Komponenten geschaffen. Den Kern dieses Konzeptes bilden die drei Hauptakteure: Prof. Dr. Theo Bastiaens in der Rolle des Mentors und seine neuen animierten Hilfskräfte Jan, das Buch und Terra, die Weltkugel. Ein virtueller Raum dient dem Trio als Umgebung für Interaktion und Interaktivität.

Work in Progress: Jan und Terra in der 3D-Grafiksoftware Blender

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